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Aschheimer Gemeinderat diskutiert über Änderung des Flächennutzungsplans

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Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser will die Nahversorgung der Bürger im Norden der Gemeinde sichergestellt wissen.
Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser will die Nahversorgung der Bürger im Norden der Gemeinde sichergestellt wissen. © kn

Die Kommune mit der längsten gemeinsamen Gemeindegrenze zu München wächst stetig. In seiner Sitzung am Donnerstag, 28. September, wird der Aschheimer Gemeinderat daher über die 40. Änderung des Flächennutzungsplanes entscheiden und damit die Basis zur Errichtung eines neuen Vollsortimenters südlich der Jedovnicestraße schaffen.

Wer Wohneigentum erwirbt, achtet im Regelfall auch darauf, in welchem Umfeld seine Immobilie sich befindet. Für die Anwohner der Jedovnicestraße, die bislang davon ausgingen, in einem ruhigen Wohngebiet im Osten Aschheims zu leben, dürfte sich in den kommenden Jahren jedoch einiges ändern. Die bislang in dem Bereich geltende Wohnbebauung soll nun nämlich mit der 40. Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich der Einmündung zur Feldkirchner Straße zu einem Sondergebiet für Einzelhandel werden.

Der Grund: Die Gemeinde benötigt rund 9100 Quadratmeter Fläche, um den geplanten (und gewünschten) 85 Meter langen und 40 Meter breiten Gebäudekomplex für einen Rewe-Supermarkt unterzubringen. Da der geplante sogenannte Vollsortimenter 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche erhalten soll – aktuell eine durchaus gängige Größe bei neu zu errichtenden Märkten – muss die Gemeinde ein Sondergebiet anstelle eines einfachen Gewerbegebiet ausweisen.

Darüber regt sich allerdings schon seit Monaten Unmut in der Gemeinde (HALLO berichtete). Zwei Unterschriftenlisten mit insgesamt gut 200 Unterschriften von Aschheimer Bürgern sollten die Gemeinderäte veranlassen, der Änderung nicht zu zustimmen.

Der Aufruf zu der Unterschriftenliste erinnerte schnell an Aufrufe zu anderen Bürgerentscheiden. „Nein – zur Umwandlung von wertvollem Wohnbaugebiet in ein Sondergebiet“, „Nein – zum Anwachsen des Lkw-Verkehrs durch die Anlieferung an sieben Tagen“, „Nein – zu 4557 Quadratmetern Ausgleichsfläche im Landkreis Dachau“, „Nein – zur drohenden Unterversorgung in nördlichen Aschheim“ und „Nein – zu weiteren Einzelhandelskomplexen, da Aschheim bereits überversorgt ist“: Im Bauausschuss waren die Ratsmitglieder nicht zu überzeugen.

Noch – und dies soll nach Aussage von Rewe bis 2031 gelten – besteht der Rewe-Markt in der Saturnstraße, erklärte Bürgermeister Thomas Glashauser im Bauausschuss. Damit wäre eine echte fußläufige Nahversorgung fürs nördliche Aschheim, das mit seinen Neubaugebieten nun fast schon bis zum Abfanggraben reicht, gewährleistet.

Markt-Überversorgung im Süden 

Was aber geschieht, so fragten sich die Ausschussmitglieder, wenn der bestehende Rewe-Markt in der Saturnstraße nicht nur als City-Markt verkleinert wird, sondern doch aufgelöst wird? Wie stark wird sich dann der innerörtliche Quell-Ziel-Verkehr zum Einkaufen auswirken? Eine rechnerisch nachgewiesene Überversorgung, die sich aktuell im Aschheimer Süden konzentriert, dürfte keine Abhilfe gegen das zusätzliche Verkehrsaufkommen schaffen. Rechtlich möglich ist es, Ausgleichsflächen auch außerhalb der Kommunen, in der das Bauareal sich befindet, anzulegen, erklärte die Verwaltung. Doch die Aschheimer Bevölkerung ist verwöhnt, wenn man gelungene Parkanlagen – wie das Helenental dank Frachtpostzentrum und den Süd-Westpark mit See und Geschichtssäule dank „Möbler“, wie Altbürgermeister Helmut Englmann zu sagen pflegte – betrachtet.

Die Entscheidung liegt daher nun allein beim Gemeinderat, der mit seinem Beschluss am kommenden Donnerstag, 28. September, mit der Flächennutzungsplanänderung die Weichen für die Zukunft stellen wird. Eine Entscheidung durch die Bevölkerung kann dann nur bei ausreichendem Quorum für einen Bürgerentscheid möglicherweise stattfinden.

Die Sitzung beginnt am 28. September um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses an der Ismaninger Straße 8. 

ar

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