Neues Musical-Sternchen

Lernt gerade Gitarre spielen und singt gern: Bettina Reger aus Feldmoching. Foto: bit

Feldmoching: Bettina Reger (9) gewinnt Kindercasting und darf bei Evita im Deutschen Theater singen

Nein, daran geglaubt hat kaum noch jemand. Am allerwenigsten Bettina selbst. Nicht nach dem Casting, bei dem sie so aufgeregt war und so leise gesungen hat wie noch nie. Dennoch: Der Traum der Neunjährigen aus Feldmoching ist in Erfüllung gegangen: Bettina Reger wird beim Welterfolg „Evita“ auf der Bühne des Deutschen Theaters stehen – zusammen mit internationalen Musical-Stars aus dem Londoner West End. Bislang singt Bettina im Kinder-Kirchenchor von St. Peter und Paul – „und ständig zu Hause“, sagt Mama Andrea. Am liebsten trällert die Neunjährige Abba-Lieder oder Klassiker von Queen. „Oft dichtet sie aber auch selbst was zusammen“, merkt Schwester Alexandra (12) an. Sie war die einzige, die sich sicher war, dass Bettina für die Rolle in Evita ausgewählt wird: „Wir haben schließlich ganz viel zusammen geübt.“ Von dem Casting, zu dem das Evita-Produktionsteam eingeladen hat, hat Bettina von der Mama ihrer besten Freundin erfahren. „Die hat es dann auch meiner Mama gesagt, und die war einverstanden, dass ich da mitmache“, sagt die Neunjährige. Also hat sie sich im Internet das Lied „Santa Maria“ angehört und die Noten heruntergeladen. Zusammen mit ihrer Mutter feilte sie an der englischen Aussprache. „Bettina ist ja erst in der vierten Klasse, da ist das mit dem Englischen noch nicht so einfach“, merkt Alexandra Reger an. Geholfen hat zudem die Nachbarin, die selbst Opernsängerin ist. Und auch in der Schule sang das Mädchen seinen Freundinnen immer wieder „Santa Maria“ vor: „Die konnten es am Schluss schon gar nicht mehr hören“, meint sie. Doch das viele Üben hat sich gelohnt: Bettina wurde gemeinsam mit drei anderen Kindern ausgewählt, im Musical mitzuwirken. Und das, obwohl „ich so aufgeregt war“. Ein Wunder auch für Mama Alexandra: „Sie hatte wahnsinnig Lampenfieber, war ganz kleinlaut und sehr still. Das ist unüblich für mein Kind“ betont sie. Die Aufregung machte sich dann auch beim Vorsingen bemerkbar – Bettina traf zwar die Töne, die kamen aber sehr leise aus ihrem Mund. „Die anderen Kinder hörte man schon im Vorraum“, erzählt Alexandra Reger. „Die haben dafür schief gesungen“, kontert Bettina und gibt zu: „Ich hatte voll die wackligen Beine.“ Vier Tage nach dem Casting hatte die Ungewissheit ein Ende – die Produktionsfirma rief an und bestätigte, dass Bettina auftreten dürfe. „Da hat die ganze Familie gejubelt, alle sind wahnsinnig stolz auf Bettina“, sagt die 42-Jährige, die nun überlegt, ob sie ihre Tochter zur Gesangslehrerin schicken soll. Ernst wird es am 23. November, wenn im Deutschen Theater die Generalprobe auf dem Plan steht. Bis 12. Dezember teilen sich dann die vier ausgewählten Mädchen die Rolle des Kindes, das im zweiten Akt das Lied „Santa Evita“ singt. Zunächst aber steht für Bettina anderes im Vordergrund: „Ich übe gerade an der Schule für das Weihnachtsstück, stricke viel und lerne Gitarre“, sagt sie. Singen, das könne sie eh den ganzen Tag über. Und gegen die Nervosität vor dem großen Auftritt hat Schwester Alexandra schon ein Rezept: „Ich kenne ein gutes Konzentrationsspiel, das lenkt ab und beruhigt“, sagt sie. Tanja Bitterer

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