Wenigstens der ALB ist weg

Quarantäne in Feldkirchen endlich aufgehoben

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) gilt in Feldkirchen auch Dank ihm jetzt als ausgerottet: ALB-Spürhund Franzi beim Einsatz in Feldkirchen.
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Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) gilt in Feldkirchen auch Dank ihm jetzt als ausgerottet: ALB-Spürhund Franzi beim Einsatz in Feldkirchen.

Jetzt ist es amtlich. In Feldkirchen sind zum 1. Januar die Quarantänebestimmungen wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) beendet worden.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg (AELF) haben den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) in Feldkirchen zusammen mit den Bürgern und der Gemeinde in einem gemeinsamen Kraftakt erfolgreich bekämpft: Die Quarantänezone Feldkirchen konnte zum 1. Januar aufgehoben werden. Die verantwortlichen Behörden, Kommunen und Firmen haben in enger Kooperation mit den Bürgern die Maßnahmen des EU-Durchführungsbeschlusses 2015/893 konsequent umgesetzt.

Als der LfL im Oktober 2012 ein Asiatischer Laubholzbockkäfer gemeldet wurde, war noch nicht absehbar, welches zeitliche und räumliche Ausmaß die Bekämpfungsmaßnahmen gegen den ALB in Anspruch nehmen würden. Zudem war Feldkirchen der zweite Fundort in Bayern, nach Neukirchen im Landkreis Passau. Der ALB konnte sich bereits vor seinem Fund einige Jahre unentdeckt ausbreiten. Die in und um Feldkirchen vorhandenen Gehölzstrukturen, wie etwa Autobahnbegleitgrün und einzelne Gehölzinseln in landwirtschaftlichen Flächen, begünstigten eine Ausbreitung über weite Entfernungen. Diese Faktoren begründen, warum die Quarantänezone Feldkirchen mit 3128 Hektar, darunter 74 Hektar Waldflächen, die größte in Bayern war. Im Zuge der Bekämpfungsmaßnahmen mussten bei 114 Grundstückseigentümern in insgesamt neun Fällungen Gehölze und Bäume entnommen werden, es wurden insgesamt sechs Allgemeinverfügungen erlassen.

Die letzten Larvenfunde waren im Sommer 2016 an mehreren Ahornbäumen am De-Gasperi-Bogen in Riem. Seither haben die intensive Überwachung vom Boden mittels Ferngläsern, der ALB-Spürhunde-Einsatz, das Kronenmonitoring mit Baumkletterern sowie die aufgehängten Pheromonfallen und aufgestellten Fangbäumen keine weiteren Anzeichen des ALB ergeben. Das Vorkommen des ALB in Feldkirchen kann damit als ausgerottet gelten. Alle Auflagen der Allgemeinverfügungen der LfL und des AELF Ebersberg endeten daher mit Ablauf des 31. Dezembers 2020.

Seit dem Erlass des EU-Durchführungsbeschluss im Jahr 2015 auf dessen Grundlage die bundesweit geltende Bekämpfungs-Leitlinie des Julius Kühn-Institutes beruht, hat sich gezeigt, dass eine konsequente Umsetzung der Bekämpfungsmaßnahmen unverzichtbar ist. Gegenüber Feldkirchen war die Laufzeit der jetzt ebenfalls aufgehobenen Quarantänezonen deutlich kürzer.

Dank an die Bürger

Die LfL und das zuständige AELF bedanken sich ganz ausdrücklich bei allen beteiligten Bürgern für ihr Verständnis zu den nicht ganz leichten Eingriffen und Beschränkungen. Genau diese Mitwirkung hat zusammen mit der erfolgreichen Zusammenarbeit von Kommunen, Ämtern, Waldbesitzern und Unternehmen die erfolgreiche Bekämpfung und letztendlich die Ausrottung des ALB ermöglicht.

Die LfL und das AELF möchten allen von den Quarantänemaßnahmen betroffenen Bürgern einen Überblick über die geleistete Arbeit geben. Sie planen eine gemeinsame Abschlussveranstaltung zusammen mit der Gemeinde Feldkirchen. Diese wird in Abhängigkeit von der Corona-Pandemieentwicklung voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal 2021 stattfinden und rechtzeitig in den Medien angekündigt.

Mitarbeiter der LfL werden in den nächsten Monaten die aufgelöste Quarantänezone abwickeln und stehen weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.

Weitere Infos zum ALB sind im Internet auf der Homepageunter www.lfl.bayern.de/alb/ zu finden. Für Fragen oder Meldungen von Verdachtsfällen stehen die Mitarbeiter unter Telefon 08161/715730 oder per E-Mail an ALB@LfL.bayern.de zur Verfügung.

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