„Müssen schärfere Geschütze auffahren“

PCB-Belastung in der Eduard-Spranger-Schule: Elternbeirats-Vorsitzende will Anwalt einschalten

Jörg Roeber ist der Elternbeiratsvorsitzende der Eduard-Spranger-Schule. Er will nun einen Anwalt einschalten.

Jörg Roeber hat genug von der Situation an der Eduard-Spranger-Schule. Krebserregendes PCB, kaum noch benutzbare Toiletten, ein einsturzgefährdetes Turnhallen-Dach – nun will der Vorsitzende des Elternbeirates einen Anwalt einschalten. Was die Stadt zu den Problemem sagt, lesen Sie hier.

Mit mehreren Maßnahmen soll jetzt versucht werden, die Situation in der PCB-belasteten Eduard-Spranger-Schule (Hallo berichtete) zu verbessern. „Das Baureferat hat angekündigt, zwei Räume mit einem Belüfter auszurüsten. Wenn das Erfolg hat, soll die ganze Schule damit ausgestattet werden“, erzählt Sabine Bock aus der Grünen-Fraktion des Stadtrates. Der Elternbeiratsvorsitzende Jörg Roeber fürchtet allerdings, „dass die Schadstoffe dadurch nur noch mehr durch die Luft gewirbelt werden“. PCB sind krebsauslösende Chlorverbindungen. In der Schule liegen deren Werte in einem Bereich, der keine sofortige Schließung rechtfertigt, aber auch kein Ignorieren. Eine mehrere Monate alte Idee aus dem Bezirksausschuss, die Fugen im Gebäude luftdicht zu versiegeln, ist dagegen weiterhin in der Warteschleife. „Noch ist der Antrag nicht eingegangen“, erklärt Christina Warta vom Bildungsreferat und fügt hinzu: „Der Abriss und Neubau der Schulanlage wird derzeit mit Hochdruck weiterverfolgt.“ Doch diese finale Lösung liegt in ferner Zukunft. „Das Baureferat hat mitgeteilt, dass das Gebäude erst 2020 abgerissen werden kann“, berichtet Roeber.

Drei Jahre unter den jetzigen Zuständen will er nicht akzeptieren, denn die PCB-Belastung ist seiner Meinung nach nur eines von vielen Problemen: „Es gibt kaum noch offene Toiletten in der Schule. Und weil das Dach der Sporthalle einsturzgefährdet ist, wurden alle Ballspiele verboten. Aber nicht alle halten sich daran. Muss erst jemand sterben, bevor etwas passiert?“

Deswegen will Roeber jetzt handeln: „Wir müssen schärfere Geschütze auffahren.“ Ein Anwalt soll eingeschaltet werden, um den Druck auf Rektor Peter Wummel zu erhöhen, der sich zum Thema übrigens nicht äußern wollte. „Er muss sich seiner Fürsorgepflicht für Schüler und Lehrer bewusst werden“, sagt Roeber. Außerdem sollen Tests zeigen, ob die PCB-Belastung bereits in den Körpern von Kindern und Erwachsenen nachzuweisen ist. Bei Lehrern soll es bereits positive Tests gegeben haben, sagt Roeber.
Marco Heinrich

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