Aschheimer Snowboarder Patrick Bussler holt Edelmetall in Südkorea

Aus zwei mach eins

Die Lösung, die die Familie Bussler und der Verein fand, klingt angesichts der gewohnten „Materialschlachten“ im Profisport archaisch: Sie setzten aus alten ausgeschlachteten Schuhen von Patrick und seinen Brüdern zwei Schuhe zusammen, die sogar noch etwas steifer waren als seine alten. Nachdem noch Schuhwinkel und Bindung an die Schuhe angepasst waren, fühlte er sich sehr bald wieder gewohnt sicher zwischen den Flaggen. Allerdings hatte er noch keine Rennpraxis mit den neuen alten Schuhen, also startete er bei der Weltmeisterschaft in Südkorea eher vorsichtig in die erste Qualifikation zum Parallelriesenslalom und fuhr trotzdem die viertbeste Zeit. Durch den weichen Schnee wurde die Piste schnell immer tiefer, wie die erreichten Zeiten belegen, und als Patrick dann mit gewohnter Dynamik in die zweite Qualifiktion startete, brach das Gelenk in Patrick’s Schuh – aus der Traum. Früher hatte Bussler bei Weltmeisterschaften und der Olympiade immer Probleme durch seine Nervosität, umso bewundernswerter war es, wie er diesmal dem Druck standhielt, als er am darauf folgenden Tag im Slalom antrat. Da schwierigste Pistenverhältnisse wie dieses Jahr in Korea noch nie Patricks Problem war, schaffte er auffallend sicher mit der viertbesten Zeit nach zwei Qualifikationsläufen den Sprung ins Finale. Im Achtelfinale schaltete er den Slowenen Zan Kosir souverän aus, im Viertelfinale hatte Bussler dann den Kanadier Matthew Morison ebenso sicher im Griff. Im Halbfinale traf er auf seinen alten Angstgegner Benjamin Karl, den er wieder einmal nicht bezwingen konnte. So musste er im kleinen Finale wieder gegen den Slowenen Rok Flander antreten und wieder waren sie im ersten Run fast gleichauf. Im Rerun setzte er dann mit seiner Dynamik den Slowenen wie schon in Holland so unter Druck, dass er ihn zu Fehlern zwang und Rok abgeschlagen ins Ziel kam: Bronze für Patrick, der damit die erste Snowboard-Medaille für Deutschland in diesem Winter holte. Wer ihn live erleben will, kann das am 31. Januar am Waldkopf im Sudelfeld tun. Dort findet der einzige deutsche Weltcup statt. Mitfahrgelegenheit im Vereinsbus des FC Aschheim ist möglich, um Patrick die Daumen zu drücken. “ – A.S. –

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