Verkehr München

Pläne zum Umbau des Bahnübergangs Fasanerie: Bahn-Tunnel statt -überführung gefordert

Bahnübergang Fasanerie
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Am heutigen Bahnübergang Fasanerie würde nach dem Umbau eine Fußgänger- und Rad-Unterführung entstehen.
  • Benedikt Strobach
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Am Bahnübergang Fasanerie sollen zwei Unterführungen für Autos und Fußgänger entstehen. Gegner fordern eine Bahntunnellösung zum besseren Erhalt des Ortsteils.

Die Bahnstrecke entlang der Fasanerie wird von Regionalzügen, Gütertransporten und S-Bahnen stark frequentiert. Schließt die Schranke an der Feldmochinger Straße, kommt es oft zu Rückstaus. Um die Situation zu entzerren, sollen zwei Unterführungen für Auto- und Fuß-Verkehr entstehen. Dazu liegen noch bis 20. Juli die Planungsunterlagen aus.

Die Interessengemeinschaft (IG) „Fasanerie aktiv“ lehnt diese jedoch ab. „Die geplante Streckenführung bringt den Anwohnern keine Vorteile und sorgt dafür, dass der Ortsteil zugunsten des Pendlerverkehrs zerschnitten wird“, erklärt Thomas Böttiger von der IG.

Die Feldmochinger Straße soll die Bahngleise bereits auf Höhe der Trollblumenstraße (in rot) unterirdisch kreuzen.

IG „Fasanerie aktiv“ sieht Gefahrenlage in geplanter Unterführung

Geplant ist, die Feldmochinger Straße bereits auf Höhe der Trollblumenstraße unter den Gleisen über die Borsigstraße Richtung Norden zu führen. Gleichzeitig soll am heutigen Bahnübergang eine neue Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung entstehen. Der heutige Übergang wird durch eine Park-Anlage ersetzt.

Die IG sieht darin Probleme: „Die aus der Unterführung kommenden Pendler haben in Richtung Norden trotz Ampelanlage kaum Einsicht in die Verkehrsverhältnisse. Das ist eine Gefahrenstelle für Fußgänger und Anwohnerverkehr.“ Das Verkehrs­aufkommen würde dadurch auch nicht beruhigt, sondern steigen. Zudem wären Apotheken und Supermärkte im anderen Ortsteil nur eingeschränkt erreichbar. Die Rampenanlagen der Fußgänger-Unterführung seien zudem eine Zumutung für Radfahrer und Menschen mit Behinderung.

BA stimmt Ursprungsplänen zum Bahnübergang Fasanerie zu

Die IG hat eine andere Lösung: „Die Bahntrasse soll von Moosach kommend abgesenkt unter der Straße verlaufen. Dadurch würden Auto- und Bahnverkehr getrennt, die Schranke fiele weg und die Fasanerie bleibt ungetrennt erhalten“, sagt Böttiger. Im BA machte sich Dirk Höpner (München-Liste) für die Tunnellösung der IG stark: „Mit der geplanten Tram zum Lerchenauer Feld haben wir im Stadtbezirk fünf Bahnübergänge. Ein Tunnel, eventuell bis Feldmoching, hätte für den gesamten Stadtbezirk riesige Vorteile.“ Das Gremium stimmte den Ursprungsplänen jedoch mehrheitlich zu. Man forderte aber, den Lärmschutz zu überarbeiten und die geplanten Unterführungen an den anderen Bahnübergängen im Stadtbezirk zeitnah zu realisieren.

Wie aus den Planungsunterlagen der DB Netz AG hervorgeht wurde eine tiefergelegte Bahntrasse auch geprüft, jedoch aufgrund umfassender Eingriffe und Konflikte in den Bauzustand und den damit verbundenen Kosten als nicht realisierbar bewertet. Für Böttiger kein Argument: „Aus der günstigeren Variante ergibt sich kein Vorteil für die Fasanerie. Das Vorhaben würde den Ortsteil zerstören.“

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