Räume für das neue Rathaus

Ratsbeschlüsse in Aschheim auf Eis gelegt – Um ein Exempel zu statuieren?

Das alte Aschheimer Rathaus ist verwaist, die Gemeindeverwaltung arbeitet derzeit in einem Bürogebäude an der Saturnstraße.
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Das alte Aschheimer Rathaus ist verwaist, die Gemeindeverwaltung arbeitet derzeit in einem Bürogebäude an der Saturnstraße.

Aschheim – Nicht zum ersten Mal haben die Freien Wähler Aschheim im Gemeinderat beantragt, die Beschlüsse zum Abriss des alten Rathauses und zum Bau eines neuen Rathauses an der Ismaninger Straße aufzuheben. Was von der Mehrheit des Gemeinderates in der vergangenen Legislaturperiode abgelehnt wurde, sollte in der jüngsten Ratssitzung mit neuen Mehrheiten beschlossen werden. Doch jetzt liegen die Beschlüsse erstmal auf Eis.

Aktuell ist Aschheims altes Rathaus verwaist, die Verwaltung ist seit vielen Monaten in einem Bürogebäude in der Saturnstraße 48 untergebracht und die Ratssitzungen finden im Kulti oder dem Festsaal in Aschheim statt. In einem Arbeitskreis wurde von Februar 2019 bis Februar 2020 das Raumkonzept für das neue Rathaus erarbeitet. Dabei wurden keine Kostenschätzung für ein zu realisierende Gebäude erstellt. Ein Architekten-Team zeigte schematisch auf, wie sich die Räumlichkeiten optimal an der Ismaninger Straßen gestalterisch anordnen lassen. Unter gewissen Einschränkungen bei der Raumaufteilung zeigte man sich mit der Darstellung einverstanden, nicht aber mit der möglichen uneingeschränkten Nutzung des Baugrunds. Doch dann kamen die Kommunalwahlen.

Danach hatte sich die Besetzung des Gemeinderates erheblich verändert. Die Mehrheit der ehemaligen Befürworter war zahlenmäßig geschrumpft.

Ingrid Lenz Aktas (SPD) erläuterte auch jetzt, warum die Begründung für die Aufhebung des Gemeinderatsbeschlüsse unrichtig sei. Der erwähnte Euro-Betrag von rund sieben Millionen Euro hätte nur den Ersatz von Alt in Neu betroffen. Nicht berücksichtigt gewesen wären die notwendigen weiteren Räumlichkeiten für die Verwaltung, um den Verwaltungsmitarbeitern ordnungsgemäße Arbeitsplätze zu bieten, auf die sie einen Anspruch haben.

Bernhard Stilling (CSU) seinerseits betonte, dass man Ratsbeschlüsse nicht einfach aufheben könne, da so der Vertrauensschutz und die Verlässlichkeit der Gemeinde beschädigt werden könnten. Ein Einlenken seitens der Freie Wähler-Fraktion war nicht erkennbar. Ob man „ein Exempel statuieren“ wolle, fragte Grünen-Rätin Jacqueline Reddig in Richtung Freie Wähler-Fraktion. Mit Kopfschütteln reagierte man dort. „Für mich schon“, so Reddig knapp.

Stilling unterstrich, er wolle Brückenbau für einen gemeinsamen Beschluss. Doch dann nahm die Freie Wähler Fraktion eine Auszeit. Anschließend mussten die Ratsbeschlüsse nicht aufgehoben werden. Sie werden solange ruhen, bis neue Erkenntnisse zur Rathausplanung vorliegen. Diese sollen jedoch von neuen Planern erstellt werden, dennoch nicht allein von dem durch die Freien Wählern vorgeschlagenen Sachverständigen aus Pullach präsentiert werden. In einer kleinen Ausschreibung soll der Planer ermittelt werden, wie Bürgermeister Thomas Glashauser vorschlug. Stilling betonte, dass dieser Erfahrung haben müsse im beim Bauen im Bestand, Kenntnisse über die Anforderungen für Verwaltungsgebäude und nicht zuletzt sich auch bei Brandschutzangelegenheiten auskennen soll.

ar

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