MVV-Toiletten umsonst?

Werden Toiletten im U-Bahnraum für MVV-Nutzer bald kostenlos?

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Auslöser des Antrags: Seit Juli sind die Toiletten an der Haltestelle Feldmoching geschlossen.

Ärger um langzeitgesperrte Toiletten sorgt im BA für Umdenken. Die Nutzung der Toiletten an U-Bahn-Haltestellen solle künftig im Ticketpreis enthalten sein. Aber ist diese Idee umsetzbar?...

Feldmoching – Könnten MVV-Fahrtickets künftig als Eintrittskarte für die öffentlichen Toilettenanlagen im U-Bahnraum dienen? Wenn es nach dem Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl ginge, wäre die Antwort darauf ein deutliches Ja. 

In der letzten Sitzung wurde ein entsprechender Antrag dazu gefasst. Ideen zur Umsetzung wurden gleich mit eingebracht: „Man könnte QR-Codes auf den Tickets nutzen, die an den Anlagen gescannt werden und dem Fahrgast so den Zutritt ermöglichen“, überlegte etwa Markus Auerbach (SPD), Vorsitzender des BA. 

Somit könne künftig die Nutzung im Ticketpreis enthalten sein. Ausschlaggebend für die Überlegungen war eine Frage, die Martin Obersojer jr., CSU-Fraktionssprecher, kurz vor Ende der Sitzung stellte: „Wie lange sollen die Arbeiten an den WC-Anlagen am Bahnhof Feldmoching noch andauern?“ 

Martin Obersojer jr., CSU-Fraktionssprecher, klagt, dass die Toilettenanlage seit sechs Monaten geschlossen sei und sich endlich etwas tun muss.

Die Anlage sei seit sechs Monaten geschlossen, an der Tür hängt nur ein Schild, welches auf den nächstgelegenen Toilettenstandort am Scheidplatz verweise, so Obersojer weiter. Für ihn keine Lösung: „Der Scheidplatz ist sieben Stationen von Feldmoching entfernt. Das kann bei dringenden Bedürfnissen schon zu Problemen führen.“ 

Seinen Ärger griff der BA sofort auf und weitete den Vorschlag, eine schnelle Lösung für das Problem zu fordern, aus – durch Auerbachs Vorschlag. Reinhard Bauer (SPD), Vorsitzender des Münchner Seniorenbeirats, ergänzte, dass dieser bereits seit Längerem die kostenlose Nutzung der Toiletten fordere. 

Sprecher der MVG ist skeptisch

Abschließend beschloss der BA einstimmig, einen Antrag zu formulieren, in dem gefordert wird, dass sowohl die Arbeiten an den gesperrten Toiletten zügig vorangetrieben, als auch die Möglichkeit der Integration der Kosten für die Toilettennutzung in die Fahrtickets geprüft werden. 

Matthias Korte, Sprecher der MVG, sieht dies auf Hallo-Nachfrage skeptisch: „Die Fahrgeldeinnahmen der MVG stehen für die Finanzierung von WC-Gebühren nicht zur Verfügung.“ 

Das Geld werde für die Sanierung und den Ausbau des ÖPNV benötigt. Die Nutzungsgebühr von 60 Cent sei von der Landeshauptstadt durch einen Stadtratsbeschluss vorgegeben, dementsprechend seien auch die Verträge mit den Dienstleistern, der LHM Services GmbH, gestaltet. 

Das sagt die MVV dazu:

Deutlich gesprächsbereiter zeigt man sich beim MVV: Man habe sich zwar noch nicht mit dem Thema befasst. Grundsätzlich sei man der Idee aber nicht abgeneigt. 

„Wenn ein etwaiger Antrag bei uns eingereicht wird, prüfen wir diesen natürlich auf Machbarkeit, vor allem im Hinblick auf die Kosten, die durch solche Maßnahmen entstehen würden“, so eine Sprecherin des Verbundes.

Benedikt Strobach

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