Naturschützer vor Ort

Die Landesgartenschau Kirchheim unter der Lupe

Die Kirchheim 2024 GmbH hat Vertreter des Bund Naturschutz, des Landesbundes für Vogelschutz und des Vereins IG Wall gemeinsam mit den Planern des Landschaftsarchitekturbüros SINAI aus Berlin und der örtlichen Bauleitung zu einem „Vor-Ort-Termin“ eingeladen.
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Die Kirchheim 2024 GmbH hat Vertreter des Bund Naturschutz, des Landesbundes für Vogelschutz und des Vereins IG Wall gemeinsam mit den Planern des Landschaftsarchitekturbüros SINAI aus Berlin und der örtlichen Bauleitung zu einem „Vor-Ort-Termin“ eingeladen.

Der Spatenstich für den Ortspark zur Landesgartenschau 2024 in Kirchheim steht zwar erst kommenden September an, doch die Vorentwurfsplanung ist bereits in vollem Gange.

Im Vorfeld der notwendigen Rodungsarbeiten hat die Kirchheim 2024 GmbH (Gesellschaft zur Durchführung der Landesgartenschau 2024 in Kirchheim) die Mitglieder der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Aschheim-Feldkirchen-Kirchheim, des Landesbunds für Vogelschutz Kirchheim und des Vereins IG Wall zu einer Vor-Ort-Begehung mit dem Planungsbüro SINA aus Berlin, der örtlichen Bauleitung und der ökologischen Baubegleitung eingeladen.

Schon im Herbst hat die Kirchheim 2024 GmbH einen intensiven Austausch mit den Vertretern der genannten Vereine gestartet, mit dem Ziel, die Umweltschützer vor Ort direkt in die Planungen mit einzubeziehen. Beim Vor-Ort-Termin ging es konkret um die Wegachsen in den Sphären „Wald“ und „Wildnis“. Die Planer und die Gemeinde legen großen Wert darauf, möglichst viele Bäume zu erhalten. „Jeder Baum, der in der Sphäre ,Wald‘ für die Wegachse in Nord-Süd-Richtung gerodet werden muss, wird vorab auf Baumhöhlen und Fledermausquartiere untersucht“, betonte Albert Lang, der den Bau des Ortsparks ökologisch begleitet. „Grundsätzlich ist es wünschenswert, dass alle Bäume mit Höhlen stehen bleiben. Wo das nicht möglich ist, wird pro belegter Baumhöhle ein Ausgleich von zwei Nistkästen geschaffen. Für Fledermausquartiere ist ein Ausgleich von fünf Nistkästen nachzuweisen“, sagte Lang.

Stephan Keck, Aufsichtsratsvorsitzender der Kirchheim 2024 GmbH und Zweiter Bürgermeister der Gemeinde, erklärte, dass auch für „Kirchheim 2030“ regelmäßig Begehungen und Vor-Ort-Termine stattfinden, damit trotz notwendiger Baumaßnahmen möglichst viele Bäume stehen bleiben. „So konnten wir beispielsweise zusätzlich zwei große Linden erhalten, die wir im Rahmen der Großbaumverpflanzungen vom ,Kirchheimer Ei‘ auf das zukünftige Gelände des Ortsparks umgesiedelt haben.“

In der Sphäre „Wildnis“, die zur Landesgartenschau (LGS) westlich des Rathauses entsteht, sollen einzelne (Bestands-)Lichtungen zu Spiel- und Lerninseln werden. „Uns geht es darum, die Bestandsfläche an bestimmten Punkten erlebbar zu machen – aber nicht überall begehbar“, betonte LGS-Geschäftsführer Maximilian Heyland.

Erhalt des Wäldchens

Der Entwurf der Landschaftsarchitekten des Büros SINAI sieht den größtmöglichen Erhalt des Wäldchens ausdrücklich vor. „Für die Jury war das damals ein wichtiges Kriterium für die Wahl dieses Architekturbüros“, erinnerte Heyland. „In der Mehrheit der 21 Entwürfe wäre dieser Bereich nicht erhalten worden.“

Bei den Wegachsen in Ost-West-Richtung, die durch die „Wildnis“ führen, orientieren sich die Planer an den bestehenden Achsen und Wegen. Aufgrund der neuen Wohnbebauung im Rahmen von „Kirchheim 2030“ im Westen ist eine Wegachse in Ost-West-Richtung zwingend erforderlich.

Die Kirchheim 2024 GmbH wird regelmäßig Ortsbegehungen für Natur- und Umweltschützer sowie weitere interessierte Bürger anbieten. Aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen konnte zum aktuellen Vor-Ort-Termin nur ein ausgewählter Personenkreis eingeladen werden.

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