Ärger wegen Beherbergungsbetrieben

Boardinghaus-Boom in München - Ist Moosach besonders stark betroffen?

An der Gneisenaustraße 24 steht eines der zwei genehmigten Boardinghäuser in Moosach. acht weitere Vorbescheidsverfahren wurden für den Stadtbezirk in der Lokalbaukommission (LBK) der Stadt München noch verzeichnet.
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An der Gneisenaustraße 24 steht eines der zwei genehmigten Boardinghäuser in Moosach. acht weitere Vorbescheidsverfahren wurden für den Stadtbezirk in der Lokalbaukommission (LBK) der Stadt München noch verzeichnet.
  • Benedikt Strobach
    vonBenedikt Strobach
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Der BA Moosach ist von ständigen Boardinghaus-Anfragen im Bezirk genervt. Die Lokalbaukommission (LBK) bestätigt einen Boom und möchte Gewerbe stärker schützen.

  • Der BA Moosach behandelt in den letzten Jahren eine Fülle an Anfragen für Boardinghaus-Betriebe im Bezirk.
  • Die Lokalpolitiker sind von den ständigen Anfragen genervt und fürchten negative Auswirkungen auf das Gewerbe.
  • Die Lokalbaukommission (LBK) der Stadt München bestätigt einen Boom der Einrichtungen in den letzten Jahren.

Moosach - Bauvorbescheide und -voranfragen gehören zu monatlichen BA-Tagesordnungen dazu. In Moosach gibt es bei diesen jedoch einen Trend zu erkennen, der dem Gremium sauer aufstößt: Boardinghäuser – also Beherbergungsbetriebe, die Zimmer mit hotelähnlichen Leistungen für längere Aufenthalte vermieten.

München: Boardinghaus-Boom in Moosach? BA genervt von Anfragen, LBK möchte Gewerbe schützen

„Seit ich im Gremium sitze, behandele ich Anfragen dazu. Wir werden damit regelrecht überflutet“, erklärt Armin Ziegler (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Bau. Mittlerweile habe er über 20 davon behandelt. Das Problem: „Viele Boardinghäuser wollen in Gewerbegebiete. Dort rauben sie dann gewerblichen Nutzungen einen Platz. Und dann spricht die Stadt davon, dass ein Mangel an Gewerbeflächen herrscht? Das macht keinen Sinn.“ Zieglers Forderung: „Es sind schon genug Boardinghaus-Anfragen in Moosach eingegangen. Das muss ein Ende haben.“ Es sei an der Zeit, dass der BA künftige Anfragen ablehne.

Armin Ziegler (SPD) ist seit 2014 BA-Mitglied in Moosach und leitet den Unterausschuss Bau, Umwelt, Klima und Wirtschaft.

Dass es in München einen Boom an Boardinghausanträgen gab, verrät Cornelius Mager, Leiter der Lokalbaukommission (LBK), auf Hallo-Anfrage: „Zwischen 2016 und 2020 haben wir rund 100 Anfragen für Boardinghäuser behandelt und die Hälfte genehmigt.“ Davon entfielen nur zwei Nutzungen auf Moosach. Mager betont aber, dass es eine Reihe von Anfragen und Vorbescheidsanträgen für weitere Einrichtungen an der Triebstraße gebe. Dabei handele es sich um acht zusätzliche Vorbescheidsverfahren für insgesamt drei Grundstücke. Heißt konkret: Zehn Prozent aller Anfragen gingen nach Moosach.

Mager erklärt: „Boardinghäuser sind neben Kern- und Mischgebieten auch in Quartieren, die nicht mehr eindeutig von Gewerbe geprägt sind, zulässig.“ Ein solches befinde sich an der Triebstraße. LBK und Sozialreferat seien sehr bemüht, Boardinghäuser von Wohngebieten fernzuhalten. Auch weiteres Eindringen in Gewerbegebiete müsse verhindert werden. „Gewerbetreibende, die auf die in München knappen Gewerbeflächen angewiesen sind, hätten es bei der Lukrativität dieser Einrichtungen sonst schwer, mitzuhalten.“

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