Schulhaus gesucht!

Parzivalschule muss aus Gebäude am Hart raus – bisher kein neuer Standort gefunden

Am Hart Kinder tollen fröhlich über das weitläufige Gelände, sie spielen, lachen, lernen hier. Das Gelände der ehemaligen Kronprinz-Rupprecht-Kaserne in der Schleißheimer Straße 430 war für die Parzivalschule immer nur als Übergangslösung gedacht – dass Ende des Jahres dort nun aber endgültig Schluss ist, droht für den „Förderverein für Heilende Erziehung“, der die Schule trägt, jetzt zur Katastrophe zu werden. Die Heimat der Schule ist eigentlich der Ackermannbogen. Hier, auf dem Gelände der ehemaligen Stettenkaserne an der Schweren-Reiter-Straße/ Ackermannstraße wurde sie von einer Elterninitiative gegründet – und hierher wollte der Verein immer auch wieder zurück. Im Zuge der Abriss-maßnahmen im Ackermannbogen musste die Schule das Gelände 2004 zwar verlassen, aber immer mit dem Ziel und der Zusage der Stadt, später wieder in einen Neubau zurückkehren zu können. „Dieses Angebot der Stadt München ist für uns eine einmalige Chance, einen eigenen Schulbau errichten zu können“, heißt es dazu in einem Flyer der Schule. Die einzige Förderschule für lernbehinderte Kinder, die in Bayern mit Waldorf-Pädagogik arbeitet, muss hierzu aber weit an die finanzielle Schmerzgrenze gehen. Und ein weiteres, noch viel größeres Problem: Der geplante Standort liegt im vierten Bauabschnitt im Neubaugebiet am Ackermannbogen, just dort also, wo sich der Baubeginn wegen des Streits um den geplanten Supermarkt immer weiter verzögert hat. Geschäftsführer Gustav Müller fürchtet gar: „Das kann sich noch mal richtig hinziehen.“ Von „ein bis sechs Jahren“ geht er aus – „das ist auch eine Katastrophe bei der Suche nach einem Zwischen-Standort, erklären Sie das mal einem Vermieter!“ Die Verantwortlichen der Schule betonen zwar, dass man für die Verzögerung niemanden so richtig verantwortlich machen könnte – dennoch muss bald eine Lösung her. Die Parzival-Schule und die zugehörige Heilpädagogische Tagesstätte Lödur-Haus, in der mehr als dreißig Grundschulkinder nachmittags betreut werden, haben zum Ende des laufenden Jahres am Hart gekündigt, da sie fest davon ausgingen, dann bereits nach Schwabing heimkehren zu können – und der Vermieter an der Schleißheimer Straße zeigt bisher kein Einsehen in Sachen Fristverlängerung, ein großer Automobilhersteller soll einziehen. Der Verein steht damit vor dem Problem, erneut nach einem provisorischen Standort suchen zu müssen. Da es kaum Immobilien gibt, die für die Schule nutzbar sind – benötigt werden große Grünflächen –, müssen in jedem Fall erhebliche Umbaukosten gestemmt werden. Da der Verein aber sein Geld für den Neubau braucht, ist man dringend auf Hilfe angewiesen. „Sonst besteht die Gefahr, dass uns der eigentliche Bau-Plan finanziell wegkippt“, befürchtet Schüler-Mutter Rebecca Berchtenbreiter. „Wir sind schon in engen Verhandlungen, müssen aber eben die ganze Zeit schauen, dass wir bloß nicht zu viel ausgeben“, stöhnt indes Gustav Müller. Konkret hofft der Verein als Übergangslösung auf einen Komplex an der Ecke Edmund-Rumpler-/ Langfeldstraße. „Klar oder gar unterschrieben ist da aber noch gar nichts“, betont der Fördervereins-Geschäftsführer. So hoffen die Verantwortlichen weiter auf finanzielle Unterstützung, aber auch auf Hilfe bei der Suche nach einem Standort von Seiten der Landeshauptstadt. Eine schnelle Lösung muss in jedem Fall her – damit die 130 Parzival-Schüler auch im Januar noch spielen, lachen und lernen können. Felix Müller

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