Eduard-Spranger-Mittelschule

TV-Bericht über Gift im Klassenraum

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Die Gefahr lauert in den Wandfugen: Bereits seit den 90er-Jahren ist eine PCB-Belastung an der Eduard-Spranger-Mittelschule bekannt.

ZDF zeigt Feldmochinger Schule als Negativbeispiel für PCB-Belastung im Klassenzimmer.

Unterricht an Deutschlands Schulen ist gefährlich: Asbest, PCB und Formaldehyd verpesten die Luft in vielen Klassenzimmern. Auch in Feldmoching: Seit den 90er-Jahren ist bekannt, dass es an der Mittelschule an der Eduard-Spranger-Straße 17 eine PCB-Belastung gibt. Seit über 20 Jahren versuchen Eltern erfolglos, die Stadt zum Einschreiten zu bewegen. Jetzt rückt das Thema in den Fokus der breiten Öffentlichkeit: Das ZDF bringt in seiner Reihe „planet e.“ einen Beitrag über die Situation an der Feldmochinger Schule.

Überall soll die Chemikalie Polychlorierte Biphenyle (PCB) in der Eduard-Spranger-Mittelschule herumschwirren, sie entweicht aus Fugenmassen in den Wänden. Neu ist das für die Anwohner im Viertel nicht. Bereits mehrere Male waren die Zustände in der Lehranstalt Thema auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl, zuletzt vergangenen Sommer. Getan hat sich bisher nichts. „Die Schule erreicht nicht den Zielwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter“, sagt der Vorsitzende des Gremiums Markus Auerbach (SPD). „ Das Problem mit der PCB-Belastung trat in Schulen in ganz München auf. Man hat viele Schulen mit schlechteren PCB-Werten saniert. Das ist auch eine Frage des Geldes“, so Auerbach. Froh sei er aber gewiss nicht über die Zustände an der Schule.

Da geht es ihm wie Jörg Roeber. Der alleinerziehende Vater hat nur per Zufall Wind davon bekommen, dass seine Tochter täglich im Klassenzimmer an der Eduard-Spranger-Schule den Giftstoff PCB eingeatmet hat. In der ZDF-Dokumentation, die am kommenden Sonntag, 20. November, um 16.30 Uhr gesendet wird, macht er seinem Ärger Luft.

„Dass die Leute angefressen sind, kann ich schon verstehen“, sagt Auerbach. „Das Problem ist nur, dass eine Lösung des Problems nur langsam in Gang kommt.“

Bereits im Juni habe Auerbachs Fraktion einen Antrag gestellt, dass die Schüler der Eduard-Spranger-Mittelschule in Container umziehen sollen. Die Container sollen auch nicht auf dem Schulgelände aufgestellt werden, sondern auf einer Freifläche an der 1,2 Kilometer entfernten Willy-Brandt-Gesamtschule. Soweit der Plan. Aber Auerbach räumt ein: „Bis es soweit ist, kann es noch mindestens ein Dreivierteljahr dauern.“ Bleibt abzuwarten, ob der Fernsehbericht etwas Beschleunigung in die verfahrene Situation bringt. Denn unter dem Brennglas der Öffentlichkeit zu stehen, dürfte keinem Verantwortlichem gefallen. Sarah Brückl

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