Trügerische Eisflächen

Sibirische Kälte hat die Seen und Weiher im Münchner Osten mit einer Eisschicht überzogen. Trotz arktischer Temperaturen aber lauert Gefahr – nicht immer ist die Eisdecke so tragfähig, wie es scheint. Hier kann man einbrechen! Das Betreten der Eisfläche am Riemer See ist verboten. Foto: GM

Sibirische Kälte hat die Seen und Weiher im Münchner Osten mit einer Eisschicht überzogen. Trotz arktischer Temperaturen aber lauert Gefahr – nicht immer ist die Eisdecke so tragfähig, wie es scheint. Erst wenn die Gartenbauabteilung des Münchner Baureferats grünes Licht gibt, sollte man sich aufs Eis wagen. Die Freigabe wird auf den Hinweistafeln am Ufer des Riemer Sees, des Ostparksees und des Weihers im Zamilapark bekannt gegeben.

Riemer See, Ostparksee und Zamilasee waren am Dienstag noch gesperrt! Was gibt es Schöneres, als bei klarem Winterwetter auf Schlittschuhen über gefrorene Seen zu gleiten, gemächlich über die blanke Fläche zu spazieren oder sich beim Eisstockschießen zu vergnügen? Da lacht das Herz der Wintersportfreunde und mancher kann es kaum erwarten, dass endlich die Eisflächen im Münchner Osten freigegeben werden. Obwohl es klirrend kalt ist und Riemer See, Ostparksee und Zamilaparksee einladend grüßen, haben Mitarbeiter des Gartenbauamts und Beamte der Polizei am Wochenende die Menschen dort vom Eis verscheucht. Zu Recht, denn das Baureferat, das für die Parks und Grünflächen der Landeshauptstadt zuständig ist, misst regelmäßig die Kerneisschicht und gibt grünes Licht, wenn Riemer See, Ostparksee und der See im Zamilapark gefahrlos betreten werden können. Ehe dies nicht auf den Hinweisschildern am Ufer bekannt gemacht ist, sollte man sich in Geduld üben. Bei Redaktionsschluss am Dienstag teilte Baureferats-Sprecherin Cornelia Unterhuber auf Anfrage der HALLO-Redaktion mit: „Beim Zamilasee sind wir weit von der Freigabe entfernt, dort gibt es drei offene Stellen. Auch beim Ostparksee und beim Riemer See wurde heute gemessen. Eine Freigabe ist noch nicht möglich!“ Wer zu früh aus Eis geht, gefährdet Leben Ein Einbruch ins Eis ist kein Spaß und gefährdet nicht nur das Leben des Verunglückten, sondern auch das der Retter. Eindringlich warnt die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes: „Die anhaltenden Minustemperaturen der nächsten Tage lassen vielerorts noch keine tragende Eisfläche zu. Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu werden“. Der Richtwert bei stehenden Gewässern liege bei mindestens 15 Zentimetern, bei fließenden Gewässern sogar bei 20 Zentimetern Dicke. Wegen Strömungen und wechselnden Wasserständen könne die Stärke des Eises variieren. „Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr, zu ertrinken“, so die Wasserwacht. Ein wenig Geduld ist also angebracht und wenn nicht ein plötzlicher Wärmeeinbruch die sibirische Kälte vertreibt, werden wohl demnächst auch die Gewässer im Münchner Osten für Eisläufer, Spaziergänger und Eisstockschützen freigegeben werden können. Gabriele Mühlthaler Regeln für den Ernstfall Jegliches Betreten von Eisflächen bedeutet Lebensgefahr – auch für die Helfer! Hier einige Tipps: – Laut um Hilfe rufen – In jedem Fall vermeiden, dass man unter das Eis gerät – So wenig wie möglich bewegen, um so wenig Körpertemperatur zu verlieren – Sofort Hilfe holen über die Notrufnummern 112 oder 110 – Die eingebrochene Person beruhigen – Mit Hilfsmitteln wie Rettungsring, Leitern (teilweise an Seen am Uferbereich vorhanden), Ästen, Abschleppseil oder ähnlichen Gegenständen, die zur Verfügung stehen, die eingebrochene Person absichern. – Nur ins eisige Wasser springen, wenn man selbst über eine dritte Personen mit Seil gesichert ist – Den Verunglückten an Land und in stabile Seitenlage bringen, sowie vor Kälte schützen, bis der herbeigerufene Rettungsdienst eintrifft.

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