Heuer mal an frischer Luft

Aschheimer Bürgerversammlung im Zeichen von Corona

Aschheimer Bürgerversammlung in außergewöhnlicher Form zu außergewöhnlichen Zeiten. Foto: hr
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Aschheimer Bürgerversammlung in außergewöhnlicher Form zu außergewöhnlichen Zeiten. Foto: hr

Luftig und kühl, aber mit guter Akustik fand die alljährliche Aschheimer Bürgerversammlung fast sechs Monate später als üblich statt. Die Maskenpflicht während des Unterrichts in der Grundschule wurde heftig kritisiert. Die veränderten Gruppeneinteilung im Hort sorgte für Unverständnis und Unmut. Aber auch die vermeintliche Ungleichbehandlung zwischen dem Erwachsenen-Sport der Volkshochschule und der Sportfreunde Dornach kam mehrfach zur Sprache

Rund 50 Bürger hatten am Freitagnachmittag in der Halle des Eisstock-Clubs Aschheim auf Bierbänken Platz genommen, die die Bauhofmitarbeiter in gehörigem Abstand aufgestellt hatten. Bürger, Bürgermeister wie auch der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger – letzterer sogar mit Mund-Nasen-Schutz – waren dank der Sprechanlage gut verständlich. Es war die gleiche Sprechanlage wie im Feststadl, wo es allerdings hallt und die Ratsmitglieder teils nur schlecht zu verstehen sind.

Insbesondere Mütter, deren Kinder in der Keltengrundschule unterrichtet werden, beschwerten sich, dass die kleinen Zwegerln Masken tragen müssten. Dies sei in München, aber auch von Landrat Niedergesäß im Landkreis Ebersberg gekippt worden. Aktuell zur Bürgerversammlung seien gerade einmal sieben Infizierte in der Gemeinde Aschheim. Hier sahen die Mütter zwischen Maßnahme und Infektion keine Verhältnismäßigkeit. Bürgermeister Thomas Glashauser und Otto Bußjäger warben um Verständnis für die Anordnung. Sie selbst müssten sich mit ihren Familien daran halten, was nicht leichtfalle, wie Glashauser berichtete. Tränen habe es gegeben, da die Firmungsfeier seiner Tochter in vier Einheiten geteilt werden musste. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch im Landkreis Ebersberg nicht alle der Meinung von Landrat Niedergesäß sind und man dies in verschiedenen Gremien hinterfragt.

Kritik an später Information

Dass Maßnahmen gegen die Verbreitung der Pandemie ergriffen werden müssen, dafür hatten die Mütter durchaus Verständnis. Dass aber die Änderungen der Gruppeneinteilung im Hort nur sehr spät bis gar nicht aus den einzelnen Gruppen den Eltern gemeldet wurden, wurde scharf kritisiert. Jetzt kämen Geschwister in eine Gruppe, die zuvor hätten nicht zusammenkommen dürfen. Andere Geschwister seien nicht zusammen in eine Gruppe kommen. Viertklässler seien aus der einen Gruppe herausgenommen worden, andere Viertklässler seien nachgerückt. Nein, das müsse sich ändern.

Ein Bürger forderte mehr Kontrollen beim ruhenden Verkehr im Viertel der Aschheimer Partnerstädte. Insbesondere die Lkws nähmen hier überhand.

Großen Raum nahmen die Vertreterinnen der Sportfreunde Dornach ein. Der Verein hat zwar die Möglichkeit, eine Halle zu nutzten, doch sieht man derzeit im Vhs-Erwachsenen-Sport-Angebot eine Konkurrenz, weil die Volkshochschule den Bürgern mehr Möglichkeiten bieten könne. Aktuell wanderten Vereinsmitglieder zur Vhs, worüber man sehr enttäuscht sei. Hier machte Glashauser geltend, dass die Vhs eine öffentliche schulische Einrichtung der Gemeinde sei, der man dies zubillige, weil für Hygienekontrolle die Gemeinde verantwortlich sei, im Gegensatz zu den Vereinen. Für andere Vereine besteht derzeit in Schulturnhallen keine Nutzungsmöglichkeit.

Zuvor hatte Glashauser über die noch positive Lage der Gemeinde berichtet. ar

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