Das Pech der Prinzenpaare

Fasching in München: Inthronisation der Prinzenpaare heuer online

  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Die Narrhalla krönt ihr Prinzenpaar im Internet, die Moosacher Tollitäten regieren weiter. Hallo hat mit Münchner Faschingsvereinen über die Corona-Saison gesprochen ...

Das Prinzenpaar des Moosacher Faschingsclubs aus dem vergangenen Jahr, Maximilian I. Eissner und Sarah I. Schmidt, regiert diesen Fasching weiter.
  • Am 11. 11 um 11:11 Uhr ist Faschingsauftakt. Doch dieses Jahr ist alles anders.
  • Hallo hat bei den Münchner Faschingsvereinen nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen.
  • Welche Vereine trotz Corona ein neues Prinzenpaar haben und welche nicht...

Update, 2. Februar: Der Moosacher Faschingsclub hat in dieser Faschingssaison doch kein neues Prinzenpaar gekrönt. „Jeder darf nur einmal Prinz oder Prinzessin sein. Diese Chance würde man in diesem Jahr verschwenden“, sagt Vereinssprecher Helmut Staudinger.

Der Faschingsclub hat nämlich sämtliche Veranstaltungen abgesagt. „Leider sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass sich keine Konzepte hinsichtlich Abläufen und vor allem Hygiene entwickeln lassen, die sowohl unsere Aktiven wie auch unsere Gäste ausreichend schützen und dabei auch noch eine schöne spaßige Veranstaltung entstehen lassen.“

Selbst das Drehen eines Vorstellungsvideos fiel den Corona-Kontaktbeschränkungen zum Opfer. Deshalb regiert das bisherige Prinzenpaar Maximilian I. Eissner und Sarah I. Schmidt weiter. Ihr Faschingsprogramm möchten die Moosacher – sobald dies wieder möglich ist – zumindest online präsentieren.

Update, 8. Januar: Wegen der Corona-Pandemie findet die Inthronisation des Prinzenpaars der Narrhalla am 11. Januar im 11.11 Uhr online statt. Faschingsfreunden können die Krönung von Prinz Berni I. (Filser) und Prinzessin Margarethe I. (Stadlbauer) nicht wie üblich auf dem Marienplatz verfolgen, sondern nur auf Facebook oder Youtube. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden wird dem Prinzenpaar den Stadtschlüssel überreichen, sodass sie gemeinsam mit dem Narrhalla-Kinderprinzenpaar vom vergangenen Jahr, Marlon I. und Sophie I. die narrische Regentschaft der Landeshauptstadt übernehmen können. Die Inthronisation stellt jedes Jahr Auftakt für die heiße Phase der Faschingssaison dar.

Fasching: Narrhalla plant Videos und Livestreams mit Prinzenpaar

Da keine Präsenzveranstaltungen möglich sind, wird sich das Prinzenpaar während der Saison mit Kurzvideos
und online präsentieren. Außerdem sind verschiedene Livestreams zu wichtigen Themen im Münchner Fasching geplant. Da auch die traditionellen Besuche des Prinzenpaars in sozialen Einrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen nicht möglich sind, erhalten diese Einrichtungen den „Fasching aus der Schachtel“, unter anderem mit einer DVD mit Ausschnitten aus den vergangenen sieben Jahren Fasching, teilt die Narrhalla mit.

Faschingsclub Neuhausen inthronisiert Paar online

Der Faschingsclub München-Neuhausen wird sein Prinzenpaar Anselm I. und Annalena I. per Videokonferenz inthronisieren. Für das Prinzenpaar wird es bereits die zweite Inthronisierung, denn Anselm I. und Annalena I. repräsentierten den Faschingsclub bereits 2019/20 und hängen nun noch eine Faschingssaison dran. Auch der Faschingsclub Neuhausen hat sich ein reduziertes Programm für Facebook, Instagram und TikTok überlegt.

München - Die Prinzenpaar-Proklamationen am 11.11. – abgesagt. Große Faschingsbälle – verboten. Das Treiben der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt am Faschingsdienstag – ebenfalls schon jetzt gestrichen. Wird das der traurigste Fasching der vergangenen Jahrzehnte?

Sicher ist: Es wird ein anderer Fasching sein. Und alle Vereine, die sich für dieses Kulturgut engagieren, versuchen im Moment, das Beste daraus zu machen. Allen voran die Münchner Gesellschaft Narrhalla. Diese präsentiert trotz aller Umstände ein neues offizielles Faschingsprinzenpaar 2021 der Landeshauptstadt München: Berni (Filser) und Margarethe (Stadl­bauer).

Denn: „Die Narrhalla sieht es als ihre Verpflichtung an, gerade in schwierigen Zeiten und trotz aller Widrigkeiten, die Tradition und das Brauchtum des Münchner Faschings zu erhalten und Freude gerade auch den Menschen zu bringen, die sonst am Münchner Fasching nicht teilhaben können“, erklärt das Vereinspräsidium.

Münchens neues Narrhalla Faschingsprinzenpaar 2021: Berni (Filser) und Margarethe (Stadl­bauer).

Allerdings ist der Spaß im Moment nur online möglich. Wer das Münchner Prinzenpaar 2021 kennenlernen möchte, kann das ab 11.11. um 11.11 Uhr unter www.narrhalla.de, facebook und Instagram tun. Andere traditionelle Veranstaltungen wie die Verleihung des „Sigi Sommer Taler Kunst- und Kabarettpreises“ hat der Verein erst einmal auf das kommende Frühjahr verschoben.

Da es keine hundertprozentige Planungssicherheit gibt, müssen wir uns nach der Jahreswende den jeweiligen Gegebenheiten anpassen

so die Narrhalla

Diese Ungewissheit herrscht auch in den Faschingsvereinen einiger Stadtteile vor. Der Moosacher Faschingsclub zum Beispiel kündigt zwar ein neues Prinzenpaar für 2021 an. „Wer dies sein wird und in welcher Form sie regieren werden, kann ich aber leider noch nicht sagen“, bedauert Vereinssprecher Helmut Staudinger. Vorgestellt werde das Paar wohl erst im Dezember über die sozialen Medien.

Gar keine Prinzenpaare gibt es diesmal bei den Faschingsgesellschaften Feringa in Oberföhring und Würmesia im Würmtal. „Wir hatten zwar Anfragen, aber wir könnten dem Paar ja nicht viel bieten. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Interessenten quasi zu verpulvern“, so Präsidentin Pia Krock.

Auf der Homepage www.wuermesia.de soll es aber ab sofort Kostproben der Show geben. Feringa-Sprecher Markus Schweikl sagt: „Wir haben uns schon im Sommer dazu entschieden, keine Prinzenpaare zu inthronisieren.“ Aufwand und Kosten stünden in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten. Weitere Vereine gehen andere Wege (s. unten).

Das Paar für München

Margarethe Stadl­bauer ist 1986 in Freising geboren und engagierte sich als Kind im Faschingsverein in Fahrenzhausen. Das Lebensmotto der sportlichen Politikwissenschaftlerin: „Ohne Leidenschaft gibt’s keine Genialität.“

Berni Filser, der sie bis Faschingsdienstag, 16. Februar, durch die Saison begleitet, ist 1993 geboren und in Dingolfing aufgewachsen. Dort war sein Vater bereits Faschingsprinz. Bekannt ist der Musiker unter anderem als Mitglied der Couplet-AG sowie Gründer der „Großstadt Boazn“.

Laim: neue Tollitäten für zwei Jahre

Laim - „Wir werden den Fasching nicht ganz ausfallen lassen“, verspricht Christine Rygol, Präsidentin des Faschingsclub Laim. Schweren Herzens habe man sämtliche Großveranstaltungen abgesagt. Ein Faschingstreiben am Laimer Anger soll aber stattfinden. Und auch ein Prinzenpaar wird es geben.

Die Proklamation fällt bei den Laimern immer auf den Mittwoch nach dem 11.11. – da mittwochs normalerweise trainiert wird. In der kommenden Woche, am 18. November, sollte eigentlich das neue Paar vorgestellt werden. An diesem Tag hätte der Verein auch seinen 33. Geburtstag gefeiert.

„Das haben wir jetzt erstmal gestrichen“, so Rygol. „Vielleicht können wir das Zepter im Dezember oder Januar im Freien übergeben.“ Man müsse kreativ sein, so Rygols Devise. „Insgesamt planen wir einen Fasching über zwei Jahre.“

„Wir werden den Fasching nicht ganz ausfallen lassen“, verspricht Christine Rygol, Präsidentin des Faschingsclub Laim.

FCN: Zweite Saison fürs Jubiläumspaar

Neuhausen - „Wir bereiten uns vor, so dass wir einsatzfähig sind, wenn man uns lässt“, kündigt Josef Kreithmeier, Präsident vom Faschingsclub Neuhausen (FCN), an. Das Prinzenpaar 2020, Annalena I. und Anselm I., das den Club im Jahr seines 40-jährigen Bestehens repräsentiert hat, hängt 2021 noch eine Saison an.

Die Showtanzgruppen studieren ein abgespecktes Programm ein. An Veranstaltungen drinnen glaubt der FCN-Chef nicht mehr. Die Hoffnung auf ein bisschen „Fasching in der Stadt“ auf dem Rotkreuzplatz bestehe aber noch.

Das Prinzenpaar 2020, Annalena und Anselm hängt 2021 noch eine Saison an.

ul/dbo

Rubriklistenbild: © Moosacher Faschingsclub

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