Platz für 500 Schüler

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Weingärtner und Bürgermeister Franz Schwarz bei der Vorstellung der Pläne für die Erweiterung der Unterföhringer Grundschule. Foto: privat

Gut 50 Bürger konnte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Weingärtner im gut gefüllten kleinen Saal des Bürgerhauses Unterföhring zur Präsentation des Siegerentwurfes des Architektenwettbewerbes für die Erweiterung der Unterföhringer Grundschule begrüßen. Details stellte Bürgermeister Franz Schwarz vor.

Im ersten Teil seiner Ausführungen ging der Bürgermeister zunächst kurz auf die durch die Altersstruktur der Bevölkerung bedingten Rahmenbedingungen für die Infrastrukturplanung in Unterföhring ein. Im Unterschied zum vielen Kommunen in den ländlichen Regionen Bayerns gäbe es in Unterföhring viele junge Familien und daher keine bevorstehende Überalterung. Daraus resultiere jedoch auch die Notwendigkeit vorausschauender Infrastrukturplanung – vor allem im Bereich Schule und Betreuungseinrichtungen für Schulkinder, denn die Krippen- und Kindergartenkinder von heute seien die Schulkinder von morgen. Konkret bedeute das für Unterföhring, dass die Zahl der Schulkinder bis zum Schuljahr 2015/2016 von gegenwärtig 300 auf ca. 500 ansteigen werde. Den ersten Teil dieser stufenweise erfolgenden Zunahme könne das bestehende Schulgebäude noch aufnehmen, da es zu Zeiten errichtet wurde, als Unterföhring noch Standort einer Grund- und Teilhauptschule war. Als weitere Reserve könnten übergangsweise die Fach- und Mehrzweckräume genutzt werden, mit denen das Gebäude seinerzeit großzügig ausgestattet worden sei. Ab dem Schuljahr 2015/2016 jedoch werde der nunmehr geplante Anbau benötigt. 196 Bewerber für den Wettbewerb Für den von der Gemeinde ausgeloben Architektenwettbewerb habe es 196 Bewerbungen gegeben, aus denen nach einem festgelegten Verfahren 10 Architektenbüros ausgewählt und zur Einsendung von Entwürfen aufgefordert worden seien. Der Wettbewerb gliederte sich in einen Realisierungs- und einen Ideenteil. Der Realisierungsteil beinhaltet den Entwurf der Schulerweiterung, während die Aufgabenstellung für den Ideenteil Vorschläge für die Überplanung des heutigen Hortgeländes ohne feste Vorgaben beinhaltet, um Optionen für eine Neugestaltung des Areals in Abhängigkeit künftiger Entwicklungen im Bereich der Betreuung von Schulkindern aufzuzeigen. Das von der Gemeinde für die Schulerweiterung in enger Abstimmung mit der Schulleitung erstellte Raumprogramm umfasst sechs Klassenzimmer samt Nebenräumen für den Ganztagsschulbetrieb sowie Fach- und Funktionsräume, ferner eine Mensa samt Vollküche sowie zwei Schulsporthallen. Diese Hallen ersetzen die Gemeindehalle, die im Zuge der Maßnahme abgerissen werden wird. Den mit Abstand überzeugendsten Entwurf, der nach einem deutlichen Votum der Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, hatte das Architekturbüro Bayer & Strobel aus Kaiserslautern vorgelegt. Das Konzept der jungen Architekten sieht einen sich nach Norden parallel zur Münchner Straße erstreckenden Anbau im Westteil des bestehenden Schulgebäudes vor, der sich in seiner Höhenentwicklung an die bestehende Bebauung sowohl auf dem Schulgelände als auch zur Münchner Straße hin anpasst. Im Erdgeschoss des Anbaus sind die Mensa mit Küche, eine zusätzliche Aula sowie eine Ballspielhalle mit sieben Meter Höhe untergebracht. Der Zugang zu den Sporthallen, die außer für den Schulsport auch für andere Nutzungen etwa durch Vereine oder die Volkshochschule vorgesehen sind, erfolgt abgetrennt vom Schulgebäude von der Münchner Straße her. Hierzu wird der Bereich der Münchner Straße auf Höhe der Gemeindehalle umgestaltet. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich jeweils drei Klassenzimmer mit zugeordneten und gemeinsamen Neben- und Ausweichräumen für den Ganztagsschulbetrieb. Im zweiten Obergeschoss befinden sich darüber hinaus noch Fachräume und eine Turnhalle mit 4 m Höhe. Bereit für die kommende Ganztagsschule Die Einrichtung des Schulanbaus für den Ganztagsbetrieb so Bürgermeister Schwarz werde sich in keinem Fall als Fehlinvestition erweisen, da die Entwicklung zur Ganztagsschule auch in Bayern niemand mehr aufhalten werde. Außer mit der Konzeption des Baukörpers überzeugt der Entwurf auch durch die Tatsache, dass der Großteil der Freiflächen, insbesondere der Pausenhof, in etwa in der jetzigen Größe erhalten bleibt. Auch die Versorgungslogistik der Küche wurde optimal gelöst. Zum Abschluss seiner Erläuterungen des Schulanbaus ging der Bürgermeister auf den Zeitplan des Projektes ein. Der Abriss der Gemeindehalle ist für den Zeitraum der Sommerferien 2012 geplant. Anschließend sollen sehr zeitnah die Erdarbeiten für die Baumaßnahme beginnen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2015 geplant. Schwarz räumte ein, dass der Zeitplan sehr ambitioniert ist. Wegen es Abrisses der Gemeindehalle müssen zu Beginn des Schuljahres 2012/13 Ausweich- und Übergangslösungen nicht nur für den Schulsport sondern auch für eine Hort- und Mittagsbetreuungsgruppe, diverse Vereine, und die Volkshochschule zur Verfügung stehen. Diese werden so der Bürgermeister derzeit vorbereitet und beinhalten u.a. einen Shuttleservice zum Sportzentrum für den Sportunterricht sowie Modulbauten für die Hortkinder, die auf dem Grundstück zwischen Rathaus und Esso-Tankstelle aufgestellt werden. Wie das alte Schulgebäude wird auch beim Anbau die örtliche Erdwärme der Hauptenergieträger für die Wärmeerzeugung sein, ergänzt durch solare Warmwassererzeugung.

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