Jetzt macht auch noch der Nachbar Sorgen

Feldkirchen erstickt im Verkehr

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Feldkirchen erstickt bereits jetzt im Verkehr. Der Nachbar Vaterstetten könnte die Situation durch seine Pläne jetzt sogar noch verschlimmern.

Feldkirchen – Und täglich ereilt der Verkehrskollaps aufs Neue die Gemeinde Feldkirchen. So sehen die Feldkirchner Ratsmitglieder das Problem und sehen es verstärkt auf sich zukommen, wenn die Gemeinde Vaterstetten wie geplant die EBE 4 und EBE 17 als Ortsumfahrungen realisieren wird, um ihre an Feldkirchen grenzenden Ortsteile Weißenfeld und Parsdorf zu entlasten.

Seit dem vorigen Jahrhundert wird an der Umfahrung von Weißenfeld geplant. Diese Straße, aber auch die Ortsumfahrung für Parsdorf, soll endgültig realisiert werden. Feldkirchen befürchtet, dass die ohnehin stark belasteten Kreuzungen EBE 4/M18 und M18/M1 den Verkehr nicht schultern können und fordert erneut zusätzliche Gutachten.

„Wir in Feldkirchen sind die Leidtragenden“, so CSU-Rat Ulrich Rüßmann. Und niemand widersprach. Enttäuschend ist der von Kreis- und Gemeindeübergreifenden Projektgruppe – hierzu gehören Anzing, Aschheim, Feldkirchen, Finsing, Forstinning, Haar, Kirchheim, Markt Schwaben, Pliening, Poing, Vaterstetten sowie die Stadtbezirke Bogenhausen (13) und Trudering-Riem (15) –, die 2018 offiziell ins Lebens gerufen wurde und von der eine abgestimmte Verkehrsplanung im Raum München-Ost erwartet wurde.

Doch wer sich hier konkrete Lösungen im Bereich Straßenbau und -ertüchtigung erwartet, braucht Geduld. Besprochen werden hier Verbesserungen im ÖPNV, die Planung von Wohnquartieren, um das Verkehrsaufkommen zu senken, aber auch mittel- und langfristig die Planung von Hauptverkehrswegen für Lastwagen, Auto und Fahrrad. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören war, ist derzeit die Bestandaufnahme von Vorhandenem und konkret geplanten Maßnahmen in der Region abgeschlossen. Derzeit wird ein Lösungskonsens zwischen den Kommunen gesucht. Bei allem guten Willen ist aber nicht zu vergessen, dass die Planungshoheit bei den jeweiligen Gemeinden liegt.

Feldkirchen fordert erneut, dass eine Verkehrszunahme auf der EBE 4/M18, die zwangsläufig zu einer weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens am Knotenpunkt M18/M1 auf dem Gebiet der Gemeinde Feldkirchen führen wird, gutachterlich näher untersucht wird, ein aktualisiertes Verkehrsgutachten erstellt wird. Zunächst hatte Vaterstetten Ende des Jahres 2016 ein Gutachten erstellen lassen, das Feldkirchen aktualisiert haben wollte. Im August lieferte Vaterstetten eine neue Verkehrs-Nachuntersuchung basierend auf den Zahlen der Zählungen 2018/19. Anhand dieser war zu erkennen, dass das Verkehrsaufkommen, das zunächst für 2030 geschätzt wurde, nun schon 2020 auf den Straßen fahren wird.

Zwar hatte Feldkirchen schon einmal den Rechtsweg ins Auge gefasst, dann aber nicht ausgeführt. Auch jetzt warnte Feldkirchens Geschäftsführender Beamter Heinz-Josef Reiser davor, den Rechtsweg zu beschreiten, denn hierzu müsse man konkrete Fehler im Verfahren nachweisen.

Ferner forderte Feldkirchen Vaterstetten auf, sich bei den angrenzenden Gemeinden für die B 471-neu stark zu machen. Vor Jahren aber scherte Feldkirchen selbst aus der „Siebener Gruppe der A-99 Parallelen-Anlieger“ aus und brachte die Nordwesttangente ins Spiel. 

ar

Mehr über den Münchner Nordosten gibt es in der Übersicht.

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