Die Natur muss auch weiter Platz zum Atmen haben

Münchner Wohnbaupläne bereiten Sorgen in Aschheim und Dornach

Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk steht vor den Plänen für die Stadterweiterung für 30.000 Einwohner im Münchner Nordosten.
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Münchens Stadtbaurätin Elisabeth Merk steht vor den Plänen für die Stadterweiterung für 30.000 Einwohner im Münchner Nordosten.

Aschheim – Die rot-grüne Münchner Rathauskoalition will die Planungen für die SEM-Nordost vorantreiben. Doch das Vorhaben für in der Größenordnung von 30.000 Einwohnern bereitet auch Sorgen – etwa bei den SPD-Ortsvereinen Aschheim-Dornach und Unterföhring. Sie haben sich deshalb mit einem offenen Brief an die SPD-Stadtratsfraktion gerichtet. 

Zunächst sind die beiden SPD-Ortsvereine erfreut über die erneute Zusammenarbeit mit den Grünen im Münchner Rathaus. Insbesondere in Sachen Mobilität und Umweltschutz „werdet ihr in Zukunft viel mehr erreichen können als mit dem ,Bremsklotz‘ CSU“, heißt es in dem offenen Brief. Doch Sorgen bereitet der SPD Aschheim-Dornach und Unterföhring eine Koalitionsvereinbarung zum Münchner Nordosten. Demnach soll die dort geplante Stadtentwicklungsmaßnahme (SEM) weiter vorangetrieben werden. Wohnraum für 30.000 Einwohner ist derzeit vorgesehen. 

„Die Intention, Wohnraum in München zu schaffen, können wir als Sozialdemokraten nur unterstützen. Gleichwohl sind wir der Meinung, dass bei einer unzureichend geplanten Maßnahme katastrophale Folgen für die Gemeinden Aschheim, hier insbesondere den Ortsteil Dornach, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum betroffenen Gebiet befindet, und Unterföhring zu erwarten sind“, erklärt Kevin Cobbe, Vorsitzender der SPD Aschheim-Dornach. 

Um negative Auswirkungen auf Dornach zu verhindern, erheben die Sozialdemokraten vor Ort drei Kernforderungen. So müsse die notwendige ÖPNV-Infrastruktur bereits geschaffen sein, bevor die ersten Menschen ihre Wohnungen beziehen. „Die Verkehrsbelastung ist bei uns in einigen Bereichen längst unerträglich geworden“, betone Kobbe. Ein unzureichendes Nahverkehrskonzept wäre fatal, wenn dadurch der motorisierte Individualverkehr durch Dornach und über die bereits überlastete Kreisstraße M3 bei Unterföhring geleitet würde. Außerdem fordern die beiden Ortsverbände den Erhalt eines „grünen Bandes“ zwischen der Stadt München und Dornach, „denn sowohl der Mensch als auch die Natur müssen weiterhin Platz zum Atmen haben“. 

Nicht nur für die Bewohner im Umland sei die Natur entscheidend für die Lebensqualität, sondern auch für die künftigen Bewohner des Münchner Nordostens. Sorgen bereitet Kevin Cobbe und seinem Unterföhriger Kollegen Thomas Weingärtner auch die Bürgerbeteiligung. „Wir brauchen neue und bessere Formen der Beteiligung für die direkt angrenzenden Gemeinden Aschheim und Unterföhring“, fordern sie in ihrem Schreiben. Und weiter: 

„Diese müssen ein echtes Mitspracherecht beinhalten“. Darüber hinaus sei es für sie unverzichtbar, dass nicht nur die Münchner, sondern auch die Bürger der angrenzenden Umlandgemeinden stets umfassend informiert werden. Ihr Schreiben beenden Cobbe und Weingärtner mit der Bitte um Verständnis dafür, „dass wir die geplante Maßnahme solange kritisch betrachten werden, bis die Umsetzung der oben genannten drei Kernforderungen gewährleistet ist.“ Nur so lasse sich eine für alle Seiten zufriedenstellende Umsetzung der städtischen Pläne erreichen. 

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