Aschheim hebt die Müllgebühren drastisch an

Die Müllgebühren in Aschheim steigen drastisch. Die Anlieferung am Wertstoffhof aber bleibt kostenlos.
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Die Müllgebühren in Aschheim steigen drastisch. Die Anlieferung am Wertstoffhof aber bleibt kostenlos.

Die Gemeinde Aschheim hebt die Müllgebühren deutlich an. Ein Preisanstieg, der auch die Ratsmitglieder überraschte.

Das Auf und Ab der Aschheimer Müllgebühren hat zwei Ursachen: Eine aufgelaufene Überdeckung in Höhe von rund 830.000 Euro vor vier Jahren, worauf der Rechnungsprüfungsverband aufmerksam machte, und eine erhebliche Preissteigerung auf dem Müllverwertungssektor innerhalb der letzten vier Jahre. Dies müsse deutlich kommuniziert werden, so die Gemeinderäte.

Die kommunale Müllbeseitigung soll eine kostendeckende Einrichtung sein. Dabei darf die Kommune keinen Gewinn – keine erhebliche Überdeckung – erwirtschaften, aber auch keinen Verlust. „Eigentlich sind die neuen Müllgebühren nur etwas höher als vor vier Jahren“, stellte CSU-Rat Rolf Dettweiler fast beruhigt fest. 2014 kostete eine 40 Liter Mülltonne jährlich 85,56 Euro, ab 2017 nur noch 48 Euro und ab dem 1. Januar 2021 nun 88 Euro jährlich. Ähnlich ist der Gebührenverlauf bei der 1100 Liter Tonne, die ein Leihgefäß ist und 14-tägig geleert wird. 2014 kostete die Leerung 1922 Euro, dann 978 Euro und jetzt 1952 Euro.

Müllgebühren werden in der Regel alle vier Jahre neu kalkuliert. Dabei fließen neben der Abholung des Rest- und des Bio-Mülls auch die Kosten am Wertstoffhof mit ein. Hier haben Ascheimer Bürger die Möglichkeit, ihre Sachen kostenlos abzugeben. Dies bedeutet für Aschheimer einen Vorteil gegenüber den Bürgern anderer Gemeinden.  In vielen Kommunen ist es üblich, Abfälle extra zu bezahlen, die am Wertstoffhof abgegeben werden können.

Dass bis 2017 eine derartige Überdeckung in Höhe von 827.000 Euro im Bereich der Müllentsorgung in der Gemeinde Aschheim entstanden ist, kann durch verschiedene Ursachen begründet sein; beispielsweise durch die damals höheren Papier- und Schrott-Erlöse oder durch günstigere Kosten für die Bio-Müllverarbeitung. Die Verwaltung gab bekannt, dass die Verwertungskosten beim Bio-Müll um 40 Prozent, beim Sperrmüll gar um 50 Prozent und beim Holzabfall um satte 100 Prozent gestiegen sind. Das hat die Ausgabenseite der kommunalen Müllbeseitigung erheblich in die Höhe getrieben. Auf der Einnahmenseite musst man erheblich gesenkte Preise für Altpapier und Schrott hinnehmen. Den Ausgleich müssen nun die Bürger aufbringen. ar

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