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Da waren‘s plötzlich nur noch zwei

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Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Feldkirchen schien für die Öffentlichkeit die Welt der CSU noch in Ordnung zu sein. Herbert Vanvolsem und Dr. Ulrich Rüßmann waren in der Nähe von Landrat Christoph Göbel (rechts im Bild) zu finden © hr

Vollkommen ungewöhnlich verlief die erste Gemeinderatssitzung im neuen Jahr. Bürgermeister Werner van der Weck informierte den Rat über den Austritt von Reinhard Mulzer, Christian Wurth und Georg Mermi aus der CSU-Fraktion. Damit gehören von 20 Gemeinderäten nur noch zwei der CSU-Fraktion an, drei sind parteilos. Rechtliche Auswirkungen bezüglich der Räte-Vertretung in Gremien der Vhs oder der AFK-Geothermie werden derzeit geprüft.

herweise ein nicht-öffentlicher Teil vorausgegangen, weshalb die Sitzung eine halbe Stunde später begann. Konzentriert folgte dann die Debatte über die Nutzungsänderung im Gewerbegebiet an der Dornacher Straße zu schulischen Zwecken. Anschließend ließ Bürgermeister Werner van der WEck die Bombe platzen: Er habe einen Brief von Reinhard Mulzer erhalten, sagte er. Und: „Ich lese Ihnen diesen vor.“

Dem Brief nach hatte Mulzer bereits beim Neujahrsempfang van der Weck mündlich mitgeteilt, dass er seit dem 1. Januar nicht mehr der CSU-Fraktion angehöre. Wurth und Mermi hätten sich ihm angeschlossen. Als neue politische Heimat gab Mulzer die „Bürgervereinigung Feldkirchen“ an. Diese sei überparteilich und unabhängig. Damit war in der Ratssitzung das Thema beendet.

Mit dem Austritt von Reinhard Mulzer verliert die Feldkirchner CSU-Fraktion ihren Fraktionssprecher. Künftig soll, wie CSU-Ortsvorsitzender und Ratsmitglied Herbert Vanvolsem gegenüber HALLO erklärte, Ulrich Rüßmann CSU-Fraktionssprecher sein. Gemäß der Feldkirchner Geschäftsordnung können bereits zwei Ratsmitglieder eine Fraktion bilden. Da in Feldkirchen nur Gemeinderatssitzungen stattfinden, wirkt sich die Größe der Fraktion nicht auf die Anzahl ihrer Vertreter in Fach-Ausschüssen aus.

Auf Nachfrage erklärte Reinhard Mulzer gegenüber HALLO, „nicht mehr im Einklang mit der Bundes- und Landespolitik der CSU zu sein“. Als weiteren Grund für seine Entscheidung nannte er „die Zusammenarbeit zwischen Ortsverband und Gemeinderatsfraktion“.

Der Zusammenschluss zur „Bürgervereinigung Feldkirchen“, die keine Partei sei, erfolgte zwischen Weihnachten und Neujahr. In der Gruppierung habe sich ein Kreis von zwölf Personen zusammengefunden. „Wir werden für die Belange aller Bürger da sein“, verspricht Mulzer. Nichts habe sich an seiner Einstellung geändert, „dass Feldkirchen ein liebens- und lebenswerter Ort für Jung und Alt ist“.

„Völlig überraschend kam der Austritt“, erklärt dagegen CSU-Ortsvorsitzender Vanvolsem. Erfahren habe er davon einen Tag vor Heiligabend von der Bundeswahlkreis-Geschäftsstelle. „Eigentlich ist es üblich, dass man beim Ortsvorsitzenden seinen Austritt erklärt und man das auch dann nochmal besprechen kann.“

Weder Reinhard Mulzer noch Christian Wurth und Georg Mermi nahmen an jüngsten der Sitzung des Gemeinderats teil. Wurth und Mermi waren als erkrankt gemeldet. Mulzer, so teilt er auf HALLO-Nachfrage mit, hatte er an der nicht-öffentlichen Sitzung teilgenommen, war aber bei der öffentlichen Sitzung anderweitig verhindert. ar

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