Ganz Ohr für Ortsgeschichte

Aschheimer Hörpfade

Der Bayerische Volkshochschulverband will unter dem Motto „Regionen sprechen für sich“ sogenannte Audioguides in allen bayerischen Gemeinden etablieren. Auch Aschheim hat sich an dem Projekt beteiligt. Auf der Internetseite der örtlichen Vhs kann man die Hörstücke bereits abrufen.
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Der Bayerische Volkshochschulverband will unter dem Motto „Regionen sprechen für sich“ sogenannte Audioguides in allen bayerischen Gemeinden etablieren. Auch Aschheim hat sich an dem Projekt beteiligt. Auf der Internetseite der örtlichen Vhs kann man die Hörstücke bereits abrufen.

Innerhalb von eineinhalb Stunden die griechischen Göttin Athene treffen, einem bischöflichen Begräbnis beiwohnen und „Wiggerls“ Erzählung der 300-jährigen Schulgeschichte der Keltengrundschule zuhören – das gelingt nur in Aschheim! Grund: Dort gibt es nun sogenannte Hörpfade.

Die Volkshochschule stellt auf ihrer Internetseite unter www.vhsolm.de ab sofort acht sogenannte Hörstücke vor, die von Bürgern im Rahmen des Vhs-Angebots „Hörpfade-Bayerische Regionen sprechen für sich“ geschaffen wurden.

Vhs-Leiterin Carmen Stahl ist begeistert, dass sich „die Aschheimer Bürger im vergangenen Jahr engagiert und ideenreich an diesem Hörpfad-Projekt beteiligt“ hätten. Mit den so geschaffenen Hörpfaden sei ein Stück Zeitgeschichte dokumentiert worden.

Gleicher Ansicht ist Dr. Alexandra Hessler, die das Projekt leitete. Ein Hörstück zu erstellen, sei nämlich keine ganz einfache Aufgabe: „Voller Enthusiasmus waren die Teilnehmer, manche sind geradezu vorgeprescht, wenn es darum ging, die Ideen schnell umzusetzen“, erinnert sie sich. Idee und Text alleine hätten aber nicht ausgereicht, um das Projekt zu verwirklichen: „Die Geräuschkulissen müssen stimmig sein, damit der Spannungsbogen aufgebaut werden kann. Obendrein kommt dazu, dass das Hörstück ein Zeitlimit nicht überschreiten darf, da sonst der Bayerische Rundfunk, der das Projekt unterstützt, dies nicht senden kann.“

Heimat- und Sachkunde einmal anders

Das Autoren-Team der Hörpfade, zu dem Melita Amend, Petra Breuer, Alt-Bürgermeister Helmut Englmann, Claudia Fischer, Georg Hornburger, Rosemarie Peter, Harald Pfretzschner, Anja Pütz, Katharina Ruf und Sonja Schaller gehörten, wurde von zahlreichen weiteren Akteuren unterstützt; wie Komparsen beim Film steuerten sie Geräusche, Stimmungen oder Stimmen für die einzelnen Aufnahmen bei.

Voller Begeisterung erzählt beispielsweise die zehnjährige Kelten-Grundschülerin Magdalena von den Aufnahmen für die Schulgeschichte; Schul-Maskottchen „Wiggerl“ unterhält sich dabei mit fünf Schülern über die KeltenGrundschule. „Im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts haben wir uns mit dem Projekt befasst. Nachdem wir für die Rollen rausgesucht waren, haben wir uns daheim in den Text eingelesen und es vor der Klasse aufgeführt“, erinnert sich Magdalena. „Das hat allen gefallen. Es war etwas Neues“, berichtet die Zehnjährige. Unterstützt wurden die Kinder bei ihrer Aufnahme von Lehrerin Michaela Waffler sowie der Autorin Petra Breuer.

Das gute Gelingen der Hörstücke sieht Projektleiterin Hessler auch im Umgang mit den Teilnehmern begründet. Statt in Oberlehrer-Manie das Wissen weiterzugeben, bringe man den Teilnehmern und deren Engagement ehrliche Wertschätzung entgegen. „So entsteht auch eine Lust nach mehr“, glaubt sie.

Abgesehen von der Internetseite der Vhs sollen die Hörpfade bald auch vor Ort erlebbar sein. Schilder mit sogenannten QR-Codes sollen an den historischen Plätzen im Gemeindegebiet befestigt werden, so dass jeder Besucher sich die Hörstücke mit seinem Handy vor Ort herunterladen kann. 

ar

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