Mibertshofen

Zschäpe in Skizzen: Ausstellung zu NSU-Prozess in München

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Der Künstler Günter Wangerin zeichnete Beate Zschäpe und Ayse Yozgat, die Mutter des ermordeten Halit Yozgat.
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Künstler Günter Wangerin zeigt etwa 50 Bleistiftzeichnungen in neuer Ausstellung.

Über fünf Jahre ist es her, dass das rechtsradikale Terrortrio, bestehend aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, aufflog. Seit fast vier Jahren sitzt die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, nun schon vor Gericht.

Oft mit dabei: Künstler Günter Wangerin (71), der seit 2014 in unregelmäßigen Abständen im Gerichtsgebäude an der Nymphenburger Straße ist und Szenen aus der Verhandlung skizziert. Nun hat er aus einer Vielzahl von Zeichnungen rund 50 ausgewählt, die im Kulturhaus Milbertshofen in einer Ausstellung mit dem Titel „Daran kann ich mich aus heutiger Sicht nicht erinnern“ zu sehen sein werden. „Für mich als Zeichner war das eine Situation, an die ich mich erst gewöhnen musste, weil sich die Agierenden doch in einiger Entfernung befinden“, sagt der Neuhauser, „ich machte jedoch bald die Erfahrung, dass gerade die Distanz das Charakteristische eines Gesichts oder eines Geschehens besonders heraushebt.“ Insbesondere sei dem Künstler während seiner Beobachtungen im Gericht aufgefallen, dass die Bundesanwaltschaft von Anfang an an der Einzeltäterthese festhielt.

Seine Kritik am Verlauf des NSU-Prozesses zeigte er schon durch seine Performance „Parole Einzeltäter!“ vor dem Gerichtsgebäude in der Nymphenburger Straße im Januar 2015. Der Maler, Grafiker und Karikaturist engagiert sich schon lange mit verschiedenen künstlerischen Projekten gegen Rechts.
Laura Felbinger

Die Vernissage findet am Samstag, 11. März, ab 19 Uhr mit einer Einführung durch den freien Journalist und Berichterstatter im NSU-Prozess Robert Andreasch statt. Schauplatz der Ausstellung ist das Kulturhaus Milbertshofen am Curt Mezger Platz 1. Bis zum 20. April hängen die Skizzen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr.

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