Mit 68,5 Prozent in die dritte Amtszeit

Im Freudentaumel war Poings wiedergewählter Bürgermeister Albert Hingerl (Mitte) am Sonntagabend und bedankte sich bei seinen Hauptstützen im Wahlkampf, Florian Stern (li.) und seiner Ehefrau Rosi Hingerl (re. mit Blumen). Foto: H.R.

Mit 68,51 Prozent siegt Amtsinhaber Albert Hingerl bei der Poinger Bürgermeisterwahl. Seine Herausforderer Michael Frank (FWG) erhielten 19,65 und Carmen Berntheisel (CSU) nur 11,84 Prozent der 5135 gültig abgegebenen Wählerstimmen von 9.932 Wahlberechtigten. Mit 51,95 Prozent Wahlbeteiligung verschenkte fast die Hälfte der Poinger ihr Wahlrecht.

In der Regel verschenkt Albert Hingerl kleine Weltkugeln aus Glas. Am Sonntagabend hätte er die ganze Welt umarmen können; zum dritten Mal wurde er in Poing zum Bürgermeister gewählt. Zum Amtsende in acht Jahren wird er ganze zwei Jahrzehnte die Geschicke der Gemeinde gelenkt haben – eine Zeitspanne, die bisher in Poing noch kein Bürgermister geschafft hat. „Ich muss es erst noch begreifen“, so der alte und neue Amtsinhaber am Wahlabend und versprach Ehefrau Rosi heuer den ihm zustehenden Urlaub komplett zu nehmen, das habe er in der Vergangenheit nicht getan. Hingerls Wahlkampf wurde von vielen geschultert und so bedankte er sich bei den ehrenamtlichen Helfern und seiner Frau Rosi. Mit „ich habe mehr von ihm als er von mir hat“ bedankte er sich bei seinem Wahlkampfmanager Florian Stern. Der Politologe und SPD-Ortvorsitzender hatte den den Wahlkampf organisierte und Hingerl ohne Stichwahl wieder ins Amt gebracht. Stern wurde auch sogleich für die Kommunalwahl 2014, wenn der Gemeinderat neu zu wählen ist, als Wahlkampfmotor angeheuert. Minusrekord für die CSU Ein solcher Wahlkampfmotor hat der CSU-Poing offensichtlich gefehlt. Seit der „Ära Rainer Lauterbach und Christa Stewens“ sinken bei den Wahlen die Prozentzahlen, - inzwischen auf knapp 12 Prozent. Bei der Bürgermeisterwahl 2006 erhielt Ludwig Berger als damals einziger Gegenkandidat von Hingerl noch 20,76 Prozent Zustimmung. Kinderfasching und mal eben kurz vor den Wahlen Anwesenheit demonstrieren reicht augenscheinlich nicht aus, um Poinger Wähler zum Urnengang zu motivieren. Schon die vom CSU-Ortsverband angekündigte Senioren-Union wurde nicht zum Leben erweckt, die Frauen-Union gliederte sich Mangels Führung und Masse der Nachbargemeinde an. Lebendige Politik vor Ort sieht anders aus. Berntheisel ist in Poing nicht die erste Frau, deren Wahlkampf erfolglos blieb. Auch Karin Kölln (FWG) kam trotz langjähriger Gemeinderatszugehörigkeit im Bürgermeister-Wahljahr 2000 nicht in die Stichwahl. Erschreckend ist die erneut gesunkene Wahlbeteiligung. Gerade einmal 5160 von 9932 Wahlberechtigten haben zur Bürgermeisterwahl 2012 ihre Stimme abgegeben. Vor sechs Jahren zeigten mit 55,86 Prozent 4821 Bürger von 8631 wahlberechtigten Poingern ihr Interesse an der Kommunalpolitik. Im Jahr 2000 übten mit 66,16 Prozent Wahlbeteiligung noch 4638 von 7010 Wahlberechtigten ihr Wahlrecht aus. – A.R. –

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