Digitale Informationsveranstaltung

München: Verlängerung der Tram 23 - Anwohner veranstalten Demo gegen Planungen der MVG

Der Vorsitzende der Siedlerschaft Kieferngarten, Walter Hilger, spricht am Samstag auf einer Demo zu Anwohnern und Unterstützern. Die Siedlerschaft lehnt die Verlängerung der Tram 23 zum Kieferngarten ab.
+
Der Vorsitzende der Siedlerschaft Kieferngarten, Walter Hilger (re.), spricht am Samstag auf einer Demo zu Anwohnern und Unterstützern. Die Siedlerschaft lehnt die Verlängerung der Tram 23 zum Kieferngarten ab.
  • Benedikt Strobach
    vonBenedikt Strobach
    schließen

Die MVG hat die Pläne zur Tram 23 Verlängerung bis Kieferngarten vorgestellt. Anwohner lehnen diese ab. Am Wochenende veranstalteten sie deswegen eine Demo.

  • Die MVG hat die Pläne zur Verlängerung der Tram 23 in einer digitalen Informationsveranstaltung öffentlich vorgestellt.
  • Die Linie soll künftig durch die Bayernkaserne bis zum Kieferngarten verkehren.
  • Die Anwohner fürchten zusätzlichen Lärm und haben eine Demo gegen das Vorhaben organisiert.

Update: 22. Februar, 11.30 Uhr

Schwabing-Freimann: Siedlerschaft organisiert Demo am Kieferngarten wegen geplanter Verlängerung der Tram 23

Der Verein Siedlerschaft Kieferngarten e.V. hat am vergangenen Samstag zu einer Demo gegen die geplante Trambahn-Wendeschleife am Busbahnhof Kieferngarten aufgerufen. Zur Kundgebung entlang der Kieferngartenstraße erschienen rund 110 Anwohner und Unterstützer. Grund für die Mobilisierung ist die von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geplante Verlängerung der Tram 23, welche das Neubaugebiet in der Bayernkaserne an den U-Bahnhof anschließen soll.

Kernkritikpunkt ist unter anderem die von der MVG bestätigte zu erwartende Fahrgastauslastung von 30% zum Kieferngarten, wohingegen 70% des Fahrgastaufkommens Richtung U2-Haltestelle Am Hart prognostiziert werden.

Eine Trambahnverbindung zum Hart wäre daher sowohl effizienter als auch kostengünstiger für den Steuerzahler als der geplante Ausbau zum Kieferngarten.

Walter Hilger, Vorsitzender der Siedlerschaft Kieferngarten

Zudem müsste das Park & Ride Parkhaus am Kieferngarten für die Wendeschleife weichen. Dies wird sowohl aus Lärmschutzgründen als auch in Hinblick auf ein zukunftsorientiertes Modell der autofreien Innenstadt von den Unterstützern abgelehnt.

Als Alternative könne sich der Verein vorstellen, die Bayernkaserne mittels sauberer Elektro- oder Hybridbusse per Expressbusline an den Knotenpunkt Kieferngarten anzubinden, so Hilger. Die Wendeschleife der Tram 23 soll in das Neubaugebiet in der Bayernkaserne integriert werden.

Schwabing-Freimann: Siedlervereinigung Am Hart gegen Tram 24 und Verlängerung der Tram 23 - U26 und Schnellbus gefordert

Auch die Siedlervereinigung Am Hart hat sich gegen die Verlängerung der Tram 23 ausgesprochen. Ferner sei man gegen die Realisierung der Tram 24 zwischen Kieferngarten und Am Hart. „Diese würden für einen Verkehrskollaps in Knorrstraße und Heidemannstraße sorgen“, erklärt der Vorsitzende Stephan Kubala.

Gemeinsam mit den anderen vier Siedlervereinen im Norden - zu denen auch die Siedlerschaft Kieferngarten gehört - spricht sich die Vereinigung für den Schnellbus anstelle der Tram 24 als Verbindungslinie aus und fordert den Bau der U26. „Die Trambahnen brächten uns mehr Lärmbelastung und Probleme für die Umwelt, da Bäume und Grünplanung für Oberleitungen und Masten weichen müssten“, erklärt Kubala. Zudem würden Steuergelder verschwendet durch einen möglichen späteren Rückbau der Tram-Gleise nach Inbetriebnahme der U26. Ein Schnellbus wäre hingegen eine günstigere, umweltfreundlichere Zwischenlösung.

Die U26 sei notwendig, da die U-Bahn die einzige zukunftsfähige Lösung für den Verkehr im Norden darstelle. Zudem hätte sie auch positive Folgen für MOC & Lilienthalallee, Allianz Arena und das nördliche Umland. „Wir fordern die Stadt München auf, die Planung für den Bau der U26 als Tangentialverbindung zwischen den Haltestellen Kieferngarten und Am Hart unverzüglich voranzutreiben und auf den derzeit geplanten, umfangreichen und kostenintensiven Bau der Straßenbahntrasse zu verzichten, bis die U-Bahn auf der – bereits eingeplanten – Trasse realisiert werden kann“, so Kubala.

----------------------------------

Ursprünglicher Artikel vom 30. Januar:

Schwabing-Freimann - Der Münchner Norden wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Allein auf dem Gelände der Bayernkaserne werden künftig rund 15 000 Menschen wohnen. Mit einem solchen Wachstum wird auch der Verkehr zunehmen. Um diesen zu entlasten, plant die MVG, die Tram-Linie 23 zum Kieferngarten zu verlängern.

Schwabing-Freimann: MVG stellt Verlängerung der Tram 23 zum Kieferngarten öffentlich vor - Anwohner fürchten mehr Lärm

Die Planungen, die im November im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann vorgestellt wurden, wurden nun in einer digitalen Informationsveranstaltung öffentlich präsentiert. Die Linie verkehrt von Schwabing Nord über DB-Nordring und Helene-Wessel-Bogen in die Bayernkaserne. Danach fährt sie über die Heidemann- in die Kieferngartenstraße. Den potenziellen Streckenverlauf der Tram 23 über die Heidemannstraße präsentierte die MVG in einem zweiminütigen Video.

Am Kieferngarten soll dann eine neue Wendeschleife entstehen. Dafür müssen das „Park&Ride“-Parkhaus abgerissen und der Lärmschutzwall der Anwohner gekürzt werden.

Die zeigen sich besorgt. Walter Hilger, Vorsitzender der Siedlerschaft Kieferngarten, erklärt: „Das Parkhaus hat den Lärm der einfahrenden U-Bahnen bisher sehr gedämpft. Dazu kommen dann die quietschenden Schienen der Tram. Wir hoffen, die MVG noch dazu bringen zu können, die Tram nicht zum Kieferngarten zu verlängern“, so Hilger. Alternativ könne man die Verlängerung entweder Richtung FC Bayern Campus realisieren oder die Wendeschleife bereits im Quartier auf der Bayernkaserne einrichten, hofft der Vorsitzende.

Walter Hilger, Vorsitzender der Siedlerschaft Kieferngarten.

Ein Sprecher der SWM erklärt auf Hallo-Nachfrage: „Im Rahmen des anstehenden Planfeststellungsverfahrens wird es ein eigenes Gutachten zum Schall- und Erschütterungsschutz geben.“ Dabei werden die erforderlichen Maßnahmen festgelegt. „Die Führung zum Kieferngarten ist durch die Verknüpfung zur U6 verkehrlich sinnvoll“, ergänzt der Sprecher.

Der Verlauf der Info-Veranstaltung war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Auch interessant:

Meistgelesen

SEM in Feldmoching: So reagiert der Stadtbezirk auf die Pläne des Stadtrats
SEM in Feldmoching: So reagiert der Stadtbezirk auf die Pläne des Stadtrats
Zwei Anwohner klagen gegen ein Bauprojekt in der Keferloherstraße
Zwei Anwohner klagen gegen ein Bauprojekt in der Keferloherstraße
Feldmoching: BA verärgert über Benennung der Straßen im Quartier an der Hochmuttinger Straße - Stadt München weist Vorwürfe zurück
Feldmoching: BA verärgert über Benennung der Straßen im Quartier an der Hochmuttinger Straße - Stadt München weist Vorwürfe zurück
Corona-Impfteams kommen in die Gemeinden des Landkreis München - Auftakt in Unterföhring
Corona-Impfteams kommen in die Gemeinden des Landkreis München - Auftakt in Unterföhring

Kommentare