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Windkraft? Eher nein!

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Auf der Unterföhringer Flur wird die Windkraft nur eine untergeordnete Rolle spielen können, die Zahl der so genannten Konfliktzonen ist zu groß. So das Ergebnis einer Untersuchung, die der Gemeinderat im vergangenen Dezember in Auftrag gegeben hatte, und auf deren Grundlage die Räte nun in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, eine Konzentrationszone für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan auszuweisen.

Gründe, die aus planerischer Sicht gegen ein Aufstellen von Windrädern sprechen, gibt es viele. Unter anderem müssen zwischen 800 und 1000 Meter Abstand zu Siedlungen eingehalten werden, immer noch 200 Meter Abstand müssen es zu Badeseen, Autobahnen, Gas- und Überlandleitungen sein. Auch Naturschutzgebiete und anders gewidmete Flächen – im Unterföhringer Fall der Feringasee und die Fischteiche – müssen beachtet werden. Unrentabel und darum ausgeschlossen ist das Aufstellen dort, wo es in 100 Metern Höhe Windgeschwindigkeiten unter 5,3 Meter in der Sekunde und in 150 Metern Höhe weniger als 5,7 Meter in der Sekunde gibt. All diese Faktoren zusammengenommen, findet sich auf Unterföhringer Flur nur eine Fläche im Südosten des Feringasees, nordwestlich der Kreisstraße M3, etwa zwischen Oberem und Unterem Aschheimer Weg. Maximal drei Windräder würden hier Platz finden und selbst deren Betrieb wäre nicht allzu rentabel. Zu wenig Wind? Abgesehen davon, dass die weitab gelegenen Standorte mit langen Leitungen erschlossen werden müssten, werden hier im Durchschnitt auch nur Windgeschwindigkeiten gemessen, die nur knapp über den Mindestwerten liegen. „Trotzdem rege ich an, dass wir das Gebiet im Flächennutzungsplan entsprechend ausweisen, damit nirgendwo anders ein Windrad aufgestellt werden kann“, meinte Bürgermeister Franz Schwarz in der Gemeinderatssitzung. Denn wenn die Gemeinde im Flächennutzungsplan eine Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen vorgesehen hat, kann sie für die übrigen Flächen auf die bestehenden Konfliktzonen hinweisen. Wie nicht anders zu erwarten, stimmten alle Gemeinderäte für die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans. „Aber wenn es nichts wird, bin ich nicht traurig“, meinte der Landwirt Johann Zehetmair (PWU). Allerdings sei das Aufstellen von Windrädern immer noch besser als eine weitere Photovoltaikanlage, die der Landwirtschaft Fläche für die Nahrungsmittelproduktion entziehe. Eine eher scherzhaft gemeinte Anmerkung hatte am Ende Manuel Prieler (PWU): „Wir könnten den Strom dann dem Englmann anbieten“, warf der in Anspielung auf das Gewerbegebiet ein, das der Aschheimer Bürgermeister unmittelbar gegenüber dieses potentiellen Windkraftstandorts an der M3 plant. Kerstin Bühring

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