Wandel und Beständigkeit

Archäologie-Buchpräsentation in der Bücherei Kirchheim

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Archäologische Funde, wie hier auf der Baustelle des neuen Gymnasiums, ermöglichen detaillierte Einsichten in mehr als 4000 Jahre Menschheitsgeschichte in Kirchheim.

Die Gegend um Kirchheim und Heimstetten ist ein wissenschaftliches Eldorado für Archäologen. Ihre neuesten Erkenntnisse stellen sie jetzt bei einer Buchpräsentation vor.

Kirchheim — Bei etlichen Ausgrabungen auf Kirchheimer Gemeindegebiet kamen in den letzten Jahrzehnten Funde zutage, die detaillierte Einsichten in mehr als 4000 Jahre Menschheitsgeschichte geben. Vor allem aus der römischen Kaiserzeit stammen bedeutsame Entdeckungen, dank derer Heimstetten sogar zum namensgebenden Fundplatz für eine ganze Bevölkerungsgruppe avancierte: Die Angehörigen der „Heimstettener Gruppe“ lebten vor rund 2000 Jahren in Teilen des heutigen Südbayern und Tirol – und sie stellen die Wissenschaft vor ein großes Rätsel: Sei es Bestattungsweise, Siedlungswesen oder Tierzucht – in fast allen Belangen unterschieden sich diese Menschen von den Gepflogenheiten, die in der damals vorherrschenden römischen Kultur üblich waren.

Diese Andersartigkeit gab Anlass zu heftigen wissenschaftlichen Debatten über die Entstehung der „Heimstettener Gruppe“: Wurden diese Menschen aus einer anderen Gegend hierher umgesiedelt? Oder handelt es sich um die einheimischen Bewohner der Region, also die Nachfahren der bereits vor den Römern hier siedelnden Bevölkerung?

Seit 2012 widmet sich ein interdisziplinäres Forschungsprojekt an der Ludwig-Maximilians-Universität München Fragen wie diesen rund um die „Heimstettener Gruppe.“ Inzwischen können die Wissenschaftler Ergebnisse vorweisen: Das jüngst erschienene Buch „Zwischen Wandel und Beständigkeit – Die Entwicklung der späteisenzeitlich-frührömischen Viehwirtschaft im Alpenraum und dem nördlichen Alpenvorland“ widmet sich einem Aspekt des Alltagslebens, der für die „Heimstettener Gruppe“ von essenzieller Bedeutung war: Ihrer Viehwirtschaft.

Im Rahmen einer öffentlichen Buchpräsentation in der Gemeindebücherei Kirchheim am Schlehenring 12 geben Autor und Herausgeber der Studie Einblicke in ihre spannenden Ergebnisse. Beginn der Veranstaltung am Dienstag, 8. Oktober, ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

In der Münchner Schotterebe, Moosburg an der Isar und Masiach befindet, gibt es immer wieder bedeutende archäolgische Funde. Relikte der Vergangenheit bleiben aufgrund der Beschaffenheit des Bodens besonders gut erhalten.

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