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Unterföhrings Helferkreis erhält Integrationspreis für Sprachkurse für Geflüchtete – Hallo hat den Verein besucht

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Von: Benedikt Strobach

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Martin Huthmann (li.) und Ghorban Jafari üben gemeinsam wichtige Begriffe zum Thema „Fugen von Fliesen“. Jeden Dienstag um 19 Uhr bietet der Helferkreis Sprachkurse an
Martin Huthmann (li.) und Ghorban Jafari üben gemeinsam wichtige Begriffe zum Thema „Fugen von Fliesen“. Jeden Dienstag um 19 Uhr bietet der Helferkreis Sprachkurse an © Benedikt Strobach

Der Helferkreis Unterföhring wurde für seine Sprachkurse mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Die Initiative unterstützt nicht nur beim Deutschlernen, sondern vermittelt auch für Geflüchtete.

Unterföhring Als 2015 viele Menschen aus Syrien, Eritrea oder Afghanistan nach Europa flohen, war Dagmar Hoffmann klar, dass man ihnen helfen muss. Die Vorsitzende des Helferkreises Unterföhring weiß: „Wer als Geflüchteter nicht in der Lage ist, sich in Wort und Schrift auf Deutsch zu verständigen, bekommt hier keinen Fuß in die Tür.“ Daher begann ihr Team früh, Sprachkurse für ankommende Menschen anzubieten.

Dieses Engagement ist nun von der Regierung von Oberbayern mit dem mit 1000 Euro dotierten Integrationspreis 2022 im Bereich „Integration durch Sprache“ ausgezeichnet worden. Für Hoffmann ein Erfolg: „Wir haben Lernangebote für Geflüchtete aller Altersklassen“, sagt sie. Alphabetisierungskurse, aber auch Übungen mit Bild-Karten, auf denen Kleidung oder Obst zu sehen ist, um die Worte auch visuell zu lernen, werden angeboten.

Auszeichnung für Unterföhringer Sprachkurse: Auch anderweitige Unterstützung für Geflüchtete

Die ausgezeichnete Sprachhilfe erhält viel Zuspruch. Einer der regelmäßigen Besucher ist Ghorban Jafari. Der 25-Jährige ist 2016 nach Deutschland gekommen und macht nun eine Ausbildung zum Fliesenleger. Hallo trifft ihn beim Lernen zum Thema „Fugen“ gemeinsam mit Martin Huthmann vom Helferkreis. Er freue sich sehr über das Angebot, erzählt Jafari: „Gerade lerne ich für meine Zwischenprüfung im September 2023.“

Huthmann erklärt: „Ghorban ist sehr gut in seinem Job, aber die Worte im Deutschen sind manchmal schwierig.“ Gemeinsam gehen sie die Begriffe durch – anschließend wiederholt Jafari diese in eigenen Worten. „Jeder hat eine eigene Lernweise. Andere hören sich die Erklärungen etwa mehrmals auf Busfahrten an, um sie zu verinnerlichen“, erklärt Huthmann.

Der Verein hilft den Geflüchteten auch bei der Suche nach Sportangeboten, reicht mit ihnen wichtige Unterlagen ein, bemüht sich um Arbeits- sowie Aufenthaltserlaubnisse oder unterstützt sie bei medizinischen Problemen. Hoffmann weiß, wie schön die Arbeit mit Geflüchteten ist: „Eine Schülerin ist jetzt auf einem Gymnasium in Gelsenkirchen. Dort schreibt sie nur Einser und Zweier.“ Auch Huthmann stimmt zu: „Die Menschen hier sind motiviert und lernwillig. Sie wachsein einem ans Herz.“ Sein Wunsch: „Es wäre toll, wenn es leichter für sie wäre hier bleiben zu können.“

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