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Furiose Football-Frauen

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Die München Rangers stampfen in nur zwei Monaten eine Damenabteilung aus dem Boden.

Schwarze Abendgarderobe, hochhackige Schuhe, entschlossener Blick und die sportarttypische Kriegsbemalung im Gesicht: So präsentiert sich die neu gegründete Damenmannschaft der München Rangers – erst das zweite bayerische Damenteam überhaupt im aktiven Ligabetrieb. Aber Frauen und American Football – passt das zusammen?

„Tatsächlich müssen wir oft mit Vorurteilen kämpfen. Auch meine Mutter fand es am Anfang nicht so toll, dass ich Football spiele“, gibt Sarah Zimmermann (links) zu. Zusammen mit Kristin Speed hatte sie Mitte September die Idee, bei den München Rangers eine Frauenabteilung ins Leben zu rufen. Der Vorstand war sofort Feuer und Flamme, via Facebook wurden interessierte Mädels und Frauen gesucht. „Nur eine Woche später waren wir schon 20 Frauen, wieder eine Woche später fand schon das erste Probetraining statt“, erzählt die 32-jährige Sarah Zimmermann von der „Blitzgeburt“ der Damenmannschaft.

Ebenfalls erstaunlich: Die Truppe, die künftig gut gepolstert und behelmt um Touchdowns kämpft, ist bunt gemischt – sowohl vom Körperbau als auch vom Alter her. „Wir haben sogar ein Mutter-Tochter-Gespann dabei“, sagt Zimmermann. Und die 25 Frauen sind top-motiviert. Athletik-Training mitgerechnet, wird dreimal die Woche trainiert, um sich auf die bevorstehende erste Saison vorzubereiten.

Und zumindest nominell treten die Damen, von denen bis auf die beiden Gründerinnen keine Spielerfahrung hat, gleich deutlich höher als ihre männlichen Vereinskollegen an: in der 2. Bundesliga. „Frauen-Football ist einfach noch zu unpopulär. Da gibt es unter der 2. Liga keinen echten Spielbetrieb“, erklärt Zimmermann, die außerhalb des Spielfelds im Bereich der Unternehmenskommunikation arbeitet. Und neben Spaß am Spiel haben sich die Münchner Mädels zum Ziel gesetzt, genau das zu ändern. Sie wollen die Sportart auch bei den Frauen populärer machen und mit Vorurteilen aufräumen. „Natürlich geht es nicht ohne blaue Flecken. Aber nicht umsonst wird American Football auch Rasenschach genannt – viel wichtiger als die körperliche Konstitution sind Konzentration und Taktik.“ Und da stehen die Mädels ihren männlichen Kollegen in nichts nach.

Die Damenmannschaft trainiert mittwochs ab 20 Uhr und freitags ab 19.30 Uhr in der Sporthalle Kapschstraße 4. Interessierte Frauen ab 16 Jahren sind willkommen. 

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