„Gefährliche Aktion“

Nach missglückter Greenpeace-Aktion in der Allianz Arena ‒ Polizei München sucht weitere Komplizen

Ein Greenpeace-Aktivist landet auf dem Spielfeld.
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Ein Greenpeace-Aktivist landet auf dem Spielfeld.

Bei der Notlandung eines Greenpeace-Aktivisten mit einem Motorschirm wurden zwei Personen verletzt. Die Polizei sucht nun nach Personen, die dem Pilot beim Start geholfen haben könnten.

  • Zwei Verletzte bei missglücktem Greenpeace-Protest vor EM-Spiel in München.
  • Kurz vor der Deutschland-Frankreich-Partie musste ein Pilot mit seinem Motorschirm notlanden.
  • Polizei sucht nun nach Zeugen, die potentielle Helfer gesehen haben könnten

Update: 21. Juni 2021

Missglückte Greenpeace Aktion - Polizei München sucht nach weiteren Mithelfern

Wie die Polizei München am Montag mitteilte, seien an der missglückten Greenpeace Aktion während dem Fußballspiel zwischen Deutschland und Frankreich, noch weitere Personen beteiligt gewesen. Die Mittäter sollen dem Piloten beim Start geholfen haben, bevor dieser aus nördlicher Richtung auf das Stadion zu flog.

Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Hinweise zu den genannten Helfern geben können. Personen, die Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 43, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Update: 18. Juni 2021

Missglückte Greenpeace-Aktion - Polizei München rüstet für nächste EM-Spieltage in München auf

Bei der missglückten Greenpeace-Aktion beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich wurden am Dienstag zwei Personen verletzt. Der 42-jährige Ukrainer und der 36-jährige Franzose wurden im Krankenhaus behandelt und sind mittlerweile wieder entlassen worden.

Nach der Protest-Aktion, bei der ein Greenpeace-Aktivist mit einem Motorschirm in der Allianz Arena notlanden musste, hat die Münchner Polizei ihr Sicherheitskonzept überarbeitet.

Zum nächsten EM-Spieltag in München (Samstag) werden die eingesetzten Beamten aufgestockt. Ursprünglich sollten 1.000 Polizisten im EM-Einsatz sein, jetzt sollen es ca. 1.500 sein.

Außerdem wird die Münchner Polizei zusätzlich für alle weiteren Spieltage durch die Hubschrauberstaffel und die Spezialeinheit aus Bayern unterstützt. Zusätzlich werden die polizeilichen Maßnahmen sowohl am Boden als auch in der Luft intensiviert.

Aktuell ermittelt die Polizei gegen den tatverdächtigen Motorschirm-Piloten u.a. wegen Verstoß gegen das Luftverkehrsgesetz, gefährlicher Körperverletzung, Gefährdung des Luftverkehrs und Hausfriedensbruch.

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Missglückte Greenpeace-Aktion in München: Notlandung mit Motorschirm vor EM-Spiel ‒ Zwei Verletzte in Klinik

Erstmeldung: 16. Juni 2021

Zwei Menschen werden bei der missglückten Aktion, die von Greenpeace initiiert wurde, verletzt. Eigentlich wollte die Umweltorganisation damit gegen Volkswagen, den Sponsor des Spiels, protestieren. Der Aktivist sei festgenommen worden, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei. Später entschuldigt sich Greenpeace - und erntet heftige Kritik.

Der Motorschirm-Pilot flog zunächst über dem Stadion und versuchte, einen großen gelben Ball in die Arena sinken zu lassen. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern.

Nach der Notlandung eilten ihm noch zwei Spieler der deutschen Mannschaft zur Hilfe - dann wurde er von zwei Sicherheitskräften abgeführt. Auf Bildern ist zu sehen, wie er zuvor noch einige Zuschauer streifte.

„Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind“, sagt der Polizeisprecher. Über die Schwere der Verletzungen gibt es zunächst keine Informationen.

Notlandung mit Motorschirm in München - Zwei Verletzte bei missglückter Greenpeace-Aktion vor EM-Spiel

Nach der missglückten Protest-Aktion vor dem EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Konsequenzen angekündigt. „Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Zur Protestaktion des Gleitschirmfliegers vor dem EM-Spiel in der Allianz Arena sagt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD):

Ich habe absolut kein Verständnis für derartige Aktionen, insbesondere wenn dadurch andere Menschen gefährdet werden. Es wurden zwei Personen verletzt, denen ich gute Besserung wünsche. Ich gehe davon aus, dass der sogenannte Aktivist entsprechend strafrechtlich belangt wird.

Dieter Reiter

Die Polizei ermittelt jetzt wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch - und nach dem Luftverkehrsgesetz - gegen den 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg. Das teilte das Polizeipräsidium München am Mittwoch mit.

Der Motorschirm-Pilot wurde festgenommen, sein Flieger sichergestellt. „Das Polizeipräsidium München betont, dass es keinerlei Verständnis für solche unverantwortlichen Aktionen gibt, bei denen eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird“, hieß es in der Mitteilung der Polizei

„Gefährliche Aktion“ - Kritik von allen Seiten für Greenpeace-Protest bei Fußball-EM in München

Die Europäische Fußball-Union UEFA sprach von einer „rücksichtslosen und gefährlichen Aktion“, die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest. Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt.

Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar“, sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich. „Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA.“

Eigentlich hätte laut Greenpeace alles ganz anders ablaufen sollen: Die Umweltorganisation forderte bei Twitter von Volkswagen, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Ein Sprecher räumte noch während des laufenden Spiels ein, dass die Aktion missglückt sei - und entschuldigte sich. „Das tut uns wahnsinnig leid“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: „Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.“ Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei.

Volkswagen kritisierte, Greenpeace habe mit der Protestaktion „Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht und es wurden sogar Menschen verletzt.“ VW sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Polizeipräsidium München/dpa/jh

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