Der Landrat will es wissen

Feldkirchen sagt „Ja“ zu Machbarkeitsstudie – Radweg hinterfragt

Entlang des Sportplatzes sollte der neue Radweg nicht allein die Verbindung nach München schaffen, sondern auch innerörtlich sichere Wege erschließen.
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Entlang des Sportplatzes sollte der neue Radweg nicht allein die Verbindung nach München schaffen, sondern auch innerörtlich sichere Wege erschließen.

Seit rund zwei Jahrzehnten wird über die A99 Parallele/“B471-neu“ diskutiert. Feldkirchen gehört zu den Gemeinden, die jetzt die von Landrat Göbel vorgeschlagenen Machbarkeitsstudie mit 50.000 Euro mitfinanzieren wollen sowie relevanten Eckdaten im Lastenheft annehmen.

Feldkirchen – Die innerörtliche Belastung der Kommunen entlang der Autobahn A99 ist vom Durchfahrtsverkehr geprägt. Um dem zu entgehen, bauten im Jahr 2010 Aschheim seine Ortsumfahrung etwa hälftig mit staatlicher Förderung und einige Jahre zuvor Putzbrunn seine Umfahrung mit überwiegend staatlicher Förderung selbst. Die A99-Parallele geriet ins Stocken, staatliche Finanzmittel und der notwendige Grund standen kaum zur Verfügung.

Die jetzt im April im Kreisausschuss debattierte Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Entlastungsstraße als Parallele entlang der A99 war zuvor 2017 im Kreistag beschlossen worden. Die Gemeinden Haar, Putzbrunn, Grasbrunn, Feldkirchen und Vaterstetten hatten im Sommer 2019 erneut auf die Notwendigkeit der A99-Parallele aufmerksam gemacht und erklärt, dass die Baukosten aber zu Lasten übergeordneter Behörden erfolgen müssen. Jetzt fordert Landrat Göbel die Bereitschaft der Kommunen, sich zu beteiligen. Alle sollten mitmachen. Auch hält die A99-Trassenführung sich nicht mehr konsequent westlich der A99, wie Feldkirchens Bürgermeister Andreas Janson auf Anfrage von Silvia Pahl-Leclerque erklärte. Sie hatte nach Änderungen zur Schmidt&Potamitis-Planung gefragt. Aktuell steht für die A99-Trasse ein Korridor östlich und westlich der Autobahn in der Diskussion. Noch sind viele Fragen offen, machte Janson deutlich. Klar ist: Vaterstetten stimmte dem Lastenheft zu, lehnte aber die Mitfinanzierung ab.

Weitaus kontroverser debattieren Feldkirchens Räte die Realisierung des in der vergangenen Wahlperiode nahezu einstimmig beschlossenen Radwegs entlang der nördlichen Münchener Straße zwischen dem Kreisverkehr und der Messe. Müssen Bäume gefällt werden? Wird davon der Ballschutz um das angrenzende Fußballfeld betroffen sein? Diese Fragen beantwortete die Verwaltung mit einem klaren Nein. Verena Claudi (SPD) wollte sich von Experten beraten lassen, ob der Weg sinnvoll ist. Die aber hätten heuer keine Zeit für Feldkirchen, so die Verwaltung. Für Thomas Zimmermann (UWV) war die Welt infrage gestellt. „Es gibt einen einstimmigen Ratsbeschluss. Auch die Sportfelder im Westen der Sportanlage könnten sicherer erreicht werden“. Doch die Gegner fragten nach der Kompatibilität mit den neuen Planungen der Messe München. Die allerdings müsse laut Verwaltung vertraglich noch festgezurrt werden. Zwar wurde die Radweg-Realisierung mit einer Stimme Mehrheit im Ausschuss beschlossen. Doch seitens der SPD und CSU wurde eine Art Revision im Gemeinderat angekündigt. „Wieso haben wir wieder beschließende Ausschüsse eingeführt, wenn man doch wieder die Angelegenheiten in den Gemeinderat abgibt“, fragte Zimmermann. 

ar

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