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Verärgert über den Nachbarn

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Oben Alt unten Neu – Das sind die vorgesehenen 29. Änderungen des Flächennutzungsplans der Gemeinde Aschheim, wie sie noch bis Ende März ausliegen. Auf dem Plan ganz links soll südlich der Staatsstraße 2082, gegenüber von XXLutz, ein Gewerbegebiet von gut 2,6 Hektar ausgewiesen werden. Die kleinen Planausschnitte ganz rechts (2d) zeugen von der Absicht der Gemeinde, eine eventuelle zweite Förderbohrung für die Geothermie zu setzen. Im Naherholungsgebiet zwischen Birkenhof und M 3 (unten schon mit dem zu bauenden Overfly dargestellt) liegen 15 und noch mal 4 geplante Hektar (1b und 1d), die künftig die nördliche Ortseinfahrt von Aschheim prägen könnten. Ebenso wie die die 25,5 Hektar der Ausweisung Nummer 1c, in der Nähe der M 3 und direkt an der Gemeindegrenze zu Unterföhring. 		Text: Kerstin Bühring/Plan: Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum
Oben Alt unten Neu – Das sind die vorgesehenen 29. Änderungen des Flächennutzungsplans der Gemeinde Aschheim, wie sie noch bis Ende März ausliegen. Auf dem Plan ganz links soll südlich der Staatsstraße 2082, gegenüber von XXLutz, ein Gewerbegebiet von gut 2,6 Hektar ausgewiesen werden. Die kleinen Planausschnitte ganz rechts (2d) zeugen von der Absicht der Gemeinde, eine eventuelle zweite Förderbohrung für die Geothermie zu setzen. Im Naherholungsgebiet zwischen Birkenhof und M 3 (unten schon mit dem zu bauenden Overfly dargestellt) liegen 15 und noch mal 4 geplante Hektar (1b und 1d), die künftig die nördliche Ortseinfahrt von Aschheim prägen könnten. Ebenso wie die die 25,5 Hektar der Ausweisung Nummer 1c, in der Nähe der M 3 und direkt an der Gemeindegrenze zu Unterföhring. Text: Kerstin Bühring/Plan: Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum

Mit der Ausweisung von fast 50 Hektar neuer Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan will die Gemeinde Aschheim die Platzprobleme ihres ortsansässigen Gewerbes lösen und für künftigen Bedarf gerüstet sein. Ganz besonders die Nachbarn Ismaning und Unterföhring sind über die Pläne sehr verärgert, liegt doch die größte Masse der neuen Flächen direkt, bzw. beinahe an ihren Gemeindegrenzen. Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz kündigte an, dass er eine Klage durchaus in Erwägung ziehe.

Eine „gute verkehrliche Erreichbarkeit“ ist die Anforderung, die die expansionswilligen Aschheimer Firmen (Namen werden nicht genannt) an neue Gewerbeflächen stellen; die Gemeinde Aschheim spricht in ihrem Entwurf zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans von „autobahnorientiertem Gewerbe“. Konsequent hat man im Aschheimer Rathaus also Flächen an der A 99 ausgewiesen, die über die B 471, die M 3 und die in ein paar Jahren entstehende Anschlussstelle Aschheim/Ismaning erschlossen werden sollen und damit vom Aschheimer Ortsstraßennetz beinahe abgekoppelt sind. Eine findige Lösung, die die Nachbargemeinden Ismaning und Unterföhring nicht hinnehmen wollen. Sie fühlen sich ganz besonders von den beiden größten Gewerbeflächen betroffen: Das sind einmal 15 Hektar westlich der B 471, zwischen Reitsportanlage, Birkenhof und der Einmündung der M3 auf die B 471. Sowie zum Anderen 25,5 Hektar östlich der M 3, zwischen Golfplatz, Autobahnring und Asphaltmischanlage, die direkt an der Unterföhringer Gemeindegrenze liegen und die im Moment über die auf Unterföhringer Flur verlaufende Kreisstraße M 3 erschlossen werden. Als rücksichtslos und wenig nachbarschaftlich empfindet der Ismaninger Gemeinderat das Aschheimer Vorhaben. Landwirtschaftliche Fläche und ein Naherholungsgebiet direkt am Isarkanal würden zugepflastert. So problematisch sieht man das in Aschheim nicht. In der Begründung zur 29. Änderung heißt es, dass durch den Bau der Overfly-Lösung, die einmal B 471 und M 3 miteinander verbinden werde, das Areal eine „bauliche Vorprägung“ erfahre. Ismaning und Unterföhring sehen ihre Interessen von Aschheim und seinen Gemeinderäten rücksichtslos übergangen. „Autobahnorientiertes Gewerbe“ sei schlicht ein netter Ausdruck für Speditionen und Logistiker, die eine Menge Lärm und Verkehrsbewegungen verursachen würden, da ist man sich sicher. Die beiden Gemeinden argumentieren damit, dass die M3 und die B 471 schon jetzt häufig überlastet sind. Die M 3, die der Gemeinde Unterföhring als Ortsumgehung dient, könnte, so befürchtet man dort, ihre Attraktivität verlieren, wenn sich noch mehr Schwerlastverkehr als bisher auf der Straße tummelt. Nun droht der abgeleitete Verkehr wie ein Bumerang in die Ortsmitte zurückzukommen. Besonders erbost ist man auch, weil sich Aschheims Bürgermeister Helmut Englmann in den Achtzigerjahren, als die M 3 geplant und gebaut wurde, massiv gegen die neue Straße verwehrt hatte. Ismaning und Unterföhring hoffen, dass der Regionale Planungsverband die weit reichenden Pläne der Gemeinde Aschheim unterbindet. Sollte er das nicht tun, bliebe ihnen nur der Klageweg gegen aus dem Flächennutzungsplan entwickelte Bebauungspläne. Kerstin Bühring

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