Großer Frust schon vor dem Frost

Abzocke? Insolvenz? Zoff um Räumservice

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Die Anwohner der Himmelschlüsselstraße müssen ihre Fußwege künftig selbst sauber halten.

Räumservice kündigt den Anwohnern in der Himmelschlüsselstraße. Allerdings hatten diese bereits im Voraus bezahlt. Hallo hat die Hintergründe - und eine aktuelle Wende...

+++ Update 6. November, 17.25 Uhr +++

Der Sprecher des Serviceteams Borch teilte der Redaktion nach Erscheinen des Artikels mit, dass die Insolvenz doch abgewendet werden konnte. Man werde den zugesagten Winterdienst in der Himmelschlüsselstraße erledigen. Gegenwärtig schreibe man Briefe an alle betroffenen Anwohner.

Diese haben aktuell nur durch Hallo von der neuen Wende erfahren. Man sei erleichtert, habe aber noch keine Mitteilung bekommen.

Indes teilte die Firma Borch der Hallo-Redaktion außerdem mit, dass man den Dienst nach Erfüllung der Verträge im Frühling komplett einstellen werde. Man wolle sich beruflich umorientieren.

Sicher ist sicher: Manche der Anwohner hatten sich in der Zwischenzeit schon selbst Schneeschaufeln besorgt. Diese werden sie nun hoffentlich nicht mehr brauchen.

Der gesamte Hallo-Artikel der Printausgabe vom 6. November:

Fasanerie – Erneuter Ärger in der Fasanerie: Nachdem der alte Räumdienst den Anwohnern der Himmelschlüsselstraße Ende August fristlos gekündigt hatte (Hallo berichtete), suchten sie händeringend einen Neuen. 

Mitte September glaubten sie, fündig geworden zu sein, wie Anwohner Stephan Engleitner erzählt: „Eine Nachbarin von mir hat im Internet das Serviceteam Borch (STB) gefunden, das sich bereit erklärte, die Arbeit zu erledigen.“ 

Der Dienstleister setzte etwa 20 Verträge auf, die Anwohner unterschrieben und wurden dann auch direkt zur Zahlung von jeweils 275 Euro in bar oder per Kartenzahlung gebeten. 

Schockierende Nachrichten für die Anwohner

Mitte Oktober folgte dann der Schock: „In einem Schreiben hat sich der Leiter des STB an uns gewandt und berichtet, dass er Insolvenz beantragt habe, dem Dienst daher nicht nachkommen könne“, so Engleitner weiter. 

Dieses Verhalten wirft Fragen bei den Anwohnern auf: „Viele von uns sind misstrauisch, was den Ablauf des Ganzen angeht. Wir glauben, dass wir betrogen wurden“, klagt der Monteur. „Viele von uns fürchten jetzt, dass das Geld weg ist und wir die Straßen selbst säubern müssen“, meint der 29-Jährige. 

Dies sei ein Desaster, denn viele der Betroffenen seien bereits höheren Alters und begäben sich in akute Gefahr bei den Arbeiten auf vereistem Boden, fürchtet Engleitner. 

Hallo hat nachgehakt: 

Ein Sprecher des STB teilte mit, dass das Team tatsächlich insolvent gegangen sei und der Verlust der neuen Kunden ihnen sehr leid tue. Keineswegs wollte man mit der Aktion jemandem schaden. 

Die Vorkasse, so der Sprecher, sei aufgrund schlechter Erfahrungen mit anderen Zahlungsvarianten notwendig. Ein Fall wie dieser ist bisher weder der Verbraucherzentrale Bayern, noch der Polizei in München bekannt. 

Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale äußerte jedoch Bedenken zur Richtigkeit der Zahlungsweise vor der Haustür und sah diese als potentielles Anzeichen für Trickbetrug. 

Die Polizei bestätigte, dass der Fall vom zuständigen Fachkommissariat geprüft werde. Je nach Ergebnis werde der Fall der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Was bei der Suche nach Räumdiensten zu beachten ist

Die Verbraucherzentrale erklärt: „Die beste Quelle bei der Suche nach solchen Diensten ist der Bekanntenkreis. Gut arbeitende Firmen werden mit Sicherheit weiterempfohlen.“ 

Des Weiteren seien bei Diensten, die man online gefunden habe, dringend die Bewertungen und Qualifikationen zu prüfen. Auch Blicke in Impressum und Branchenbuch seien sinnvoll:

 „Ist nur eine Handynummer angegeben oder trägt die Firma einen Namen mit Buchstabenfolgen wie AAA zu Beginn, kann dies ein erstes Anzeichen auf Betrug sein.“

Benedikt Strobach

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