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Ist Unterföhring aus dem Rennen?

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Alles deutet auf Ismaning hin: Die nordöstliche Landkreis-Gemeinde konnte sich überraschend im Kreisausschuss gegenüber Unterföhring als Standort für ein neues Gymnasium durchsetzen. Das entscheidende Votum des Kreistags steht allerdings noch aus. Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) spricht von einem „erfreulichen Votum“, gibt aber zu bedenken, dass es die Entscheidung der Kreisräte am kommenden Montag abzuwarten gilt.

Reichlich perplex wirkte Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz (SPD). „Das kam für mich absolut unerwartet. Ich muss zugeben, dass ich enttäuscht bin“, bekannte er gegenüber HALLO nach der Sitzung des Kreisausschusses im Landratsamt. Dass in der jahrlangen Diskussion über ein neues Gymnasium Ismaning und nicht seine Gemeinde das Rennen machen würde, damit hatte er nicht gerechnet. „Es wurde ja ganz anders gesprochen“, sagte er mit Blick auf das Abstimmungsergebnis. Acht von 15 Kreisausschussmitgliedern – und damit eine hauchdünne Mehrheit – hatten sich für Ismaning als Schulstandort ausgesprochen. Ein überraschendes Ergebnis, denn der Diskussionsverlauf deutete in der Tat eher auf Unterföhrings hin: Sowohl SPD-Sprecher Dietrich Heyne als auch der Landratskandidat der CSU, Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel, sprachen sich in puncto Priorität für diese Gemeinde aus – ein Votum, dem auch die Grünen und die FDP folgten. Allerdings versicherten alle, dass man weiterhin am Bau eines weiteren Gymnasiums im nordöstlichen Landkreis festhalten wolle. Wie berichtet, erachtet es der Landkreis angesichts des Bevölkerungswachstums im Nordosten der Landeshauptstadt als notwendig, dort zwei Gymnasien zu errichten: sowohl in Ismaning als auch in der Nachbargemeinde Unterföhring. Das Kultusministerium teilte jedoch mit, dass für den Bau zweier solcher Lehrstätten derzeit keine Grundlage gegeben sei. Bereits gegen den Bau von nur eionem Gymnasiums, der seit 2008 im Gespräch ist, hatte sich das Ministerium lange Zeit mit dem Argument gesperrt , dass es hierfür keinen Bedarf gibt. Entsprechende Verträge seitens Unterföhrings und Ismanings wurden zurückgestellt. Daraufhin hatte der Landkreis den „Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München“ mit dem Erstellen eines Gutachtens bezüglich der Schülerströme im nordöstlichen Landkreis beauftragt. Ergebnis: Beide Schulstandorte könnten ein „mehr als ausreichendes Schülerpotential“ erschließen, heißt es darin. Und: Ismaning könne über eigene Schüler ein größeres Potenzial abdecken, Unterföhring hingegen werde enorm von den Gastschülern aus München profitieren. Entsprechend verlegen waren die Kreisräte, die jetzt darüber zu befinden hatten, welcher Gemeinde sie den Vorzug geben sollten, ohne die andere zu brüskieren. Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) plädierte „schweren Herzens“ für Unterföhring und führte die ihrer Meinung nach entscheidenden Argumente an, die auch die Grünen und große Teile der SPD teilten: In den kommenden Jahren sei mit einem erheblichen Schülerstrom aus München zu rechnen, was für das angrenzende Unterföhring spreche. Auch verfüge die Gemeinde derzeit nur über eine Grundschule, während es Ismaning eine Real- und eine Mittelschule gebe. Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) warb jedoch eindringlich für Ismaning: Insbesondere zerstreute er die Sorge, dass ein Gymnasium in seiner Gemeinde Schüler aus dem benachbarten Garching abziehen würde. „Diese Einschätzung hat das Kultusministerium widerlegt.“ Große Teile der CSU stimmten für seine Gemeinde. Unterföhring hofft auf Kreistag Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz, der selbst nicht dem Kreisausschuss angehört und als Gastredner gehört wurde, kommentierte das überraschende Abstimmungsergebnis mit den Worten: „Ich bin enttäuscht, aber das letzte Wort wird der Kreistag am kommenden Montag haben. Es wurden viele gute Gründe für Unterföhring genannt: Wir haben nur eine Grundschule, dafür aber eine optimale Infrastruktur. Auch wegen der Gerechtigkeit der Schulverteilung wird dieses Votum keiner verstehen. Seit Jahren befindet sich unsere Gemeinde in der Warteschleife, das muss jetzt ein Ende haben.“ Demgegenüber erklärte sein Ismaninger Amtskollege: „Diese Entscheidung musste natürlich nach persönlichen Wertungen gefällt werden, denn beide Gemeinden sind fast auf der gleichen Höhe. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das Votum bei einer so knappen Mehrheit auch im Kreistag Bestand haben wird. Ich hoffe es natürlich, denn Ismaning ist der geeignete Standort für ein Gymnasium.“ – sal –

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