Feldkirchner Bürger haben das Wort

Bürgerversammlung: Darüber diskutiert die Gemeinde Feldkirchen am 23. Oktober

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Bürgermeister Werner van der Weck.

Die Feldkirchner Bürgerversammlung findet am Mittwoch, 23. Oktober, ab 19 Uhr im Rathaus am Rathausplatz 1, Eingang Kirchenstraße, statt. Dazu sind alle Feldkirchner Bürger eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Bürgermeisters Werner van der Weck sowie die Aussprache.

Den Bürgermeister wird den derzeit 7584 Feldkirchner Einwohnern einiges zu berichten haben. Schließlich hat sich seit der letzten Bürgerversammlung einiges getan. Leider nicht nur Erfreuliches. Zu den den negativen Themen gehören etwa die Bäume und der Trockenstress. Denn die häufigen und immer länger anhaltenden Trockenphasen und Hitzeperioden der letzten Jahre setzen ihnen sehr zu. Bei vielen Bäumen ist der Trockenstress an den kahlen Kronen mit den abgestorbenen Ästen gut sichtbar. 

Besonders Birken und Bergahorne leiden unter dem geringen Niederschlag und den langen Hitzeperioden. In den letzten Jahren und auch in diesem Jahr mussten deshalb wieder viele Birken in der Gemeinde gefällt werden. Besonders die Straßenbäume mit geringem Standraum leiden noch stärker darunter, so dass auch hier viele Bäume gefällt werden mussten — und das in einer Gemeinde, deren Grün schon massiv unter den Folgen des Befalls mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer zu leiden hatte. Bei der Nachpflanzung achtet die Gemeinde angesichts der aktuellen Entwicklung besonders darauf, mehr und mehr „trockenheits-

tolerantere“ Baumarten wie Feldahorn, Gingko, Hopfenbuche und Zelkove zu pflanzen. Zusätzlich wird nächstes Jahr ein Versuch mit sogenannten Baumwasserspendern gestartet. Dabei werden spezielle Taschen um die Bäume befestigt und mit Wasser gefüllt, welches über einen Zeitraum von mehreren Stunden in den Boden versickert. Damit soll eine bessere Bewässerung in den heißen Perioden gewährleistet werden (HALLO berichtete). 

Besonderes Augenmerk richtet die Gemeinde aber auch auf ein anderes Umweltprojekt. Denn als Beitrag zum Arten- und Insektenschutz wird in der Gemeinde Feldkirchen verstärkt darauf geachtet, dass Grünflächen, Grünstreifen und Straßenbegleitgrün nicht mehr so häufig gemäht werden. Damit wird Gräsern und Blumen die Möglichkeit zum Blühen gegeben, um somit den Insekten als Nahrungsquelle zu dienen. Zusätzlich wurde spezielles Saatgut auf ausgewählten Flächen ausgebracht, um den Anteil an blühenden Pflanzen weiter zu erhöhen. 

Da das Gelingen dieser Maßnahmen von vielen Faktoren abhängt und ein Erfolg von vornherein nicht garantiert werden kann, bittet die Gemeinde um Verständnis, wenn manche Flächen nicht wie gewohnt „ordentlich“ aussehen. Doch dass sich dieser Einstaz lohnt, hat sich bereits bewiesen: Für ihr Engagement hat die Gemeinde Feldkirchen vom Bezirk Oberbayern die Auszeichnung „Bienenfreundliche Kommune 2019“ erhalten.

Erfreulich ist derzeit die Entwicklung beim Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB). Zwar besteht der ALB-Quarantänestatus für die Gemeinde Feldkirchen weiterhin. Doch das Monitoring und die Kontrollen haben bisher im Jahr 2019 keine neuen Befunde, Befallsmerkmale oder dergleichen feststellen lassen. Bei weiterer Befallsfreiheit im gesamten Jahr 2020 kann der Quarantänestatus ab dem 1. Januar 2021 aufgehoben werden. Im Jahr 2018 hat die Gemeinde

aufgrund der Quarantänebestimmungen für Monitoring, Kontrollmaßnahmen und Entsorgung über 400 Stunden Arbeitszeit aufgewendet. Insgesamt sind am Wertstoffhof und am Sammelplatz mehr als 33 Tonnen Holz gehäckselt und zur Verbrennung verbracht worden. Bis zum August 2019 wurden bereits mehr als 40 Tonnen Gehölzmaterial gesammelt und gehäckselt. Der dadurch erhöhte Kostenaufwand für die Gemeinde beläuft sich auf durchschnittlich 30.000 Euro pro Jahr.

Weniger positiv ist die Situation bei einem anderen Schädling. Seit rund zwei Jahren verbreitet sich der Buchsbaumzünsler in der Gemeinde Feldkirchen ausgesprochen stark. In diesem Jahr war der Befall besonders schlimm. Das milde und trockene Frühjahr hat die Entwicklung zusätzlich begünstigt. Ein Großteil der Buchsbäume war leider nicht mehr zu retten. Die Gemeinde Feldkirchen verzichtet bewusst auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, da dies aus ihrer Sicht mehr schadet, als Nutzen bringt. Und sie bittet die Feldkirchner Bürger weiterhin, ihre abgestorbenen Buchsbäume über den Häckselplatz am Wertstoffhof zu entsorgen und nicht über die Biotonne.

Die Situation mit dem Riesenbärenklau hat sich gegenüber dem Vorjahr entschärft. Es wurden im Frühjahr wieder zahlreiche Pflanzen gesichtet, bei weitem aber nicht mehr so viele wie die Jahre zuvor. Nach Sichtung von Riesenbärenklau wird dieser so schnell als möglich ausgestochen, um ein weiteres Verbreiten zu verhindern.

Bei der diesjährig erstmals ausgerichteten Klimawoche des Landkreises München war auch die Gemeinde Feldkirchen aktiv mit einer Plogging-Aktion beteiligt. Mit der tatkräftigen Unterstützung des TSV Feldkirchen mit seiner Lauf- und Seniorensportgruppe wurde durch das Gemeindegebiet gejoggt und gelaufen und jede Menge achtlos weggeworfener Müll eingesammelt. Trotz der hohen Sommertemperaturen haben sich jede Menge Sportler auf den Weg gemacht. Für die Zukunft ist eine regelmäßige Ramadama-Aktion im Frühjahr geplant.

Positiv ist die Enwticklung bei der AFK Geothermie. Sie hat derzeit eine Kundenanschlussleistung von über 56 MegaWatt (MW). Diese Leistung hat sich seit dem Jahr 2010 verdoppelt. Im Netzausbau 2019 sind 85 Neuanschlüsse im AFK Geothermie hinzugekommen. Innerhalb des Gebäudes der AFK Geothermie GmbH wird ein vierter Redundanzkessel geplant, der sowohl mit Öl als auch mit Gas betrieben werden kann und eine maximale Leistung von zehn MW haben wird.

Sorgen macht Bürgermeister Werner van der Weck auch der Bereich Abfallwirtschaft. Die Kosten für die Entsorgung von einzelnen Abfallfraktionen sind im letzten Jahr deutlich angestiegen. Die Abschaltung des Kohleblocks im Heizkraftwerk München Nord, voraussichtlich im Jahr 2026, bei welchem der Abfallverbrennungsblock mitangegliedert ist, sei zwar aus umweltpolitischer Sicht zu begrüßen. Hinsichtlich der Entsorgungskosten des Restmülls im dortigen Heizkraftwerk sei aber eher mit einer Erhöhung der Kosten in Zukunft zu rechnen.

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