Neuer Kunstpark am Tatzelwurm?

Münchens Szene-Macher planen kreatives Genossenschaftsprojekt an Föhringer Hochbrücke 

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Vorbild Kunstpark Ost: An die Hochbrücke zur A9 will die Kunst-und Kulturszene. 

Alles sei in dem geplanten paritätischen Kollektiv um die Brücke am Föhringer Ring  denkbar: Ateliers, Musikprojekte, Clubs, Nachwuchsförderung, Off- Kultur, Erwachsenenbildung.

Freimann – Entsteht am Tatzelwurm bald der neue Kunstpark? Dessen Schöpfer, Wolfgang Nöth, ist ein großes Vorbild für Kosmos-Wirt Florian Schönhofer (45). „Die Münchner Szene verdankt ihm viel – wir wollen jetzt etwas für Münchner Künstler und Clubbetreiber der Zukunft aufbauen.“ 

Kosmos-Wirt Florian Schönhofer.

Alles sei in dem geplanten paritätischen Kollektiv um die alte Brücke am Föhringer Ring und der A9 denkbar: Ateliers, Musikprojekte, Clubs, Nachwuchsförderung, Off- Kultur, Erwachsenenbildung. Diese Woche haben sich Schönhofer und sein Mitstreiter David Süß (Harry Klein) mit rund 200 Interessenten getroffen, unter ihnen Szene-Größen wie die Brüder Faltenbacher (Milchbar), Ole Wirk (Sauna) und die Macher der „Registratur“. Mit Architekt Hajo Bahner haben sie außerdem einen Stadtplaner, den BA Schwabing-Freimann, das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft und den Berufsverband Bildende Künstler begeistern können: Von Malerei, zu Musik, Tanz und Theater könnte am Tatzelwurm alles Platz finden. 

Es gibt Einwände gegen den neuen Kunstpark

Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Süd, sieht noch keinen Weg dahin: „Ich habe jedes Jahr fünf Anfragen wie diese für das Gelände. Das Areal sieht auf den ersten Blick aus wie Brachland – ist aber keines.“ Unter der Hochbrücke Freimann aus der 50er Jahren sind „unterirdische Schächte und Schieber, die aus Wartungsgründen zugänglich sein müssen. Dazu wäre bei Brand der ganze Beton-Brückenbau gefährdet. „Bisher gab es deshalb nur wenige Veranstaltungen: Dauerhaft Publikumsverkehr mit Gastronomiebetrieb ist undenkbar.“ 

Der Glaube an das Projekt bleibt

Schönhofer und Süß glauben, dass das gerade dort nötig ist, denn Freimann wächst rasant: „Das Gelände der Bayernkaserne wird bebaut, auch die Flächen des Heisenberg-Instituts und des Bayerischen Rundfunks werden frei.“ Standort und Größe für das Genossenschaftsprojekt am Stadtrand sind ideal: „Die Innenstadt ist tot, die Mieten zu hoch, Ärger mit Anliegern und Behörden häufig.“ Bis März entscheiden die Initiatoren, wer noch als Gesellschafter einsteigt: „Wir brauchen noch einen entscheidenden Mitspieler!“ Unmöglich ist ihr Projekt nicht. Denn die Autobahndirektion schwankt: „Wir sagen nie nie, aber es muss bis ins Detail passen.“ 

Marie-Julie Hlawica

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