Kommunalreferat verweigert Zwischenutzung in Freimann

Steht der Wannda-Zirkus vor dem Aus?

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Der Wannda Verein weiß noch nicht, ob er das Gelände im kommenden Sommer in Freimann wieder sein Programm nutzen kann.

Schwabing-Freimann – Ist das das Ende für das kunterbunte, kulturell-diverse Spektakel auf der Freifläche an der Völckerstraße? Konflikte mit den Anwohnern könnten die Zwischennutzung verhindern

An der Lindberghstraße gastiert der Verein seit 2014 jedes Jahr im Sommer für ein paar Monate mit seinem Programm. Die Mischung aus Live-Musik, Theater, Flohmarkt und Varieté ist beliebt, das Publikum strömt in Scharen, doch die Anwohner beschweren sich über Lärm und Menschenmassen. 

Die glauben jetzt aufatmen zu können. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich das Kommunalreferat gegen eine weitere Genehmigung ausgesprochen. Es soll keine weitere Zwischennutzung des Geländes geben, da „zur Beseitigung der Schäden (...) intensive und teure Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich“ seien, heißt es in einem Schreiben.

Wannda-Sprecher Julian Hahn ist diese Entscheidung nicht bekannt. „Wenn uns das Gelände so kurzfristig nicht vermietet wird, ist das eine Katastrophe“, sagt Hahn. „Unser Programm mit langjährigen Investitionen wäre hinfällig und der Verein ruiniert.“

Auch der BA Schwabing-Freimann ist überrascht von der Entscheidung. Erst kürzlich hatte das lokale Gremium einen Fünf-Jahresvertrag für Wannda befürwortet (Hallo berichtete). BA-Mitglied Patric Wolf (CSU) hofft, die Probleme mit den Anwohnern noch lösen zu können: „Parteiübergreifend habe ich den Antrag gestellt, dass sich alle mit AKIM (Allparteiliches Konfliktmanagment in München) an einen Tisch setzen und einen für alle zufriedenstellenden Kompromiss finden.“

Doch die Anwohner der Völckerstraße zeigen wenig Bereitschaft: „Rund 300 bis 400 Menschen, je nach Windrichtung sind von dem Lärm, dem Müll und den Wildpinklern betroffen“, so Robert Eggl, Vorstand der Baugenossenschaft Reichsbahnwerk, die Problematik zusammen und verdeutlicht: „Die Veranstaltungen dauern bis zwei Uhr, dann strömen die Massen zum U-Bahnhof“. 

Jürgen Wieland, Pächter in der dortigen Kleingartenanlage, sieht es genauso: „Auch wir freuen uns auf Sommerwochenenden im Freien. Aber die Basstöne im Ohr lassen das nicht zu“.

Manuela Praxl-Langer

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