Sommernachts-Feste im Pavillon

Freimann: Nebengebäude der Mohr-Villa wird saniert – Gesamtensemble bleibt erhalten

Freimann Münchens Kulturperle wird aufgemöbelt! An der Mohr-Villa in Freimann sind bereits die Baumaschinen angerückt – unter anderem wird das Nebengebäude saniert. Besonderes Zuckerl: Auch der Pavillon, der vor Jahren abgetragen werden musste, soll im Garten wieder aufgestellt werden. „Unser Ziel war immer, das Gesamt-Ensemble zu erhalten“, sagt Gilla Schmitt-Thiel, „und daraus einen Begegnungsmittelpunkt für Freimann zu machen.“ Gilla Schmitt-Thiel ist Geschäftsführerin der Mohr-Villa an der Situlistraße 75 – das Ziel, die um 1900 errichten Gebäude historisch zu erhalten und kulturell zu nutzen, scheint jetzt mit der Sanierung erreicht zu sein. Die Stadt hat dem Verein der Mohr-Villa die historischen Gemäuer 1993 überlassen – in einem mehr als renovierungsbedürftigen Zustand. Notdürftig hielten die vielen Ehrenamtlichen die Häuser einigermaßen instand und führten die Räume einer kulturellen Nutzung zu. Nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss konnten jetzt endlich die Bagger anrollen, und umfangreiche Sanierungsarbeiten können durchgeführt werden. Noch ist das Gelände eine einzige große Baustelle, aber bis Mai sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Erneuert wird im Nebentrakt der Gewölbesaal. Gilla Schmitt-Thiel freut sich auf das neue Ambiente: „Das wird ein wunderschöner Saal“, sagt sie. Dort sollen künftig die meisten Veranstaltungen stattfinden. Ein notdürftiger Bretterboden wird durch einen schönen Holzboden ersetzt, der Raum bekommt außerdem einen speziellen Akustik-Putz. Im ersten Stock soll weiterhin das Sommertheater seinen Raum haben, das dort auch seine Vorstellungen durchführt, wenn der Regen Auftritte im Englischen Garten verhindert. Regelmäßigen Besuchern der Mohr-Villa dürfte künftig auch auffallen, dass sich die Strom-Versorgung verbessert hat. „Früher ist uns bei jeder Veranstaltung drei Mal das Licht ausgefallen“, erinnert sich die Geschäfstführerin lachend. Das Rückgebäude, in dem unter anderem ein Atelier und eine Druckerei untergebracht sind, erhält zudem eine neue Brandschutzdecke. Im Nebengebäude soll im Stadtteilarchiv künftig auch die umfangreiche Sammlung von Karl Reitmeir öffentlich zugänglich sein, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so etwas wie der Chronist Freimanns war. Seine riesige Foto-Sammlung sowie große Mengen von Zeitungsartikeln über den 12. Bezirk wird man dann bestaunen können. Karl Reitmeir hat dem Stadtarchiv seine Sammlung nur unter der Bedingung hinterlassen, dass sie in Freimann bleibt. Eine gute Nachricht gibt es bezüglich des beliebten Pavillons: Für das kleine Gebäude im Park der Villa hat BA-Chef Werner Lederer-Piloty vor einigen Jahren Denkmalschutz beantragt. Der marode Zustand machte aber einen Erhalt beinahe unmöglich. „Die einzige Rettung war, ihn abzutragen“, erinnert sich der Politiker. Die erhaltenswerten Teile wurden eingelagert und werden jetzt wieder verwendet, wenn das historische Häuschen im Frühjahr wieder aufgebaut werden soll. Der BA-Chef freut sich schon auf „wunderbare Sommernachts-Parties“. Nur eines wird anders werden bei den Festen im Pavillon: Einst kühlte man das Bier in dem Gemäuer unter dem Bau – in Zukunft muss man seine gekühlten Getränke aus dem Haupthaus hinübertragen. Felix Müller

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