So ist unser Viertel:

Leben im Münchner Norden: So sehen Jugendliche ihren Stadtteil

Der Münchner Norden hat nicht immer den besten Ruf – vor allem das Hasenbergl und der Harthof stehen oft negativ in den Schlagzeilen. Zu Unrecht, wie die Jugendlichen der Viertel meinen. Ihnen gefällt es in ihrer Heimat sehr, sie lieben das viele Grün, das sie um sich herum haben, die Ruhe und die zahlreichen Kinder und Jugendlichen dort. Außerdem sind die Menschen dort lässig und sehr hilfsbereit, betonen die Mädchen und Buben der Willy-Brandt-Gesamtschule. Dennoch: Nicht alle der Befragten sehen ihre Viertel ausnahmslos positiv: Kilian etwa nervt der viele Müll auf den Grünstreifen in Freimann, und Leyla fürchtet sich ab und zu abends im Hasenbergl. Die zehn jungen Leute stehen für etwa 32 000 Mädchen und Buben aus dem Münchner Norden, die in ihrem Viertel aufwachsen. Welches Adjektiv ihr Stadtviertel aber am besten charakterisiert, haben uns die Schüler ohne viele Worte übermittelt – so haben sie mit gebastelten Schildern ihrem Viertel eine kleine Liebeserklärung gemacht. Tanja Bitterer ...schön ruhig Melanie, 12, Fasanerie: „In der Fasanerie ist es viel ruhiger und gemütlicher als in anderen Stadtvierteln. Hier haben wir viel Grün und viele Seen in der Nähe, an denen ich mich oft zum Baden treffe. Doch obwohl es hier eher ruhig ist, ist es nie langweilig, weil viele Kinder im Viertel leben. Sie machen die Fasanerie bunt und lebendig.“ ...schick und jung Funda, 13, Harthof: „Der Harthof zeichnet sich durch viele Spielplätze aus. Das Viertel ist sehr grün – ich mag die Natur. Deshalb bin ich auch viel mit meinen Freunden draußen beim Spielen. Gleichzeitig gibt es hier viele kleine Läden und Boutiquen. Kein Wunder also, dass die jungen Leute sehr stylisch und schick sind. Überhaupt leben im Viertel ganz viele junge Leute, alte Menschen gibt es hier nicht so viele.“ ...einfach einzigartig Nina, 13, Lerchenau: „Mein Viertel ist klasse, weil es einafch einzigartig ist. Einzigartig ist es durch den schönen Lerchenauer See in der Nähe, das viele Grün und die ordentlichen Parks. Hier ist die Welt noch in Ordnung, die älteren Leute sind gelassen, die Jugendlichen lässig. Ich genieße die Möglichkeit, viel draußen unterwegs sein zu können. Da meine Freunde um mich herum wohnen, ist immer was los.“ ...liebenswert und ungefährlich Laura, 13, Hasenbergl: „Mein Viertel ist einfach ,Wow!‘ Alles, was man braucht, hat man in der Nähe. Es gibt ein großes Einkaufszentrum, und um Freunde zu treffen, kann man auf den Spielplatz gehen oder sich an einem der Seen im Norden treffen. Für mich ist das Hasenbergl das beste Viertel – ich möchte auf keinen Fall irgendwo anders hinziehen. Ich weiß, dass mein Viertel einen schlechten Ruf hat. Das verstehe ich nicht. Ich mag das liebenswerte Hasenbergl und finde es dort auch nicht gefährlicher als anderswo.“ ...fröhlich Jennifer, 14, Harthof: „Hier im Harthof leben viele Kinder und Jugendliche. Das Viertel ist jung, die Menschen dort sind locker – und sie haben Spaß am Leben, lachen viel. Mir gefällt das, ich lebe gern im Harthof. Meistens treffe ich mich dort mit Freunden, wir gehen zum Beispiel viel spazieren im Wald und auf der Panzerwiese und reden dabei über alles mögliche.“ ...gefährlich Leyla, 15, Hasenbergl: „Ich fühle mich hier sehr wohl, bin auch im Viertel geboren. Das Hasenbergl ist meine Heimat. Weil hier so viele Kinder und Jugendliche leben, ist es schon eher laut. Mir macht das aber nichts aus. Was allerdings nicht so toll ist, sind die schlimmen Sachen, die ab und zu passieren, wie Schlägereien und Überfälle. Manchmal habe ich abends Angst, wenn ich allein auf der Straße unterwegs bin.“ ...ziemlich verpennt Max, 13, Freimann: „Ursprünglich komme ich aus Regensburg. Freimann ist ganz ähnlich. Hier gibt es kaum große Wohnblocks, sondern richtige Häuser. Freimann ist irgendwie ein richtiges Dorf. Wirklich viel unternehmen kann man hier allerdings nicht, es ist ziemlich verpennt hier. Dafür ist es eben schön ruhig. Das ist aber ja auch schon was wert.“ ...zum Wohlfühlen Fabian, 13, Lerchenau: „Bei mir wohnen fast alle Verwandten in der Nähe. Viele Jugendliche leben auch in der Lerchenau, und Fußballplätze gibt es auch. Außerdem kann man hier auch richtig gut biken. Was will man mehr? Ich brauche jedenfalls nichts weiter und fühle mich richtig wohl in der Lerchenau. So ist mein Viertel für mich einfach nur endgeil.“ ...hilfsbereit Selma, 13, Harthof: „Im Harthof leben ganz viele verschiedene Kulturen zusammen. Und das funktioniert sehr gut. Hier hilft man sich gegenseitig bei allerlei Problemen, das ist sehr cool. Mir gefällt mein Viertel wirklich gut, weil es hier auch ganz viele Flächen zum Spielen gibt. Für meine Freunde und mich bedeutet das, dass wir viel Freiraum haben und somit auch viel draußen unterwegs sein können.“ ...auf Fußballplätze spezialisiert Kilian, 14, Freimann: „Ich lebe gern in Freimann, es ist meine Heimat, die ich sehr mag. Am liebsten gehe ich dort Fußballspielen – genügend Bolzplätze gibt es ja. An der Haltestelle Kieferngarten gibt es auch einen Platz mit Grün, da spiele ich am liebsten. Aber nicht alles ist toll in Freimann: Zahlreiche Grünstreifen sind vermüllt. Dort liegen leere Verpackungen, Taschentücher, Dosen und viel zu viel Hundekot. Da müsste die Stadt öfters aufräumen. Oder, noch besser: Die Menschen werfen ihren Müll in Papierkörbe und entsorgen auch den Dreck von ihren Hunden.“

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