Die Schule des Dolce Vita

Eine „Sweet Arts“-Akademie für Aschheim

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Bürgermeister Thomas Glashauser als „Eismacher“.

Stracciatella, Vanille, Pistazie — jeder Zungenschlag schmeckt ein wenig nach Kindheit, nach verspieltem Leichtsinn und Geborgenheit. Könnte man dieses Gefühl nur für immer festhalten. Oder besser noch: selbst kreieren. Die Casa Optima, die internationale Schule für „Sweet Arts & Innovation“ der MEC3-Company mit Sitz im italienischen San Clemente macht genau das möglich.

Nicht mehr aber nur in Miami, Dubai, Sao Paolo, Hong Kong oder Budapest, sondern neuerdings auch im urig- bayerischen Aschheim, dem ersten deutschen Unternehmenssitz. Ob für den Eisdielen- betreiber, Konditor, Barista, Barkeeper oder einfach nur Eisliebhaber — ab sofort wird an der Ismaninger Straße 7 „La Dolce Vita“, das „süße Leben“, gelehrt. Aus gutem Grund. „Nach Italien ist Deutschland unser wichtigster Eismarkt“, so Casa Optima-Presseprecherin Annalisa Carnio. Bürgermeister Thomas Glashauser schmeckt das ganz besonders: „Welche Gemeinde kann schon von sich behaupten, eine Eisschule zu haben?“

Und Vito Ciniero, Geschäftsführer von Casa Optima Deutschland, sagt ihm sogar schon eine gewinnbringende Zukunft voraus: „Wir hatten letztes Jahr einen Spitzenumsatz. Da springt etwas für Sie heraus, Herr Bürgermeister.“ Noch mehr springt allerdings für die Sweet-Arts-Schüler selbst heraus. Original italienisches Gelato will schließlich gelernt sein: „Eis machen ist nicht einfach nur irgendwelche Zutaten zusammenpanschen. Eis machen ist Akzente setzen“, verrät Enricco Ciapetti, Gelato Master Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und diese cremigen Akzente werden in der Theorie und Praxis des Kurses „Speiseeisherstellung“ vermittelt.

Doch welche Lehrmethode könnte den Anforderungen des anspruchsvollen Eishandwerks nun am besten gerecht werden? Casa Optima setzt auf die one-to-one-Strategie, kleine Lerngruppen mit individuellen Arbeitsplätzen für maximal zwölf Teilnehmer. „Der Schüler soll sich als Teil der Casa Optima-Familie fühlen“, erklärt Carnio.

Und weil „La Dolce Vita“ weit mehr als nur Eis ist, macht die Casa Optima auch fit für die Konditoreiproduktion, professionelle Dekoration und Getränkekultur mit Kaffeespezialitäten, Cocktails und Smoothies. Ebenfalls auf dem Lehrplan: Marketing. „Wer Eis machen kann, muss es auch vermarkten können“, sagt Carino. Bevor aber schon an die Werbung gedacht wird, soll die „Schulküche“ erst einmal eingesüßt werden. Für den Einstand etwas Leichtes: Haselnuss- und Joghurteis. Mit den Profitipps der Gelato Masters und den typisch italienischen XXL-Kochmützen auf dem Kopf wird abgewogen, gemischt, geknetet und gerührt. Und plötzlich fühlt es sich im Casa Optima gar nicht mehr wie in Aschheim an. Rhythmisches „andiamo“ und „avanti“, ausladende Gesten, ausdrucksstarke Mimik — die bayerische Gemeinde hat sich in das bunte Treiben auf einer italienischen Piazza verwandelt. Selbst der Bürgermeister wird zum Eis- macher. Mit vollem Körpereinsatz rührt sich Thomas Glashauser zu seiner wahrscheinlich ersten selbst gemachten Kugel Eis. Trifft sich gut, dass sich das Wetter auch Mitte Oktober nochmal von seiner Schokoladenseite zeigt. 

Alexandra Kraus

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