Im Netz der Seelenfänger

Sektenveranstaltung der Jugend der SPD Unterföhring

Mitte Juli fand in der Gaststätte zum Hackerbräu die Informationsveranstaltung der SPD Jugend Unterföhring zum Thema „Im Netz der Seelenfänger – Von Religionen und Sektierern“ statt. Neben Mitgliedern waren auch interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen. Nach einführenden Worten durch den 2. Bürgermeister Thomas Weingärtner und der Jugendbeauftragten der Gemeinde, Sabine Ebner, begann der spannende Vortrag von Herrn Forstmeier. Aus einem anfänglich für eine Stunde geplanten Vortrag mit anschließender Diskussion wurden dann auf einmal zwei Stunden. Die anwesenden Gäste waren sehr interessiert und stellten nebenbei viele Fragen. Herr Forstmeier teilte seinen Vortrag in einzelne Blöcke. Zunächst standen die großen Weltreligionen und die dazu gehörenden Untergruppen im Fokus. Danach ging er über in den Bereich, der neuen religiösen Bewegungen, zu denen auch Scientology zählt. Hier brannten den Besuchern besonders viele Fragen unter den Nägeln. Herr Forstmeier referierte angefangen vom Aufbau dieser Organisation bis hin zu Methoden und Programmen. Eine wichtige Frage war, wie sich solche Organisationen finanzieren. Herr Forstmeier erzählte, dass man bei Scientology von einer „Kriegskasse“ spricht, die durch die Mitglieder selbst aufgebaut wird. Damit räumt er mit dem Gerücht auf, dass große Konzerne hinter Scientology stehen. Das sei nicht der Fall, vielmehr seien es die Mitglieder, die viel Geld in die Sekte einbezahlen, z.B. durch das Buchen von Kursen oder den Kauf des sogenannten „E-Meters“. Der Vortrag von Herrn Forstmeier brachte viele weitere sehr interessante Erkenntnisse. So sind es oftmals nicht nur religiöse Gruppierungen die gefährlich und als sogenannte Sekten einzustufen sind, sondern auch Vereine oder andere Organisationen. Aufgrund ihres Vorgehens, die Behandlung ihrer Mitglieder und die systematische Vorgehensweise gegen Andersdenkende können solche Vereine auch als sektennah erkannt werden. Einige Vereine werden von Scientologen geführt, ohne das Wissen der Mitglieder und unter dem Deckmantel etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun. In Wahrheit versuchen diese Vereine Mitglieder für die Sekte zu rekrutieren. Die Vorgehensweisen sind oft ähnlich. Die Mitglieder sollen abhängig gemacht werden, keine anderen Meinungen werden toleriert – nur die eigenen Ziele zählen. Ängste werden geschürt und damit die Mitglieder an sich gebunden. Eine erschreckende Vorstellung, dass es in unserer Gesellschaft Organisationen oder Vereine gibt, die genau nach diesem Schema arbeiten.

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