Kommt die Münchner Müllkarte?

Anwohner-Ärger über Wertstoffinseln – Wie sich das nun ändern soll 

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Anblicke wie dieser veranlassten Ulrich Grasberger nun zum Handeln.

„Der Müll stapelt sich hier manchmal bis auf die Straße.“ Der Standort und Zustand von Wertstoffcontainern in Moosach ärgert Anwohner – wie sich das nun ändern soll...

Moosach – Zahlreiche Briefe und E-Mails liegen vor Ulrich Grasberger auf dem Tisch. Sie zeigen seinen Austausch mit öffentlichen Instanzen: Remondis, OB Reiter, Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM), Bezirks­ausschuss (BA) Moosach – die Liste ist lang. Die Konversationen handeln alle vom selben Thema: Der Situation an der Wertstoffinsel Ecke Hirsch- und Naumburger Straße. Diese veranlasste den Moosacher nun, aktiv eine stadtweite Initiative gegen die vorherrschenden Zustände an Wertstoffinseln zu starten. „Der Müll stapelt sich hier manchmal bis auf die Straße“, ärgert sich der 64-Jährige. 

Ulrich Grasberger

Vor allem die Flaschencontainer seien eine Zumutung: „Der Lärm, der beim Abholen der Flaschen entsteht, ist für Anwohner immens störend. Es gleicht dem Starten eines Düsenjets.“ Ab und an seien die Flaschen am Wochenende sogar schon um sieben Uhr morgens eingesammelt worden, klagt Grasberger. Daher habe er sich bemüht, alternative Standorte für die Flaschencontainer zu finden. 

Anblicke wie dieser veranlassten Ulrich Grasberger nun zum Handeln.

Seine Idee: „Auf Supermarkt-Parkplätzen wären diese perfekt angebracht, würden niemanden stören.“ Jedoch wurden seine Bemühungen bisher negativ beantwortet. So erklärte etwa OB Reiter in einem Antwortschreiben, dass die Container zur Wertstoffsammlung dort aufgestellt werden müssen, wo die Wertstoffe auch anfallen. Es sei unvermeidbar, dass Wertstoffsammelplätze auch innerhalb von Wohngebieten aufgestellt werden. „Das Verpackungsgesetz sieht eine Verpflichtung zur Errichtung von Wertstoffinseln an Super-, Getränkemärkten und Weindepots nicht vor“, erklärt Reiter weiter. Somit fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. 

Die Situation brachte ihn nun dazu, sich eine besondere Idee zu überlegen: „Ich bin der Meinung, dass die Situation an anderen Wertstoffinseln in der Stadt ähnlich ist. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, eine Anlaufstelle zu schaffen, an die Bürger in anderen Stadtteilen ebenfalls ihre Problemfälle einsenden können“, erklärt der Moosacher seinen Plan. 

Zunächst laufe das über per E-Mail. „Interessierte können ihre E-Mails an muell-muenchen@gmx.de senden. Wichtig ist dabei, dass ein Foto und die Adresse der Container in der E-Mail enthalten sind“, so der Medienberater. Eine Erweiterung des Plans, wie etwa die Erstellung einer eigenen Website mit interaktiver Karte, auf der die Situation visuell dargestellt wird, sei vorhanden, aber derzeit noch nicht umsetzbar, so Grasberger. 

Er hoffe darauf, etwa 50 bis 100 Personen zu motivieren, ihre Probleme auf stadtweiter Ebene darzustellen. „In einem zweiten Schritt, um den Druck zu erhöhen, wäre die Karte aber eine glänzende Sache“, so der 64-Jährige.

B. Strobach

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