Aschheimer Relikte

Eine Zwiebelknopffibel als Fundstück des Monats in Aschheim

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Viele Fragen wirft die beim Wasserturm in Aschheim gefundene Zwiebelknopffibel auf.

Erbstück oder Fundstück? Das ist die Frage beim Fundstück des Monats im AschheiMuseum.

Beim Fundstück des Monats im AscheiMuseum an der Münchner Straße 8 handelt es sich um eine sogenannte Zwiebelknopffibel aus vergoldeter Bronze. Das ist eine Gewandspange, dessen Knopfenden an Zwiebeln erinnern. So hat die Zwiebelknopffibel ihren Namen bekommen.

Normalerweise besitzt sie immer drei solcher Enden, doch im Aschheimer Fall ist der Zwiebelknopf an der Spitze verloren gegangen, man sieht lediglich das Loch, in dem er ursprünglich eingezapft war. Dabei handelt es sich um eine römische Fibelform der zweiten Hälfte des 4. bis frühen 5. Jahrhunderts, die Soldaten oder anderen Amtsträgern der römischen Militär- oder auch Zivilverwaltung verliehen wurde.

Doch fand sich diese Fibel keineswegs im Bereich einer römischen Fundstelle, sondern in einem Kindergrab aus dem frühen 6. Jahrhundert, das im Jahr 2001 nahe des Wasserturms in Aschheim gefunden worden war.

Damit gilt sie als Altstück — aber was heißt das eigentlich? Wie kam ein Knabe im 6. Jahrhundert an eine damals schon 100 bis 150 Jahre alte Gewandspange? Im Grunde sind zwei Szenarien denkbar: Entweder er hat sie geerbt oder sie wurde gefunden. Leider klafft genau für die Zeit zwischen der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts und der Zeit um 500 eine Fundlücke hier in Aschheim – die Archäologen wissen also nicht, ob in dieser Zeit überhaupt jemand hier siedelte. Falls es sich also um ein Erbstück handelte, dürfte die Familie des Knaben dieses von woanders mitgebracht haben. Doch gut möglich, dass der Knabe die Fibel auch auf dem Acker fand. Im Sommer 2018 wurden Gräber aus der Mitte des 4. Jahrhunderts freigelegt — zu dieser Zeit lebten hier noch Angehörige des Römischen Reichs. Bewundern kann man die Fibel zusammen mit vielen weiteren Fundstücken im AschheiMuseum. Die Öffnungszeiten sind Montag und Mittwoch von 16 bis 19 Uhr, Dienstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Donnerstag von 10 bis 13 Uhr sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr. An jedem dritten Sonntag im Monat hat das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An diesem Tag wird um 14.30 Uhr eine kostenfreie Führung durch die Ausstellung angeboten.

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