Ein Kontra dem Krach

Laubbläser – Gemeinde Aschheim prüft Nutzung der lauten Geräte

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Teilweise kommen Laubbläser sogar im Winter zum Einsatz.

Aschheim – Derzeit sind Laubbläser oder Laubsauger, die von Menschen mit Ohrenschützern und Atemschutzmasken betrieben werden, nur selten im Einsatz. „Jetzt ist Zeit zu prüfen“, so die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ingrid Lenz-Aktas. „Inwieweit Aschheim die Nutzung dieser bis zu 112 Dezibel lauten Geräte zu lassen oder gar zum Schutz der Umwelt verbieten könne“, wollte Lenz-Aktas von der Verwaltung geprüft wissen. Ein Verbot wäre nicht nur Lenz-Aktas am liebsten.

Gleich ob der Laubsauger oder der Laubbläser genutzt wird, auf die Umwelt hat dies negative Auswirkungen. Für die Begründung ihres Antrages führte Ingrid Lenz-Aktas Hinweise aus dem Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutz-Ministerium an. Bei dem von den Geräten erzeugten Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometer pro Stunde werden viele Kleintiere wie Insekten, Spinnen gar Würmer eingesaugt. Letztere sind besonders für die Bodenqualität sehr wichtig, heißt es hier.

Gerade für kleine und mittlere Flächen empfehle das Ministerium Besen und Laubrechen, betonte Lenz-Aktas, da diese den motorisierten Geräten aus ökologischen wie auch aus gesundheitlichen Gründen weit überlegen seien. Mit dem Laubbläser werden Feinstaub mit mikrobielle Verunreinigungen wie beispielsweise Bakterien, Viren, Schimmelpilze sowie Blüten- und Gräserpollen aufgewirbelt. Nicht nur für Allergiker eine Tortour.Auch das Bundesumweltministerium, das schon im Herbst 2019 sich entsprechenden Empfehlungen des Umweltbundesamts und des Bundesamts für Naturschutz angeschlossen hatte, verwies auf die negativen Auswirkungen, auch weil zahlreiche Kleintiere wie Igel durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren können. Man betonte, dass die biologische Vielfalt bei der Anwendung von Laubbläsern und -saugern auf nicht versiegelten Flächen negative Auswirkungen haben könne.

Abschließend wollte Bürgermeister Thomas Glashauser nicht sofort ein Verbot von Laubbläsern und -saugern aussprechen, aber in Absprache mit dem Bauhof Lösungen finden und dem Ratsgremium berichten. 

ar

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