Die Sicherheit geht vor

Benutzungsordnung der Kirchheimer Sportanlagen wird überprüft

Derzeit sind die Kirchheimer Sportanlagen ohnehin gesperrt. Doch um die Sicherheit der Sportler  nach einer möglichen Wiedereröffnung machen sich KSC und SVH schon jetzt Gedanken.
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Derzeit sind die Kirchheimer Sportanlagen ohnehin gesperrt. Doch um die Sicherheit der Sportler nach einer möglichen Wiedereröffnung machen sich KSC und SVH schon jetzt Gedanken.

Sport- und Schwimmhallen, Fitnessstudios sowie weitere Einrichtungen sind während der Corona-Pandemie geschlossen. Für Freizeit- und Profi-Sportler ein herber Schlag – sei es wegen ihrer Gesundheit und auch wegen fehlenden Trainingsmöglichkeiten. Nun gab es in Kirchheim eine Diskussion über die „Individualsportler“, die auf den Anlagen des Kirchheimer SC und SV Heimstetten neben den Trainingsbetrieb der „Vereinssportler“ ihrem Hobby nachgehen möchten.

Das sieht Gemeinderätin Petra Mayr (CSU) problematisch – ist sie doch auch Vorsitzende des Kirchheimer SC. In einem gemeinsamen Antrag mit dem SV Heimstetten an die Verwaltung fordern beide Vereine, „dass die Anlage am Sportpark in Heimstetten und das Sportgelände am Merowinger Hof zu Kernzeiten des Vereinssports nicht für Individualsportler zur Verfügung stehen sollen“. Weiter schreibt Mayr: „Zum Schutz der Mitglieder können die Vereine zusätzliche Maßnahmen wie Maskenpflicht in bestimmten Bereichen beschließen und in Abstimmung mit der Gemeinde in Kraft setzen. Diese Änderung soll den Vereinen erleichtern, die Hygienekonzepte, die von den Verbänden verlangt werden, durchzusetzen. Insbesondere soll die Feststellung der Kontaktpersonen im Falle einer Infektion mit Covid-19 gewährleistet werden.“ Gerade für die meist ehrenamtlichen Trainer sei es schwierig“, so Mayr, „die Situation zu überwachen und die geltenden Hygieneregeln durchzusetzen“.

Bedenken

In der Gemeinderatsitzung stieß der Antrag nicht nur auf Zustimmung. Vor allem die Grünen-Fraktion äußerte Kritik. Dazu Rüdiger Zwarg: „Individualsportler gehen mit großem Abstand ihrer Tätigkeit nach und von ihnen würde weniger Gefahr als vom organisierten Sport ausgehen. Selbst im Alltag ist das Risiko einer Ansteckung größer“, so Zwarg. „Außerdem könnte die Gemeinde eine Maskenpflicht auf der Anlage verordnen“.

Bürgermeister Maximilian Böltl wollte die Situation entspannen: „Die beiden Vereine wollen die Individualsportler keinesfalls ausschließen, sondern nur ihre Sportler schützen“. Böltl schlug vor, dass sich auch Mitglieder während des Vereinstrainings auf der Anlage aufhalten können. Somit würden „bürgerliche“ Individualsportler nicht ausgeschlossen. In einem Punkt waren sich Mayr und Böltl einig: „Hier geht es um eine Ausnahmesituation und nicht um eine Dauerregel.“

Das sah Michaela Harlander (SPD) ebenso. Nach ihrer Erfahrung halten sich auf Sportplätzen oft Personen auf, die mit dem Geschehen auf dem Platz nichts zu tun haben. „Man bräuchte viele Personen, die die Einhaltung der Vorschriften überwachen und das können die Vereine in der aktuellen Situation nicht leisten.“ Dem stimmte Petra Mayr zu: „Sie können nicht alle Anwesenden dokumentieren, um festzustellen, wer Vereinsmitglied, Individualsportler oder nur zufällig auf dem Gelände ist.“

Als weiterer Vorschlag wurde die Veröffentlichung der Trainingszeiten in den Kirchheimer Mitteilungen erörtert, damit sich die Individualsportler danach richten können. Auf die Frage, wann hauptsächlich trainiert wird, gab Petra Mayr ein Zeitfenster von 17 bis 19.30 Uhr an. Das war weniger, als die meisten Gemeinderäte erwartet hatten. Einstimmig beschlossen sie, die Verwaltung prüfen zu lassen, inwiefern die Benutzungsordnung der Sportanlagen entsprechend geändert werden kann. Gerhard Fuhrmann

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