Sensationelle Ausstellung im Olympiapark

Eine Zeitreise in die Eiszeit

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Wie eine galloppierende Herde umspielen die Pferde den großen Auerochsen im Saal der Stiere in Lascaux.

München – Spektakulär: Unter dem Olympiapark entsteht die originalgetreue Nachbildung der eiszeitlichen Malereien aus französischen Höhle „Lascaux“, die seit 1963 nicht mehr betreten werden darf

Das Unmögliche möglich machen: Das schafft die neue Ausstellung in der Kleinen Olympia­halle. Ab Mittwoch, 17. April, entführt sie die Münchner in die im Süd-Westen Frankreichs gelegene Region Dordogne – genauer gesagt in die Höhle von Lascaux. Dort entdeckten vier junge Männer 1940 ungeahnte Kunstschätze aus der Eiszeit. 

Der Ägyptologe und Historiker Wilfried Seipel ist der Berater der Ausstellung.

1963 wurde die Höhle geschlossen. Die Belastung von rund 1200 Besuchern pro Tag war zu groß und beschädigte die Bilder. Mit aufwändigen 3D-Scannern wurde die Höhle rekonstruiert und so exklusiv zugänglich gemacht. Die sensationelle Ausstellung ermöglicht den Münchnern eine Zeitreise in die Eiszeit um 20 000 Jahre vor unserer Zeit. 

Neben den Höhlenmalereien sind auch mobile Kunstwerke wie Plastiken zu sehen – Funde aus dem eiszeitlichen Deutschland. 

Der Ägyptologe und Historiker Wilfried Seipel ist der Berater der Ausstellung, der exklusiv in Hallo die Malereien erklärt. „Sie stammen aus einem spannenden Zeitraum für die Menschheit, da der Neandertaler dem modernen Menschen – dem Cro-Magnon – weicht“, erklärt Seipel. Kunst, religiöse Gedanken, Sprache sowie ein soziales Gefüge entwickelten sich. 

Die Ausstellung zeigt die Malereien von Lascaux erstmals in Deutschland. Der exklusive Pre-Sale auf eventim startet am 20. Februar,  der Vorverkauf 22. Februar.

Sabina Kläsener

Erläuterungen, Hintergründe und Deutungen: Die Höhlen-Malereien aus Lascaux

Fünf Meter tief im Brunnenschacht der Höhle befindet sich die einzige Darstellung eines Menschen in Lascaux. In einer szenisch anmutenden Darstellung ist ein stocksteifer Mann mit Vogelmaske zu sehen. Daneben ein Wisent, das von einem Speer durchbohrt wurde, die Eingeweide hängen heraus. Links davon entfernt sich ein Wollnashorn. 

„Eine geläufige Deutung ist, dass es sich um einen Schamanen handelt, der tot oder in einem Starrkrampf daliegt “, erklärt Wilfried Seipel. Daher werde der Strich an der Hüfte als erigierter Penis gedeutet, da dies auch bei anderen Schamanen-Zeichnungen zu sehen ist. Für die Schamanen-Theorie spricht laut Seipel der Vogel auf dem Stab, der unterhalb des toten Mannes zu sehen ist, eine Art Totemzeichen.

Schwarz-rotes Fell: Bei den zwei Wisenten handelt es sich laut Seipel um eine jahreszeitliche Darstellung. „Das schwarze und rote Fell zeigt den Übergang zum Sommerfell, woran man die genaue Beobachtungsgabe für die Umwelt erkennt.“ Die filigranen Beine und Hufe wurden mit angebrannten Zweigen als rudimentäre Pinsel gezeichnet. Durch die konkave Wandfläche wirkt die Malerei dreidimensional. Für die Farben wurden Manganoxide verwendet, Eisenoxide ergaben Orange, Rot und Gelb.

Der Saal der Stiere zählt zu den spektakulärsten Abschnitten der Höhle. Er zeigt Malereien in beeindruckenden Ausmaßen, die mithilfe von Holzgerüsten entstanden. Für Licht sorgten Lampen aus Tierfett und mit Zweigen als Dochte. 

Der Auerochse auf der linken Seite misst 5,20 Meter. „Es ist fraglich, ob die Malereien gleichzeitig entstanden sind“, erklärt Seipel. Es gilt als unwahrscheinlich, dass es einen Gesamtentwurf gab. „Auch spontane Zeichnungen sind möglich, da der zeitliche Abstand ebenso fraglich ist.“ 

Wie man diese Szenerie deuten soll, ist unklar.

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