Neue Geschäftsführerin über ihre Pläne

Stadion frei für Mrs. Olympiapark!

Olympiapark-Chefin Marion Schöne über die Stadion-Sanierung, Pläne für die Multifunktionshalle und die Veranstaltungs-Highlights 2017

Über 40 Jahre arbeitete ihr Vorgänger, Arno Hartung, für den Olympiapark. So konnte Marion Schöne, die ab 1. Januar neue Geschäftsführerin der GmbH wird, ganz viel Enthusiasmus und unerschöpfliches Wissen von „Mr. Olympiapark“ übernehmen, als sie die letzten beiden Jahre dessen Stellvertreterin war. Die gebürtige Weilheimerin lebt seit ihrem 18. Lebensjahr in München, wo sie auch VWL studierte. 1998 zog sie mit Mann und Töchtern ins Olympische Dorf, noch nicht ahnend, dass der Olympiapark 2010 zu ihrer Arbeitsstelle werden würde. Ihren Einstandsabend als Geschäftsführerin wird sie beim Spiel des EHC gegen die Kölner Haie verbringen. Das Eisstadion ist eine von vielen „Baustellen“, um die sich die 54-Jährige künftig kümmern muss – neben der rund 78 Millionen Euro teuren Sanierung des Stadions. Die aktuellen Bestrebungen, den Olympiapark als ­Unesco-Weltkulturerbe eintragen zu lassen, bewertet sie kritisch: „Man muss sehen, was das genau bedeutet. Natürlich werden wir dem Erbe dieser einmaligen Architektur Rechnung tragen, aber das Gelände muss lebendig bleiben, es darf keinen Stillstand geben – weder bei den Gebäuden noch bei Veranstaltungsformaten.“ Die Park-Chefin von A bis Z. Maren Kowitz 

Außendarstellung: Zum 1. Januar trete ich aus dem Backstage-Bereich auf die Bühne, werde die GmbH als Geschäftsführerin nach außen vertreten.

Bundesliga:  Als die Allianz Arena gebaut wurde, hat man sich darauf geeinigt, Profifußball ausschließlich dort stattfinden zu lassen, Konzerte nur im Olympiapark. Nur einmal kam der Fußball bisher zurück – das UEFA Champions League-Finale der Frauen 2012.

Champions: Die deutsche Meisterschaft war sehr wichtig für den EHC. Je erfolgreicher eine Mannschaft ist, desto mehr kommen. Wir liegen jetzt bei rund 5000 Zuschauern pro Spiel.

Dachsanierung: Wir planen eine umfassende Sanierung des Olympiastadions. Dafür liegt die Grobschätzung bei 76 bis 78 Millionen Euro. Ende 2018 soll die genaue Kostenberechnung vorliegen. Dann muss der Stadtrat entscheiden. Losgehen wird es auf keinen Fall vor 2022.

Eisstadion: Ein vorolympischer Bau, der dringend saniert werden müsste. Wenn aber die neue Multifunktionshalle kommt, wird man sich Gedanken über eine Neuplanung an der Stelle machen.

Feuerwerk: Ich freue mich auf den Sommernachtstraum, der 2017 mit neuem Konzept, aber mit bewährtem Mega-Feuerwerk stattfindet.

Gesamtkonzept: Der Olympiapark ist eine Kombination aus architektonischem Highlight und einer Veranstaltungsstätte auf internationalem Niveau. Das muss er bleiben. Dazu müssen aber alle Sanierungen wie geplant über die Bühne gehen.

Highlights 2017: Nächstes Jahr wird die Open-Air-Saison besonders fantastisch – ich freue mich auf Robbie Williams und Guns N’ Roses. Außerdem werden wir mit „Aida“ endlich wieder eine monumentale Klassik-Produktion im Stadion haben.

Intern: Für die Olympiapark München GmbH arbeiten rund 100 Mitarbeiter. Zu uns gehört aber auch der Olympiastützpunkt Bayern und das Leistungszentrum für Rudern und Kanu.

Jugend: Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir darin, neue Veranstaltungsformate für junge Zielgruppen zu erschließen. Einen wesentlichen Schritt haben wir mit MASH gemacht, der Action­sportveranstaltung, die wir 2014 ins Leben gerufen haben.

Kleine Olympiahalle: Die Auslastung ist gut – heuer lief ja die Ausstellung „Star Wars Identities“. 2017 kommt „Magic City“, eine ganz besondere Street Art-Schau, die derzeit in Dresden läuft.

Lieblingsmoment: 2014, als Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, war ich beim Public Viewing im Olympiastadion. Das war ein Wahnsinnsmoment, man kam sich vor, als stünde man auf dem Platz und über 30 000 Menschen haben gejubelt.

Multifunktionshalle:  Jetzt ist wieder Bewegung in die Planung gekommen, auf dem Gelände der ehemaligen Radsportarena eine Multifunktionshalle für Basketball, Eishockey und Drittveranstaltungen zu bauen. Wir hoffen, dass Anfang 2017 eine Entscheidung fällt.

Neuland: Ende September veranstalten wir ein Rugby-Turnier im Olympiastadion. Bei Olympia 2016 hat man ja gesehen, wie einfach verständlich, schnell und begeisternd der Sport ist.

Olympiahalle wird schon seit 2007 saniert. Die Decke und die Bestuhlung wurden neu gemacht. Bis 2019 geht die Betriebstechnik- und Brandschutzsanierung.

Pendeln: Ich wohne bereits seit 1998 im Olympischen Dorf. Ich habe einen wirklich kurzen Arbeitsweg.

Quote: Als ich 2010 als Abteilungsleiterin Betriebswirtschaft in der Geschäftsführung des Olympiaparks angefangen habe, war ich die erste Frau in der 38-jährigen Geschichte. Nun ist auch meine Nachfolgerin eine Frau, das heißt wir haben jetzt 50 Prozent der vier leitenden Positionen mit Frauen besetzt.

Rasen: Gerade sind wir damit fertig den Asphalt im Olympiastadion, also eine Innenfläche von 18 000 Quadratmetern, aufzubrechen. Jetzt transportieren wir den Bauschutt ab und müssen schauen, wie die Laufbahn darunter aussieht. Der neue Rasen kommt im Frühjahr 2017 rein, er wird allerdings nicht profifußballtauglich sein, weil keine Rasenheizung eingebaut ist.

Sorgenkind gibt es nicht. Ich weiß, dass ich ein gutes Team habe und bin zuversichtlich, dass wir alle Aufgaben stemmen können, auch wenn es eine Herausforderung sein wird.

Turm:  Mein Lieblingsort. Aus 190 Metern Höhe auf den Park runterzuschauen, wenn gerade viel los ist, beeindruckt mich jedesmal.

Unterhalt: Seit 2007 kümmern sich die Stadtwerke um den Erhalt der Infrastruktur. Dafür haben wir ihnen bis 2016 jährlich zwischen 16 und 20 Millionen Euro gezahlt.

Verregnet: Dieses Jahr hatten wir Pech bei unseren Outdoor-Veranstaltungen. Zum Beispiel mussten wir bei Rockavaria die Seebühne abbrechen, weil es so geschüttet hat. Wir haben dann das Olympiastadion geöffnet, damit sich die Besucher unterstellen konnten.

Wirtschaftlich: Wir müssen im operativen Bereich wirtschaftlich agieren. Künftig werden wir auch eine Pacht an die Stadt zahlen.

X-Games waren 2013 eine unglaublich tolle Veranstaltung im Olympiapark. Es war eine große Enttäuschung, dass ESPN die Spiele 2014 und 2015 abgesagt hat.

Yes: Wir hatten 2016 rund vier Millionen registrierte Besucher. Vor allem unter den über 500 000 Besuchern, die auf den Turm fahren, sind viele ausländische Touristen.

Zuständig: Das Gelände der Olympiapark München GmbH erstreckt sich vom Ring und der Lerchenauer Straße bis zur südlichen Uferstraße am Olympiasee.

 

Auch interessant:

Meistgelesen

Zehn Verletzte bei Zimmerbrand in Wohnhaus: Neue Informationen zur Brandursache
Zehn Verletzte bei Zimmerbrand in Wohnhaus: Neue Informationen zur Brandursache
Busse halten abseits von Haltestellen – aus diesem kuriosen Grund
Busse halten abseits von Haltestellen – aus diesem kuriosen Grund
München
Intime Einblicke ins EHC-Kabinenleben & Tickets für das Heimspiel gegen Berlin
Intime Einblicke ins EHC-Kabinenleben & Tickets für das Heimspiel gegen Berlin
„Realitätsfern“: Lehrerverband kritisiert Grüne Pläne, Parkplätze an Schulen zu streichen
„Realitätsfern“: Lehrerverband kritisiert Grüne Pläne, Parkplätze an Schulen zu streichen

Kommentare