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Seilbahnen für München zu teuer? ‒ Stadträte, BAs und Gemeinde Unterföhring bei Umsetzung skeptisch

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Von: Benedikt Strobach

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Aufgrund der Kosten nicht realisierbar: die Seilbahn über den Frankfurter Ring.
Aufgrund der Kosten nicht realisierbar: die Seilbahn über den Frankfurter Ring. © Visualisierung: bauchplan

Ergebnis der Seilbahn-Studie zeigt: Eine Seilbahn über den Frankfurter Ring ist zu teuer - Auch bei kürzerer Route oder einem Expressbus ist Skepsis vorhanden.

München-Nord - 433 Millionen Euro kostet eine Seilbahn zwischen Fasanerie und Unterföhring über den Frank­furter Ring. Zu diesem Ergebnis kommt die Seilbahn-Studie für München. Eine zu große Summe für 23.000 Fahrgäste pro Tag, findet die Stadt. Daher wird diese Route nicht mehr weiter verfolgt. Die Seilbahn befördere nur 3000 Fahrgäste mehr pro Tag als ein Expressbus und sei im Vergleich (19,02 Millionen Euro) zu teuer.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Seilbahn-Route über Frankfurter Ring: Stadt möchte günstigere Alternative untersuchen

Vertieft untersucht werden könnte aber der Abschnitt zwischen Studentenstadt, Bayerischem Rundfunk (BR) und Unterföhring. Hier erhofft sich die Stadt einen touristischen Anreiz durch den Englischen Garten. Zudem würde mit der Isar ein Hindernis leicht überwunden. Aber hier geht es um 160 Millionen Euro – bei 2900 Fahrgästen am Tag. Die Studie hat Stadt und Freistaat je 285.000 Euro gekostet.

Fredy Hummel-Haslauer (SPD), Chef des Milbertshofener BA, ist zwar enttäuscht, „aber bei den Kosten kann man nichts machen“. Expressbusse sehe er skeptisch. „Dadurch fallen Spuren am Frankfurter Ring weg. Oder der Bus steht nur im Stau.“ Das findet auch Patric Wolf (CSU) vom Freimanner BA. Die kurze Route ab der Studentenstadt gefällt ihm: „Dadurch wäre der BR besser angebunden. Auch der Blick über den Englischen Garten hätte etwas.“

Münchens Politik bleiben skeptisch: Seilbahnen wenig Verbesserung für ÖPNV

Rainer Großmann (CSU), Vorsitzender des BA Feldmoching, vermisst die Seilbahn nicht: „Nur durch leistungsfähige U-Bahnen können Bürger dazu gebracht werden, auf den ÖPNV umzusteigen.“ Sie seien wetter­unabhängig und von allen nutzbar. Auch Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) ist skeptisch: „Selbst mit Zuschüssen ist das zu teuer. Als Gemeinde gehen wir da nicht mit.“ Er hofft, dass vertiefende Studien zu geringeren Beträgen kämen.

Das Mobilitätsreferat will dem Stadtrat im dritten Quartal 2022 einen Beschluss zum weiteren Vorgehen vorlegen. Aber auch die Rathaus-Mehrheit zweifelt. Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher von SPD/Volt, findet Tram oder Expressbus effektiver. Die Verbindung zwischen Studentenstadt und Unterföhring sehe seine Fraktion skeptisch.

Seilbahn über München: Veranstaltung soll bald Ergebnisse zeigen

Auch Verkehrsplaner Paul Bickelbacher (Grüne) ist nicht überzeugt: „Wenn jeder Halt 33 Sekunden dauert, ist das kein Gewinn.“ Seilbahnen seien auf kurzer Strecke effektiv. „160 Millionen Euro für 2900 Personen am Tag sind aber teuer.“ Dennoch könne eine Seilbahn ein interessantes Verkehrsmittel sein, etwa von der Dülferstraße nach Garching oder von Freiham über Aubing nach Karlsfeld.

Auch die Bürger erfahren die Ergebnisse. Das Referat plant noch im ersten Halbjahr 2022 eine Veranstaltung, digital oder in Präsenz.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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