Viertel-Rückschau

Jahresrückblick 2020: Diese Geschichten interessierten die Leser in München-Nord

Der Olympiapark in der Dämmerung. Er ist eines der Wahrzeichen in München-Nord. Über dem Stadion ist der Komet Neowise zu erkennen.
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Der Olympiapark ist eines der Wahrzeichen in München-Nord.
  • Benedikt Strobach
    vonBenedikt Strobach
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Jede Woche hat Hallo München seine Leser mit neuen, spannenden Geschichten aus den Stadtvierteln versorgt. Die beliebtesten Nord-Artikel im Jahr 2020...

  • Das Jahr 2020 ist vorbei.
  • Jede Woche hat Hallo München seine Leser mit neuen, spannenden Geschichten aus den Stadtvierteln versorgt.
  • Diese Rückschau zeigt die beliebtesten Artikel in München-Nord.

München-Nord - Vier Stadtbezirke und eine Gemeinde – damit rund 20 Viertel und Ortsteile – umfasst das Gebiet der Hallo-Nord-Ausgabe. Kein Wunder also, dass die Leser 2020 eine Fülle an verschiedensten Themen beschäftigte.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Illegale Rodung in der Siedlung Ludwigsfeld im Januar

Kurz vor Monatsende meldete sich Eberhard Sommer von der Interessengemeinschaft Ludwigsfeld in der Hallo-Redaktion, weil in der Siedlung eine illegale Rodung erfolgt ist. Der dazugehörige Artikel erreichte binnen Stunden Spitzenwerte bei den Klickzahlen. Der Ärger war verständlich, denn die Wohnungsgesellschaft hatte tatsächlich sechs Bäume unerlaubterweise gefällt.

Gegenüber der Kristallstraße 22 und 24 wurde in der Siedlung Ludwigsfeld massiv gerodet.

Mittlerweile seien wieder viele Triebe auf der Fläche aufgeschossen, erklärt Philipp Heimerl, Sprecher der Wohnungsgesellschaft. „Die Fläche konnte sich über das vergangene Jahr sehr natürlich entwickeln.“ Dennoch hat die Fällung Konsequenzen: Wie Ingo Trömer, Sprecher des Referats für Stadtplanung und Bauordnung ankündigte, wurde ein noch laufendes Bußgeldverfahren von der Unteren Naturschutzbehörde eingeleitet.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Petition: Umbenennung von Englischer Garten zu Europäischer Park im Februar

Im Februar tat der Münchner Bastian Däxl seine Brexit-Wut kund – mit einer kuriosen Forderung. Gemeinsam mit einem Arbeitskollegen startete er eine Online-Petition, den Englischen Garten künftig in „Europäischer Park“ umzubenennen. Seit April ist die Petition abgelaufen, insgesamt gab es 141 Unterstützer. Außer einem großen Presseecho bewirkte die Idee jedoch nicht viel. Zumal die Bezeichnung auf den damals zeitgenössischen Gartenstil anspielt und keine politische Konnotation hat.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Vergabe der IAA im März

Im März interessierte die Leser neben Corona vor allem die Vergabe der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2021 nach München. Diese soll über die gesamte Stadt verteilt an verschiedenen zentralen Plätzen, wie dem Marienplatz und dem Odeonsplatz, stattfinden. Ursprünglich sollte dem Olympiapark neben der Messe München auch eine zentrale Rolle zukommen. Diese Pläne wurden jedoch wegen „Vorbehalten der Automotivunternehmen“ im Mai verworfen.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Sprayer beschädigen U-Bahn-Wagen am Bahnhof Alte Heide im April

Die im April geltenden Corona-Beschränkungen hielten drei Sprayer nicht davon ab, einen U-Bahn-Wagen am Bahnhof Alte Heide zu beschmieren. Ein Zeuge meldete den Vorfall der Polizei, welche die Täter wenig später festnehmen konnte. Der Sachschaden belief sich auf mehrere Tausend Euro.

Die Schmiererei am U-Bahn-Wagen im Bahnhof Alte Heide.

Die Aktion hatte bereits Folgen: So wurden Strafbefehle gegen zwei der Beschuldigten beim Amtsgericht München beantragt, erlassen und zugestellt. Diese seien aber noch nicht rechtskräftig, erklärt Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Mit der Anklage gegen die dritte Beschuldigte befasse sich ein Jugendrichter des Amtsgericht München.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - SEM Nord und SEM Nordost im Mai

Im Mai war der Aufschrei in Feldmoching groß, als im Koalitionsvertrag der neuen grün-roten Stadtregierung die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) für den Norden erstmals wieder erwähnt wurde. Hallo hörte sich im Viertel um und stieß auf deutlichen Widerstand. Auf den offiziellen Beschluss im Juli folgten gemischte Reaktionen:

Stephan Reiß-Schmidt vom Bündnis PROSEM München reagierte auf die Bekanntgabe der SEM Nord erfreut: „In mehreren hundert Fällen hat sich die SEM seit 1971 bundesweit bewährt, um große neue Stadtviertel einheitlich zu planen und zu realisieren. Dabei hat sich gezeigt, dass mit diesem Verfahren die Kooperation mit den Eigentümern und ein fairer Interessenausgleich sehr gut gestaltet werden können.“ Der Dialog mit allen Beteiligten könne so auf eine neue Grundlage gestellt werden.

Im Juli bildete sich das „Bündnis für München“ gegen die SEM Nord.

Gegenteilige Reaktionen löste der Beschluss vom 22. Juli auch aus: Stadträte von CSU, FDP, ÖDP und München-Liste, der Bayerische Bauernverband, der Bayerische Gärtnereiverband, der BA-Vorsitzende Rainer Großmann (CSU), Gesamtverein Feldmoching und Initiative Heimatboden bildeten zusammen das „Bündnis für München“. Das erklärte Ziel: Gemeinsam die SEM im Münchner Norden zu verhindern.

„Dass Menschen, die sich hier über Jahrzehnte ihre Existenzen aufgebaut haben, nun wieder mit einer Enteignung durch eine SEM gedroht wird, ist ein Unding“, so Martin Zech von Heimatboden. 180 der betroffenen Grundstück­eigentümer haben bereits beschlossen, die Gespräche mit der Stadt auf Eis zu legen.

Auch interessierte die Leser ein offener Brief der SPD-Ortsverbände Unterföhring und Aschheim an OB Reiter, in dem sie forderten, bei den Planungen zur SEM Nordost beteiligt zu werden.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Verstoß gegen Corona-Regeln am Fasaneriesee im Juni

Für Aufsehen sorgte im Juni eine Anwohnerin, die einen Verstoß gegen die Corona-Regeln am Fasaneriesee beobachtet hatte. 25 Menschen hätten ohne Abstand oder Maske dort gemeinsam gefeiert. Der Sicherheitsdienst hätte nichts dagegen getan. Das Baureferat konnte die Situation jedoch schnell beruhigen: Die Parkaufsicht hat an diesem Tag eine Gruppe von etwa zehn Personen angetroffen und diese auf die geltenden Maßnahmen aufmerksam gemacht. Nachdem sich diese einsichtig zeigte, bestand kein Anlass, die Polizei hinzuzuziehen, erklärte ein Sprecher Hallo damals.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Unfall am Sandbienenweg und Ghostbikes im Juli

Die traurige Meldung über einen Radfahrer, der nach einem Zusammenstoß mit einem Auto auf der Schleißheimer Straße auf Höhe des Sandbienenwegs an den Folgen des Unfalls gestorben war, beschäftigte die Leser im Juli. Als Reaktion stellten das Bündnis Radentscheid und der „Ride of Silence“ ein weißes „Ghost-Bike“ als Mahnmal an der Unfallstelle auf.

Das Ghost-Bike an der Schleißheimer Straße auf Höhe des Sandbienenwegs.

Leider nicht das einzige Gedenk-Fahrrad, wie Andreas Schön, Vorsitzender des ADFC München und Mitglied im Bündnis Radentscheid, erklärt: „Insgesamt mussten wir heuer vier ‚Ghostbikes’ aufstellen.“ Diese Zahl sei rückläufig, aber dennoch zu hoch. „Jeder Radler, der bei einem Verkehrsunfall stirbt, ist einer zu viel“, mahnt Schön.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Hunde finden Leiche, Gymnasium Unterföhring und Türkgücü im Olympiastadion

Im August fanden die Anwohner Wilfried und Claudia Stieglbauer mit ihren Hunden Blue und Jacky eine Leiche in der Parkstadt Schwabing. Der Hallo-Artikel dazu fesselte viele Leser im Norden.

Claudia (links) und Wilfried Stieglbauer fanden mit ihren Hunden Blue (links) und Jacky im August eine Leiche nahe des Microsoft Parkplatzes in der Parkstadt Schwabing.

Pünktlich zum Schulstart 2020/21 eröffnete das neue Gymnasium Unterföhring. Hallo durfte beim Rundgang durch die Schule dabei sein – per Bilderstrecke erlebten auch viele Leser die Führung mit.

Im Oktober interessierte die Leser der Umzug der FC Bayern-Legenden um Lothar Matthäus und Oliver Kahn – zumindest deren Aufsteller in der ehemaligen Heimkabine im Olympiastadion. Grund war das anstehende erste Heimspiel von Türkgücü München im Olympiapark. Das Spiel gegen Wehen Wiesbaden endete 0:0.

Jahresrückblick 2020 München-Nord - Reisebüro will bei Corona-Infektionskettenverfolgung helfen und Olympia-Eishalle

Im November sorgte eine Idee des Milbertshofener Reisebüros M45 für Aufsehen. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte es sich mit seinen Mitarbeitern beim Referat für Gesundheit und Umwelt zur Mithilfe bei der Verfolgung der Infektionsketten beworben. Die Stadt lehnte jedoch ab.

Reinhard Schega, Leiter des Reisebüros M45 in Milbertshofen, wollte mit seinem Team bei der Corona-Infektionskettenverfolgung helfen. Die Stadt München lehnte jedoch ab.

Auch die Olympia-Eishalle musste im Herbst Corona-bedingt erneut schließen. Auf Hallo-Nachfrage nannte der Olympiapark die Besucherzahlen des Jahres 2020 im Vergleich zu den durchschnittlichen Zahlen der letzten Jahre – und erklärte, nicht zu wissen, ob sich eine Wiedereröffnung unter den aktuellen Umständen diesen Winter lohnen würde. Das ungewisse Schicksal beschäftigte die Leser online sehr.

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