Schule, Rathaus, Ruine

Aschheims altem Rathaus droht der Abriss

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Fast bis auf den letzten Platz gefüllt war das Aschhheimer „Kulti“ während der Informationsveranstaltung über den aktuellen Zustand des gut 100 Jahre alten Rathauses, das in seiner Geschichte mehrfach um- und aufgebaut wurde.

Gut 100 Jahre hat das Aschheimer Rathaus auf dem Buckel. Doch jetzt droht ihm der Abriss.

Ein historisch anmutendes Rathaus, dessen Amtsstuben man durch feuerverzinkte Brandschutztüren betreten müsse und in das die Nässe im Keller eindringe, lässt sich in Aschheim nur schwerlich als zeitgemäß deklarieren. Hinzu komme, dass die Gebäudedecken ebenfalls für den Brandschutz ertüchtig werden müssten. Wobei zuvor erst die entsprechende Verbesserung der Statik ausgeführt werden muss. Zudem müssten die Leitungen erneuert werden. Alle Argumente, die einen Neubau sinnvoller erscheinen lassen, wurden am Informationsabend im Aschheimer „Kulti“ von Experten dargelegt. Über Kosten sprach man nicht. Aber in Aschheim sprudeln die Gewerbesteuern. Nicht zuletzt legte man die unzumutbare Beförderung der schweren Papier-Akten zwischen dem Altbau und dem östlichen, fast doppelt so großen Anbau des Rathauses in die Waagschale. Und das, obwohl per Verordnung ab 2019 generell E-Gouvernement in den Amtsstuben gepflegt werden sollte.

Ein Besucher sah die Situation so: „Wer Geld hat und baut ein altes Haus um, ist dumm.“ Bürgermeister Thomas Glashauser beteuerte, dass auf seiner Agenda für die erste Amtsperiode kein Rathausneubau stand.

Zu den wenigen Befürwortern des Rathauserhalts gehörte Roland Rotter, der im heutigen Rathaus, das ursprünglich ein Schulhaus war, seit 1966 zunächst als Lehrer und später als Rektor tätig war, bis man die Keltengrundschule errichtete. Er und seine Schüler seien sich der drohenden Gefahren nie bewusst gewesen, konstatierte er. Auch Altbürgermeister Helmut J. Englmann war in diesem Gebäude zuerst Schüler, später 30 Jahre lang Aschheimer Bürgermeister. Er skizzierte, wie das bestehende Gebäude saniert und der notwendige Raumbedarf für die Verwaltung auf dem kürzlich erworbenen südlichen angrenzenden Grundstück realisiert werden könnten. Englmann forderte vom Ratsgremium eine Prüfung zum Erhalt des alten Rathauses. Für den Erhalt sprach sich eine Bürgerin aus, da sie die Abfallmassen und Entsorgungskosten für problematisch hielt. Die Mehrheit der Anwesenden signalisiert hingegen keinen Widerstand gegen den Abriss des alten Rathauses.

Bürgermeister Thomas Glashauser will am morgigen Donnerstag einen Grundsatzbeschluss über das weitere Vorgehen im Gemeinderat fassen lassen: Neubau oder Sanierung steht auf der Tagesordnung. Damit wäre die Englmannsche Vision und Prüfung bereits Geschichte. 

ar

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