Neue Ausstellung

Die Freimanner Revolution: Hier hatte der Aufstand seine Wurzeln

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Brigitte Fingerle-Trischler vom Stadtteilarchiv erklärt, dass Freimann von der Revolution besonders stark betroffen war.

Freimann – Das Kurt Eisner im November 1918 den Freistaat Bayern ausrief, ist in jedem Geschichtsbuch nachzulesen – doch welche Rolle das Dörfchen Freimann dabei spielte, ist kaum bekannt

Es ist ganz schön was los gewesen in Freimann vor 100 Jahren: Denn damals hat die Revolution den Münchner Norden komplett verändert. Das Mohr-Villa Archiv hat deshalb jetzt eine Ausstellung zu dem Thema „Vor 100 Jahren Revolution in Freimann“ vorbereitet, die am Donnerstag eröffnet wird.

„Freimann war von der Revolution besonders stark betroffen“, erklärt Brigitte Fingerle-Trischler vom Stadtteilarchiv, die das Konzept für die Ausstellung entworfen hat. Während des Ersten Weltkrieges entstanden in dem kleinen Bauerndorf die Kruppwerke, in denen bis zu 3000 Arbeiter tätig sein sollten. 

Im Jahr 1918 waren rund 1200 Arbeiter in Freimann – von denen viele die bayerische Revolution unterstützen. Schon im Januar 1918 streikten sie und als im November 1918 Kurt Eisner den Freistaat Bayern ausrief, waren ebenfalls viele Krupparbeiter dabei. „Ein Lehrer hat in der Schulchronik beschrieben, dass die Krupparbeiter mit fliegenden Fahnen in die Stadt gezogen sind“, erklärt Fingerle-Trischler.

Zunächst blieb in Freimann alles friedlich. Ein Bauern- und Arbeiterrat wurde gewählt und die SPD gründete eine Sektion. Doch dann schlug die Stimmung um: Im April übernahmen Linksradikale die Stadt und auch in Freimann ergriffen Rote Garden die Macht. Sie entwaffneten die Polizei, nahmen den Bürgermeister in Gewahrsam und plünderten in den Straßen. 

Doch nach rund einem Monat rückten die Regierungstruppen von Föhring aus nach Freimann vor. „Sie beschossen die Kruppwerke“, berichtet Brigitte Fingerle-Trischler. „Es war fast wie im Krieg.“ Nur weil die Roten Garde inzwischen in die Stadt gezogen waren und der umsichtige Bürgermeister eine weiße Friedensfahne an den Kirchtrum hing, gab es kein großes Blutvergießen.

Claudia Schuri

Die Ausstellung

Während des Ersten Weltkrieges entstanden in dem kleinen Bauerndorf Freimann die Kruppwerke.

Die Ausstellung „Vor 100 Jahren Revolution in Freimann. Wie der Arbeiteraufstand 1918/19 den Münchner Norden veränderte“ wird am Donnerstag, 4. April, um 19 Uhr eröffnet. Sie ist bis Sonntag, 28. April, in der Mohr-Villa, Situlistraße 73, in Freimann zu sehen.

Geöffnet ist dienstags und mittwochs von 11 bis 14 Uhr und donnerstags von 11 bis 14 Uhr sowie von 17.30 bis 19.30 Uhr. Es können auch individuelle Termine vereinbart werden. In den Schulferien ist ein Besuch nur nach Vereinbarung möglich. Die Mohrvilla ist telefonisch unter der Nummer 08 9/3 24 32 64 oder per E-Mail an treffpunkt@mohr-villa.de erreichbar. 

Weitere Informationen über die Mohr-Villa gibt es auch auf der Homepage www.mohr-villa.de. Der Eintritt zu der Ausstellung ist kostenlos.

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